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Der Bayerische Wald
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eine 2-Tages-Tour von Waldkirchen
über Freyung,
Grafenau,
Spiegelau, Rinchnach,
Zwiesel,
Neukirchen
bei Heiligen Blut, Furth
im Wald und Cham
Jesses na, scho wiada a Preiss' haben die Straubinger g'sagt, als unsere
Frau Merkel vor kurzem das Städtle heimsuchte und dann auch noch neben
ihrem Hofstaat 'n paar Ausländer anschleifte.
Ha, det mach' ick viel öfter, aber ick darf det, bin ja jetze ooch 'n
Bayer (durch Heirat -grins).
Die, die mir schon kenn'n, wissen schon, wer hier das schöne Bayern zeigt,
für Neuankömmlinge eine kleine Vorstellung: Sie sind auf der Webseite
von Jörg W. Lohfink gelandet, waschechter gebürtiger Berliner und
seit 1973 in Bayern. Seit rund 12 Jahren bin ich als Callboy zu
haben, deswegen heißt meine Firma auch Mietwagen Lohfink, denn nur mit
Auto kriegen Se mir und denn juckel ich, meist vom
Flughafen Franz-Josef-Strauß in München, quer durch die bayerischen
Gefilde deswegen nennt sich die Seite auch Flughafentransfer München.
Und wer ein bisserl Zeit mitbringt und nicht nur so schnell als möglich
irgendwo hin will, dem zeige ich den wirklich wunderschönen Freistaat
Bayern auch von den Seiten, die man nicht von Autobahnen her sehen kann. Die
heutige Fahrt, übrigens ein 2 Tages-Trip, bringt uns in den Bayerischen
Wald, auch Bayerwald oder von den Eingeborenen nur einfach Woid
genannt.

Doch bevor wir in media res gehen, erstmal für die Auswärtigen
ein paar Hinweise, wo der Bayerische Wald eigentlich genau liegt. Ja, ja, ick
hab det janz jenau jehört in Bayern! Hinten links, wa? Wer jetzt
die Ecke um Waldsassen
rum meint, hat schon daneben getippt das ist nämlich der Oberpfälzer
Wald. Und wer eventuell glaubt, hinter Garmisch-Partenkirchen
so bei Mittenwald
(heißt doch mitten im Wald) der liegt auch falsch, det is
Oberbayern.
Also, dann steigen Sie mal ein am Flughafen und fahren mit mir los, so wie
meine amerikanischen Gäste neulich. Die wollten nämlich nach Passau,
zu einer Donaukreuzfahrt mit der MS Mozart und so ging es auf die Autobahn
Richtung Landshut
Dingolfing-
Straubing.
Am Kreuz Deggendorf, links geht's da nach Regensburg
und Nürnberg,
rechts nach Passau, kommt schon ein großes Hinweisschild Bayerischer
Wald.

Und damit haben wir schon mal die äußere Begrenzung, der Bayerische
Wald liegt hinter einer Linie Regensburg Deggendorf Passau. Sieht
recht hügelig aus, aaber, später stellte ich fest, es geht von 0
bis auf 1800 m hoch und runter. Die Skifahrer unter Ihnen kennen sicher den
Großen Arber, das ist der höchste und schneereichste
Berg dort. Doch dazu ein bisserl später. Erst mußte ich ja noch
meine Gäste in Passau rausschmeissen. Falls Sie dort mal eine
schöne Nacht mit südlichem Flair verbringen wollen, kann ich Ihnen
das Hotel Residenz direkt an der Donau empfehlen, gleich rechts neben dem blauen
Häuschen.

In Passau hatte ich einen Prospekt über die Glasstraße
gesehen, die von Passau aus über Waldkirchen, Freyung,
Grafenau,
Spiegelau, Rinchnach, Zwiesel, Bodenmais, Neukirchen bei Heiligen Blut nach
Furth
im Wald führt(e). Von dort war es
dann über Cham
und Straubing wieder ein Katzensprung (von knapp 300 km) nach Hause,
also wollte ich mir diese Straße mal anschauen. Wenn Sie
Lust haben, zum Mitfahren, dann geht's jetzt los. Wer sich die oben genannten
Orte dann näher zu Gemüte führen möchte, bitte den jeweiligen
Ortslink selber oder im Wegweiser links benutzen.

