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Ein kleiner Rundgang durch
die Stadt Freyung im Bayerischen Wald
Ein freundliches Hallo zu meinen Fahrgästen, die einen Stopp meiner zweitägigen
Fahrt durch den Bayerischen Wald zu einem detaillierten Besuch der Stadt Freyung
nutzen. Für zufällig gleich auf diese Seite gekommene Besucher eine
kleine Einführung:

Sie sind auf der Seite über die Stadt Freyung von Mietwagen
Lohfink gelandet. Mein Name ist Jörg W. Lohfink und ich fahre in der Hauptsache
als Flughafentransfer München Gäste vom und zum Flughafen Franz-Josef-Strauss
in alle Ecken Bayerns und darüber hinaus. Dabei zeige ich gern hübsche
Orte und versteckte Juwelen der bayerischen Geschichte, Kunst und Architektur,
die man sonst nicht gleich findet. Heute mache ich im Anschluß an eine
Tour nach Passau
zu den Donaukreuzfahrten einen Besuch in der Stadt Freyung, die ganz früher
mal ein Steuerparadies gewesen sein muß.
So um 1000 n Chr war der Wald hier in der Gegend noch echter Urwald (siehe
auch die Legende von der Entstehung Waldkirchens) und die ersten Rodungen erschufen
eine Freyung - die Siedler machten also freien Platz.
Das wäre die eine Erklärung,
eine andere geht in Richtung frei im Sinne von gesetzlos. Aber
nicht so, daß hier früher lauter Verbrecher hausten nein,
dokumentarisch ist belegt, daß die Siedler hier einige Jahre keinen Zehnten
an den Grundbesitzer, sprich den Fürstbischof aus Passau, entrichten mußten.

Muß schon arg dunkel früher hier gewesen sein, die Freyunger haben
anscheinend viele Kerzen gebraucht. Niederbayrisches Wachskammerl da
kommt man als Ortsfremder einfach auf diesen Gedanken. Aber diese Firma besteht
erst seit 20 Jahren und hat sich darauf spezialisiert, nicht nur Kerzen, sondern
auch schöne Wachsbilder aus wärmebeständigem Spezialwachs herzustellen.
Doch zurück zu meinem ersten Gedanken: die Herstellung und der Vertrieb
von Kerzen war sicherlich nicht falsch. Denn knapp 3,5 km nördlich von
Freyung liegt Kreuzberg, dieser Ort war früher erst eine Zollstation des
Hochstiftes Passau am Goldenen Steig und hatte sogar das Marktrecht.
Und dort gab es eine Wallfahrtskirche, zu der teilweise bis zu 20 000 Pilger
kamen, um die Heilige St. Anna zu ehren oder um Hilfe zu bitten. Heute ist
Kreuzberg Ortsteil der Stadt Freyung und die früher große Bedeutung
der Wallfahrt hat sehr nachgelassen.

Freyung ist heute ein Luftkurort und im Winter ein ideales Plätzchen für
Schnee-Liebhaber. Der Bayerische Wald im allgemeinen und der Kreis Freyung-Grafenau
sind mit die schneereichsten Gebiete in Bayern. Dementsprechend haben die Freyunger
auch viele Loipen, schöne Abfahrten oder Rodelbahn für die Kleineren.
Im Sommer bietet die Stadt nicht nur wunderschöne Wandergelegenheiten
in den nahe liegenden Nationalpark, sondern auch für Wassersportler oder
Fahrradfahrer herrliche Rundwege und Ausblicke.
Wer jedoch dem alltäglichen Rummel und Verkehrsgewühl in den großen
Städten entgehen will, der hat in Freyung auch beste Gelegenheit dazu.
Mein Bild zeigt Ihnen einen Blick auf den ruhigen und gemütlichen Marktplatz
am Abend.
Die Fans der TV-Serie Forsthaus
Falkenau können dort bei einem leckeren Eis davon träumen,
daß sie vielleicht am nächsten Tag den Drehort im Wald finden. Aber
nur träumen, denn obwohl viele Szenen der Serie bei Freyung gedreht wurden,
das Forsthaus selber werden sie nie finden (das haben sich nämlich die
Münchner unter'n Nagel gerissen - nee, nee, nicht geklaut,
das originale Forsthaus bei Dietramszell in Oberbayern war halt drehmassig
am besten). Und den Ort Küblach aus der Serie wird auch kein Besucher
von Freyung finden, der ist nämlich frei erfunden. Apropos erfunden
und finden: sollten Sie in Freyung mal Urlaub machen und mit Einheimischen
ins Gespräch kommen, die Ihnen von einem Ort namens Howareid
erzählen, dann können Sie noch so viel durch die Wälder streifen,
Sie werden diesen Platz ohne Hilfe nicht finden.
Der Name Howareid ist mundsprachlich und bedeutet auf Hochdeutsch
Haferreuth, also ein ein fruchtbares Fleckerl mitten im gerodeten
Wald, wo Hafer angebaut wurde. Dieses Örtchen verbirgt sich hinter dem
Namen Annathal und ist eine Ehrung für die dortigen Bewohner.
Ich habe ja oben schon von der St. Anna-Wallfahrt nach Kreuzberg erzählt
im dreißigjährigen Krieg soll ein Mesner das Heiligen-Bild
vor den räuberischen Soldaten jeglicher Partei dort bei Howareid versteckt
haben und zum Dank gab es dann später die neue Benennung.

