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Stadt Waldkirchen mit dem Dom des Bayerischen Waldes
Ein freundliches Hallo zu meinen Fahrgästen, die einen Stopp meiner zweitägigen
Fahrt durch den Bayerischen Wald zu einem detaillierten Besuch der Stadt Waldkirchen
nutzen.

Für zufällig gleich auf diese
Seite gekommene Besucher eine kleine Einführung: Sie
sind auf der Seite Stadt Waldkirchen von Mietwagen Lohfink gelandet.
Mein Name ist Jörg W. Lohfink und
ich fahre in der Hauptsache als Flughafentransfer München Gäste vom
und zum Flughafen Franz-Josef-Strauss in alle Ecken Bayerns und darüber
hinaus. Dabei zeige ich gern hübsche Orte und versteckte Juwelen der bayerischen
Geschichte, Kunst und Architektur, die man sonst nicht gleich findet. Heute
mache ich im Anschluß an eine Tour nach Passau zu den Donaukreuzfahrten
einen Besuch in Waldkirchen, die Stadt mit dem Dom des Bayer Waldes,
wie man früher die Marktgemeinde, heute Stadt, nannte.

An der alten Stadtmauer findet man schnell einen Parkplatz und dann kann man
den Ort gut zu Fuß erkunden. Wir befinden uns hier auf altem historischen
Gelände, so ca 1200 rum wurde der Markt Waldkirchen, 1972 zur Stadt erhoben,
erstmalig in Kirchenpapieren erwähnt. Zu dieser Zeit muß der im
Nationalpark Bayerischer Wald noch zu sehende Urwald auch diesen Berg und die
umliegenden Täler bedeckt haben. Denn der Name Waldkirchen sagt uns ja,
da war eine Kirche im Wald.

So wie die heutige sah sie sicherlich nicht aus, aber laut der Legende wurde
damals wirklich ein Kirchlein in dem undurchdringlichen und unwegsamen Wald
gebaut und zwar von einem Ritter. Dieser soll sich auf der Jagd total verirrt
und erst nach einem Gelübde, wenn ihm von oben geholfen werde, an Hand
des Glockenklanges der Hutthurmer Kirche (nahe bei Aicha am Wald nördlich
von Passau, Luftlinie ca 15 km) wieder aus dem Wald herausgefunden haben.

In einer Nische im Haus gegenüber der Kirche steht dieser Herr,
ich nehme an, die Statue stellt Johannes den Täufer dar. Und dieser schaut
sehnsüchtig hinein in den gotischen Dom des Bayer Waldes,
wie die Kirche 1895 beschrieben wurde.

Schon beim Einblick von den Stufen vor dem Tor fällt auf, daß ein
kleiner Stilbruch vorhanden sein muß gotische Bauten verjüngen
sich auch im Inneren und schließen dann ab. Das ist anscheinend hier
nicht oder nicht mehr der Fall, die Decke des Kirchenschiffes ist ganz eben.

Die Augen des Betrachters werden zuerst von dem Deckenschmuck vor dem Altarraum
angezogen, von der Weite wie ein Adler aussehend, doch bei näherem Betrachten
eine schlichte, doch sehr schöne Darstellung der Trinity.

Auch der Altar selber mit seiner einfachen, doch eindrucksvollen Gestaltung
zieht nicht nur den Betrachter in seinen Bann, sondern strahlt auch eine Ruhe
aus, die den Raum und die Seele des Besuchers erfüllt.

Der Altarraum selbst und die ganze Kirche wird trotz der schön bemalten
Kirchenfenster gut beleuchtet. Die beiden Fenster mit schönen Glasbildern
habe ich Ihnen mal aufgenommen, wenn Sie sie in voller Größe sehen
möchten, dann bitte drauf klicken (sind gelinkt).

Das muß früher ein wenig anders gewesen sein, denn ich zitiere hier
mal einen Text aus Das Bayerland von 1895: Kein Fremder wird
wohl die Besichtigung der in reinstem gotischen Stile erbauten Pfarrkirche
versäumen. Vom Hauptportal führt ein terassenförmig angelegtes
Treppenhaus zum inneren Mittelportal. Prächtig gemalte Glasfenster verbreiten
im Innern jenes magische Halbdunkel, welches die Seele an gottgeweihten Stätten
in geheimnisvoller Weise zur Andacht stimmt.

Und hier ist vielleicht ein Symbol der Erklärung für das heutige
helle Erscheinungsbild des Gotteshauses und zugleich ein Hinweis auf die Geschichte
des Marktes Waldkirchen. Dieser Gobelin hängt auch in der Pfarrkirche
und zeigt den Markt in hellen Flammen stehend. Und in der Tat, Waldkirchen
ist in seiner fast 900jährigen Geschichte sechsmal total ab- oder niedergebrannt
worden. Letztmalig am 26. April 1945 durch starken Beschuß amerikanischer
Truppen. Dabei sind sicherlich die alten Glasfenster alle zu Bruch gegangen
und die heutigen geben mehr Licht ins Innere als früher.

Von den früher sicherlich vorhandenen Kirchenschätzen ist anscheinend
hier diese Reliquie auch eines der letzten Überbleibsel. Den größten
Teil werden sicherlich 1632 die Schweden an sich gerissen haben, als sie Waldkirchen
eroberten.

Wunderschön anzusehen auch dieser kleine Schrein mit der Mutter Gottes
im rechten Seitenschiff. Dieses ist etwas dunkler und da fällt dann der
Schrein durch seine Beleuchtung auf und zieht den Besucher fast magisch an.