Von Passau nach Freyung
sind es nur knappe 40 Kilometer, doch genau in der Mitte der Strecke kommt
ein Hinweisschild Waldkirchen - rechts ab, knappe 10 km. Waldkirchen
ein Ort im Wald mit 'ner Kirche, also erst mal rechts abgebogen. Und
schnell bietet sich das obige Bild, eine hoch aufragende Kirche, drum herum
hübsche kleine Häuser, nur der erwartete Wald ist ein bisserl mickrig.

Aber die erste Waldlerin hat mich dann dafür mit ihrem Anblick
entschädigt. Was es dann sonst noch in Waldkirchen zu sehen gibt, können
Sie sich dann auf meiner speziellen
Ortsseite ansehen, die allgemeine Bayerwald-Seite
würde sonst zu lang werden.
Die nächste Station sollte Freyung werden, aber da gab es erst mal ein
kleines Problem mit meinem Navi. Eingestellt war kürzeste Strecke
und so lotste es mich brav über die Bundesstraße, die sicherlich
die schnellste Strecke gewesen wäre. Über ein ganz niedliches Dörfchen
namens Schiefwegsollte es über Sickingen gehen, nur war dann
die angezeigte Abbiegung ein Forst- und Landwirtschaftsweg und geradeaus weiter
war ich, schwuppdiwupp, schon wieder in Waldkirchen.
Gibt's doch nicht, sagte ich mir, nochmal das gleiche Spiel, wieder der Forstweg.
Also einen Waldler in Schiefweg gefragt - jo, der Forstweg
führt auch in Richtung Freyung, aber die richtige Abbiegung ist 100 m
weiter - ganz geschickt getarnt übrigens.

Nach knapp 20 Minuten ist man dann schon in Freyung, hier sehen Sie mein Schiff
schon stehen. Obwohl mich der Gasthof mit angenehmen Preisen verlocken wollte,
war mein Aufenthalt nur kurz. Ein kleiner Spazierganz zur Kirche, ein Blick
auf den Marktplatz (Bilder und Ausführlicheres auf der speziellen Freyung-Seite)
und dann ging es weiter. Die Turmuhr zeigte nämlich schon 20 Minuten nach
Sieben an und bis Grafenau wollte ich es noch schaffen.

Von Freyung
nach Grafenau sind es nur 20 km, aber fast genau in der Mitte, bei Hohenau,
gibt es ein sehr interessantes Hinweisschild Keltendorf. Diese
alten bayerischen Vorfahren haben mich schon immer interessiert, doch schon
zur Abendzeit nach rund 260 km über Passau, Waldkirchen und Freyung war
ich schon rechtschaffen müde und bin nur noch weiter bis Grafenau-Lichteneck.
Das Bild vom Blick auf Ringelai, wo das Keltendorf liegt, schon mal vorab als
kleiner Vorgeschmack. Wer dann aber wie ich auch einen Mordshunger hat, dem
kann ich nur dieses Haus hier empfehlen:

Das ist der Knödelweber
in Lichteneck, dieser Wirt trifft sicherlich jeden Geschmack. Knödel jeglicher
Art sind die Spezialität des Hauses, verfressen wie ich bin, hab ich mir
ein Waldler-Schnitzel bestellt. Ick sach Ihnen, ick hätt' mir reinlegen
(oder drauflegen) können, ein Schnitzel, fast so groß wie der ganze
Teller. Die Bratkartoffeln und Champignons haben sich ein ganz kleines Plätzchen
teilen müssen, war'n richtiges Jedrängel auf der Platte,
bis ich mit der Gabel kam. Das Schnitzel wie gesagt riesengroß, der Preis
angenehm klein und dann blieb ich gleich über Nacht, denn 25 Euro mit
Frühstück, das muß man in Oberbayern mit der Lupe suchen.

Mit Erlaubnis von dem unheimlich netten Wirt habe ich Ihnen hier ein Luftbild
von seinem Anwesen gemacht (abfotografiert, fliegen kann ich noch nicht), falls
Sie mal ein schönes Plätzchen zum Urlaub machen suchen. Hinten große
Sonnenterasse, rundherum Landschaft, schön ruhig, Zimmer angenehm groß
und voll ausgestattet und ein idealer Ort zum Wandern, Biken oder Ausruhen.
Letzteres genoß ich selber und dann ging es am nächsten Morgen zum
Keltendorf bei Ringelai.

