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juten Tach - das klingt nicht bayrisch, sondern
nach'm Berliner richtig?
Jawoll, goldrichtig, Sie sind auf meinem Reiseführer
gelandet, den ich als bayerischer Berliner (seit 1973 geh' ich den Einheimischen
auf'n Keks und hab sogar noch a Hiesige weggeheiratet) für
alle Besucher unseres weißblauen Landes schreibe.
Im Hauptberuf fahr ich Sie, wenn se mir dafür bezahlen, vom
Flughafen zum Hotel, zu den Bergen, nach Österreich, ganz gleich wohin.
Und wenn grad keener mit mir fahren will, dann hab ich noch drei
Internetantiquariate, finden Sie links im Wegweiser.
So, das war für neue Besucher hier eine kleine Einführung, die Stammgäste
kenn'n mich schon. Aber kennen Sie schon Albaching in Oberbayern? Wenn ich
ganz ehrlich bin, ich kannte es eigentlich auch nicht. Bloß durchgefahren
bin ich schon öfter und vor kurzem hielt mich irgendwie was fest in dem
Örtchen.
Nun erst mal zur Lage von Albaching. Wenn man wie ich gern übers Land
fährt und vom Flughafen kommend in Richtung Salzburg
ein Stück die B 12 nimmt, die über Altötting
nach Passau führt, dann kommt kurz
nach Hohenlinden eine Abzweigung nach Wasserburg
am Inn. Die fahr ich gern, führt durch schöne Waldgebiete und ist
nicht befahren. Und dann kommt so ein kleiner Ort mit 20 Häusern,
ner Kirche und 'n Kreisverkehr (nicht bös sein, liebe Albachinger,
ist nur spaßhaft gemeint) und schon ist man durch geflutscht.

Daß Albaching größer und schon rund 1200 Jahre alt ist, sieht
man wirklich nicht. Ich war schon am Friedhof vorbei und im Kreisverkehr,

als ich das Gefühl hatte, ich müßte anhalten und mir die Kirche
anschauen. Also einmal rum, wieder zur Kirche zurück und geparkt. Dann
um den Friedhof rumgelaufen, manchmal ist man blind wie'n Huhn, gibt hinten
nämlich einen einen Friedhofseingang und beim Kriegerdenkmal die Stufen
hoch.

Das Denkmal für die Gefallenen ist auch ein nicht so übliches, zwar
ein Herr mit Schwert, aber er scheint als Engel den Sieg über
das Böse zu symbolisieren, denn welch grausameren Drachen gibt es als
den Krieg?

Tja, dann kommt einem gleich das Gruseln, denn da liegen doch ganz offen hinter
Gittern ein paar Totenschädel rum.

Entweder haben die Albachinger dort die eingespunnt, die nie in
die Kirche gegangen sind oder wo die Nachkommen die Grabgebühr nicht zahlen
wollten. Ja, ja, hart san's, die Oberbayern. Und wenn's hart auf hart kommt,
dann holen sie sich die Dreschflegel und Sensen und marschieren gegen die Großkopferten.
So zum Beispiel anno 1596, da fing der Bauernaufstand an und rund 1500 aus
der Grafschaft Haag, dazu gehörte Albaching, marschierten los. Bloß
waren die bayerischen Herzöge damals besser im Köpfe-rollen-lassen,
die Bauern hatten keine Chance.
Aber 1994, da haben die Albachinger doch gegen die Großkopferten
gesiegt, wie ich der hervorragenden Webseite
des kleinen Ortes entnehmen konnte. 16 Jahr vorher hatte man die
Gemeinde einfach aufgelöst und einer anderen zugeschlagen
im Rahmen der Gebietsreform. Aber net mit uns, dachten die Albachinger und
leisteten wieder Widerstand und verhandelten wie d' Wuiden (Wilden).
Dann gaben die in München klein bei und gaben die Selbständigkeit
zurück.
Ich geb Ihnen aber jetzt einen Einblick in die wunderschöne Kirche und
damit Sie gleich wissen, wer die und wann gebaut hat, hier eine Gedenktafel
im Eingang.

Schon wenn man die Tür öffnet, weiß man, hier ist wieder eines
von bayerischen Juwelen der Barockbaumeister. Von außen ganz harmlos
anzusehen, aber innen erschlägt einen die Pracht.

Den Altar habe ich Ihnen etwas größer hier abgebildet, für
Liebhaber von Details und Farben gibt es anschließend noch eine zweite
Seite mit etlichen Großaufnahmen mit Tele oder Zoom, wie man det ooch
nennt.

Links ist der Marien-Altar, auch wunderschöne Arbeiten dran und drauf,
wie gesagt, sind dann auf der zweiten Seite, hab ich aber unten noch einen
Extra-Link für.

Den rechten Altar finden Sie auch in einigen Vergrößerungen dann
auf der Detail-Seite, aber vorenthalten will ich Ihnen den natürlich nicht,
zumal auch die Kanzel schön zu sehen ist.

Wer nun schon genug gesehen hat, der kann noch einen Blick auf die Orgel werfen,
die über dem Ein- bzw. auch Ausgang trohnt und dann wieder weiter reisen.
Aber vielleicht reizt Sie die kleine Aussicht auf die Bilder doch ein bisserl,
zur Detail-Seite geht es jetzt hier.

Ich kann nur sagen, der Stopp hat sich für mich (und hoffentlich für
Sie auch) gelohnt. Ob da jemand von janz oben die Hand mit im Spiel
hatte? Auf jeden Fall muß man immer noch oben gucken in der Kirche, da
gibt es nicht nur Heiliges, sondern oft auch Lustiges und sehr Unterhaltsames
zu sehen. Kleiner Tip, schauen Sie sich mal die Seite über Prien
am Chiemsee an oder die von Markt Irsee
oder Füssen. Bayern is so schee,
's tut bald weh (was man noch nicht alles gesehen hat :-).
In diesem Sinn darf ich mich verabschieden, wünsche Ihnen viel Freude
beim Anschauen der Bilder, keinen Ärger über den manchmal schnoddrigen
Text (bin halt so) und falls Sie in Bayern Urlaub machen, viel Sonnenschein
und Erholung.
Mit lieben Grüßen
Ihr Preiss' in Bayern der mit dem neuen "Franzmann"-Van
*
Hat's wieder mal Spaß gemacht, ein Stück Bayern kennen zu lernen?
Wenn ja, links im Wegweiser gibt's noch vui mehra und ich bin schon
dabei no mehra für Sie zu entdecken und zu beschreiben.
Bis zum nächsten Mal mit herzlichen Grüßen
Ihr Jörg W. Lohfink
echt preissischer Reiseführer (aus eigenem Vergnügen) und -fahrer
in Bayern.
(alle Bülders sin von mir) ©®J.W.Lohfink |