Hier noch ein Bild von, ich vermute mal, Petrus als Herr der Himmelsschlüssel.
Diese fast mannsgroße Statue steht in dem oben erwähnten Treppenhausaufgang
und könnte fast eine Erinnerung an alte Zeiten sein vergiß
nicht, die Tore abzuschließen! - das hatte ich nämlich anfangs
bei der Stadtmauer vergessen zu erwähnen: Marktkirchen war im Mittelalter
von starken Ringmauer und festen Türmen umgeben. Sie soll so massiv gewesen
sein, daß drei Fürstbischöfe von Passau ihr Vermögen dafür
hergeben mußten.
Aber das war auch notwendig, denn Waldkirchen war von Passau
aus die erste Station am Goldenen Steig, wie der mittelalterliche
Saumhandelsweg genannt wurde, bei der die Salzhändler in Richtung Böhmen
ihre Ladung abladen und ihre Pferde als auch sich erholen konnten. Dafür
gab's dann natürlich klingende Münze für die Stadt
und den Fürstbischof als obersten Herrn derselben und wo's Kohlen
zu holen gibt, da gab's und gibt's ja auch heute noch böse Buben. Damals
kamen diese aus Böhmen und nur die starken Mauern der Stadt hielten diese
räuberischen Scharen ab.

Von den Stufen der Pfarrkirche aus bietet sich schon ein schöner Anblick
auf den Marktplatz der Stadt. Schauen Sie mal schnell nach links, da ist der
Herr von oben. Und wenn Sie ein bisserl genauer auf die Mitte vom
Marktplatz schauen, da erkennen Sie vielleicht die vergoldete Marienstatue
auf der Säule.

An dieser Säule müßte, falls sie noch die Originalsäule
wäre, eine Inschrift stehen das kann ich aber nicht sagen, denn
soweit bin ich bei meinem Spaziergang nicht mehr gegangen. Ich vermute auch,
es ist nicht mehr die ursprüngliche Säule, denn diese hat vor 104
Jahren noch einen anderen Standort gehabt. Ich zitiere wieder aus Das
Bayerland 1895: in der Mitte des Marktplatzes erhebt sich ein Monumentalbrunnen,
mit einer Muttergottestatue gekrönt. Eine Inschrift an der Säule
gedenkt in dankbaren Worten der Grafen von Saßbach, welche im Jahre 1513
den jetzigen Marktbach hereinleiten ließen, nachdem 1492 der ganze Makrt
infolge Wassermangel ein Raub gieriger Flammen geworden.
Über diese Brandserie in Waldkirchen soll es auch eine Legende geben.
Einst war eine Zigeunerin im Ort und als sie diesen verlassen wollte (sollte?)
verweigerten ihr die Bürger die Benutzung der Postkutsche. Daraufhin soll
sie den Markt mit einem Fluch belegt haben. Damit das nie wieder passieren
kann, haben die Waldkirchener jetzt beim neuen Brunnen ein altes Ortsbild einmontiert,
so daß das Wasser weiß, was seine Pflicht ist.

Ist Ihnen auf dem Bild davor mit dem Brunnen rechts der Eckensteher
aufgefallen? Nein? Na dann zeige ich Ihnen den Jungen noch mal
größer.

Er trägt auch noch die Inschrift Der ewige Hochzeiter - da
habe ich jetzt ganz schön rumwühlen müssen um herauszufinden,
was es damit auf sich hat. Das ist nämlich ein ganz harter Bursche,
aus Granit geboren und diente früher dazu, die Pferdefuhrwerke
daran zu hindern, diese Hausecke zu rammen (eher ging dann ein Rad entzwei).
Und weil er so dicht an der Kirche stand und so auch bei jeder Hochzeit dabei
war, nannten die Waldkirchner ihn den stonan Hans Nachdem der arme
Kerl nun seit ca 250 Jahren immer so allein war und bei den Hochzeiten nur
zugucken durfte, bekamen die Waldkirchner Mitleid mit ihm. Eigentlich schon
viel früher, aber es dauerte halt, bis man eine passende Frau für
ihn fand. Erst 1972 zur Stadterhebung fand sich für ihn eine Gretl

die ihm ein ansässiger Bildhauer dann gegenüber hinstellte. Mit Sicherheitsabstand,
denn dat Berühren der Fijüren mit die Pfoten ist verboten
- sonst machen die beiden noch heimlich ein Techtelmechtel und sind dann bei
Nacht und Nebel plötzlich weg.
Letzteres muß ich aber wieder, meine (anderen Internet-) Fahrgäste
auf der 2-Tages-Tour durch den Bayerischen Wald warten schon und wollen weiter
nach Freyung.
Wenn Sie Lust haben, kommen Sie auch mit dorthin oder fahren erst
mal die ganze Bayer Wald-Fahrt durch (je nachdem, wo Sie bei mir eingestiegen
sind).
Sie könnten natürlich auch in Waldkirchen mal Urlaub machen, ist
ein hübsches Städtchen mit vielen Freizeitmöglichkeiten. Mehr
Infos finden Sie auch auf der eigenen Stadt-Seite
www.waldkirchen.de
Und ich sag ade !
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Bis bald, ob persönlich oder nur hier auf meinem Reiseführer, ganz
liebe Grüße und alles Gute
Ihr Jörg W. Lohfink vom oder als Flughafentransfer München
©® J.W.Lohfink |