Sind so knapp 10 km, für Fahrradfans ideal, geht fast nur abwärts
(aber hinterher wieder zurück...., na ich dank schön). So, wie Sie
das Dorf auf dem Bild sehen, hat man es natürlich nicht gefunden, als
man vor einiger Zeit eine Straße durch die Gegend zog. Nur die Grundrisse
und ein paar andere Reste. Doch die Waldler haben sich anhand alter Beschreibungen
die Mühe gemacht, das Keltendorf wieder so zu errichten, wie es einmal
ausgesehen haben muß. Mehr kann ich Ihnen nicht zeigen, die Kelten sind
wegen der Kält'n im Bayerischen Wald nie vor 10 Uhr morgens
aufgestanden, das Dorftor war geschlossen. Also nur eine Außenaufnahme
um 8 Uhr morgens und dann weiter nach Grafenau.

Und jetzt sind wir schon richtig im Woid, hier ein Blick vom Steinberg
auf die älteste Stadt im Bayerischen Wald, Grafenau. Wird auch die Säumer-Stadt
genannt, hat aber nix mit rumtrödeln oder so zu tun. Und versäumen
tun die Grafenauer auch nichts - Säumer nannte man früher
die Salzhändler, die einst von Salzburg kommend hier Rast machten auf
ihrem Handelsweg in Richtung Nürnberg oder noch weiter.

In Grafenau tanzt der Bär, wer's nicht glaubt, hier ein Bild. Was es mit
dem Bären in Grafenau und in der Umgebung zu tun hat, auch wieder mehr
auf der
speziellen Grafenau-Seite. Doch soviel
hier noch: von Grafenau aus können Sie sehr schnell direkt in den Nationalpark
Bayerischer Wald fahren oder wandern und dort gibt's noch Tiere in freier Wildbahn,
die Sie sonst nur im Zoo sehen können. Sogar Bären soll es wieder
geben und die werden dort nicht abgeschossen, höchstens Saubären,
die ihren Müll im Woid liegen lassen wollen.

Noch ein kurzer Blick auf den Marktplatz von Grafenau und weiter geht's in
Richtung Zwiesel. Wir sind jetzt übrigens schon auf der sogenannten Glasstraße,
an der in vielen Orten früher Glas hergestellt und auf den Weg nach Norden
gebracht wurde. Der Bayerische Wald liegt ja direkt an der Grenze zum ehemaligen
Böhmen drüben heißt die fast genauso aussehende Gegend
dann Böhmer Wald und böhmisches Glas war im Mittelalter heiß
begehrt an allen Fürstenhäusern Europas. Daß darunter dann
sicherlich die Hälfte vom Bayerischen Wald kam, war den Käufern wurscht,
Hauptsache es war Glas.

Hier sehen Sie, wie Glas aussieht, wenn es schön heiß ist. Wir sind
jetzt nämlich schon in Spiegelau, wo es noch eine große Glashütte
gab. Ich sage ganz bewußt gab, denn laut den neuesten Nachrichten
bangen zur Zeit in Spiegelau und Umgebung rund 500 Familien um ihre Arbeitsplätze.
Die dortige Glashütte, die ich noch besuchen konnte, war von einer österreichischen
Firma vor Jahren aufgekauft worden und soll jetzt dicht gemacht werden.

Doch so heiss, wie dieses gläserne Kreuz nach Wegnahme der Form ist, wird
nichts gegessen oder in die Hand genommen. Und vielleicht geht auch dieses
Kreuz vorüber an den Spiegelauern, wenigstens in so harter Form.

Die Waldler sind nämlich hart im Nehmen und zäh, die
lassen sich so schnell nichts wegnehmen. Mit Ausnahme der selbst herstellten
Produkte, wie Sie hier auf dem Bild sehen können, wunderschöne Glasarbeiten.
Dürfen Sie jederzeit weg- und mitnehmen, gegen Bares natürlich. Die
Weingläser sind Liebhaberstücke, sehen irgendwie ein bisserl klobig
aus, aber einen Klang haben die beim Anstoßen, können Sie sich nicht
vorstellen. So wurden schon vor 500 Jahren die Weingläser gemacht und
halten viel länger als die Industriegläser. Die anderen Schmuckstücke
davor sind aus Glasscherben und sehen aus, wie das weltberühmte
Murano-Glas.