Wenn wir jetzt schon gedanklich im Woid sind, hier noch eines der
Ausflugsziele oder Wander-Highlights (neudeutsch) von Freyung die Buchberger
Leite. Das Bild ist übrigens 104 Jahre alt, hab ich Ihnen aus Das
Bayerland von 1894 rausfotografiert, selber hin zu marschieren fehlte
mir die Zeit.
Sie müssen sich det Janze
jetzt in grün vorstellen, es ist eine herrliche Schlucht zwischen Freyung
und Ringelai, da wo die Kelten hausten. Und noch richtig naturbelassen, für
aktuelle Landschaftsaufnahmen kann ich Sie nur bitten, den nachfolgenden Link
mal anzuklicken : http://www.ab-nach-bayern.de/ab-in-den-bayerischen-wald/wandern

Da finden Sie dann auch ein neues Bild vom Schloß Wolfstein, hier wieder
eine Aufnahme von 1894 aus Das Bayerland. Gleich links
vor Freyung, bin ich doch tatsächlich dran vorbei gefahren und hab es
nicht gesehen (ham die Freyunger wahrscheinlich gegen Preiss'n getarnt). Diese
s Schloß wurde schon im Jahre 1200 gebaut vom Fürstbischof Wolfker
aus Passau. Vermutlich anfänglich als Schutzstation am Goldenen
Steig und dann auch zum Aufenthalt für ihn selber. Ist übrigens
auch für Sie zum Besichtigen, es enthält ein Jagd- und Fischereimuseum
mit vielen interesannten Exponaten und dazu gehörigen Geschichten.

Bevor ich Freyung nun wieder verlasse Sie können gern noch ein
bisserl bleiben abschließend ein Bild vom Schramlhaus mitten in
der Stadt. Das ist eines der ältesten und gut erhaltenen Häuser,
erbaut um 1700 und hat ein typisches böhmisches Schopfwalmdach. Dort finden
Sie dann das Heimatmuseum mit einem umfassenden Überblick auf die alten
Wohnverhältnisse der Waldler und der Inneneinrichtung der
früheren Bewohner. Und so manches Besitzstück kann oder könnte
Ihnen von früher viel erzählen - die Glocken der Stadtkirche übrigens
auch. Diese schlagen jeden Sonntag um 8 Uhr früh, habe ich dem Internet
entnommen und erinnern damit an Der Sterb um Freyung.
In der längst vergangenen unsäglich schrecklichen Zeit, als Gevatter
Tod mit seiner Sense und seiner Begleiterin, der Pest, durch ganz Europa zog,
kam er auch in die Gegend um Freyung. Die Legende erzählt, von der gesamten,
damals sehr großen Pfarrei Freyung wurden fast alle dahin gerafft, nur
acht Personen blieben übrig. Bang schauten die Überlebenden nach
Lebenszeichen aus und eines davon war aufsteigender Kaminrauch. Später
sollen dann zwei der Übriggebliebenen erzählt haben, einer war aus
Schmiding und einer aus Winkelbrunn, daß bei ihnen des öfteren ein
kleines Vöglein ans Fenster gekommen sei und gesungen habe eßt's
nur brav Ehrenpreis und Pimpernell, dann bleibt's gesund, sterbt's nöt
so schnell (Ehrenpreis und Pimpernell sind alte Heilkräuter). Beide
hätten den Rat befolgt und so wären sie am Leben geblieben.
Und wenn ich jetzt nicht bald was zum Beißen bekomme, seh ich auch alt
aus, also ab in Richtung Grafenau,
meiner nächsten Station auf der Bayer-Wald Tour und ein schönes Abendessen
gesucht. Ich hoffe, wir treffen uns dann dort wieder.
Bis zum nächsten Mal, ob persönlich oder nur hier auf meinem Reiseführer,
ganz liebe Grüße und alles Gute
Ihr Jörg W. Lohfink vom oder als Flughafentransfer München
©® J.W.Lohfink |