Hier noch ein Bild auf fleißige Waldler, Vater und Sohn Köck
von der Firma Glasscherben Köck mit Mitarbeitern aus Riedlhütte,
liegt nur 1,5 km von Spiegelau entfernt (Info unter
info@glasscherben-koeck.de). Diese Familie
hat eine Studio-Glashütte
dort und machte, als ich in Spiegelau war, Samstags in der großen Glashütte
Schauvorführungen. Dieser Familienbetrieb hat sich darauf spezilisiert,
aus Abfallprodukten der heimischen Glasindustrie (daher Glasscherben..)
wunderschöne Unikate mit herrlichen Farben zu gestalten.
Und mit ein bisserl Glück und Hilfe,
vielleicht auch vom bayerischen Staat, werden die Köcks bald in Spiegelau
wieder tätig werden und eventuell auch einige Arbeitsplätze retten
können. Wenn die Ösi's meinen, mit dem Dichtmachen der
Spiegelauer Hütte gibt's keine Konkurrenz mehr na, die werden sich
wundern!

Apropos wundern wundern Sie sich nicht, wenn urplötzlich im Bayerischen
Wald Straßen gesperrt sind. Ich wollte Ihnen jetzt Zwiesel zeigen, aber
auf der Strecke waren urplötzlich Bauschilder und nix ging mehr, nur noch
ab nach links. Und als lange Strecken Fahrender muß ich sagen, die Straßen
im Bayerischen Wald sind wunderbar ausgebaut und doch idyllisch. Die Strecke
von Spiegelau nach Zwiesel wurde auch grad neu gerichtet, also dann die Umleitung
über Regen genommen. Die Bundesstraße ist recht befahren und so
war ich schnell an einer Ausfahrt vorbei, die zu dem Ort auf dem vorigen Bild
führte. Die Kirche sah so wuchtig und das Ortsensemble so nett aus, daß
ich einfach nochmal umkehren mußte. Das ist der Ort Rinchnach.

Dort gibt es eine ehemalige Benediktinerabtei, die vom Heiligen Gunther gegründet
wurde. Was, Sie kennen den Gunther nicht? Einer der ersten Straßenbaumeister
von Bayern, er hat den Gunther-Steig gebaut. Kennen Sie auch nicht? Na ja,
Sie sind ja auch 'n Preiss' und noch jung an Jahren.
Der Gunthersteig war die erste Straße
vom Land an der Donau durch den Nordwald bis nach Böhmen hinüber,
wurde und wird heute noch Goldener Steig genannt. Wer nun mehr
davon wissen möchte, auch hier wieder eine spezielle Seite über Rinchnach.

Nur ein kleiner Vorgeschmack, was Sie dort erwartet: hier ein Blick ins Kirchengewölbe,
die Bilder und die Innenausstattung dieser bedeutendsten Barockkirche im Bayerischen
Wald sind einen Aufenthalt wert.

Was Sie jetzt hier sehen, ist Regen (in geballter Form, nachdem er gefallen
ist grins).
Das ist der Fluß Regen, der den
östlichen Teil des Bayerischen Waldes mit ca 170 km Länge durchfließt
und dann die Donau verstärkt. Wassersportliebhaber können auf diesem
stundenlang Bootchen fahren.
Eigentlich gibt's fünf Regen, erst
den von janz oben, dann den Weißen Regen, kommt vom kleinen
Arbersee runter und den Schwarzen Regen, der bei Zwiesel los
läuft. Aber bevor der Schwarze Regen kommt, braucht
er noch den Kleinen Regen (vom Fuße des Großen
Rachel - det is'n Berg da in der Gegend) und den Großen Regen
aus dem Böhmerwald. Janz schön naß, die janze Jegend, wa?
Und vor lauter Regen hab
ich die Stadt Regen, am Fluß gelegen, ganz verpaßt und war schneller
durch als gedacht. Na, macht nix, beim nächsten Mal (nehm ick 'n Regenschirm
mit).

Du liebes Lieschen, wie seh'n denn die Eingeborenen hier aus? Zwiesel stand
am Ortsschild und das erste, was mir auffiel, war dieses Haus. Museum oder
Geburtshaus? Woipertinger, das sind doch die Fabeltiere Bayerns, in Oberbayern
schon längst ausgestorben, hier gibt's also noch welche.

Nein, das ist keine Woipertingerin, sondern eine ganz liebe Verkäuferin
der Bärwurzerei
Hieke in Zwiesel, der auch die Fabeltier-Schau
gehört. Und damit jeder endlich mal weiß, was ein Bärwurz ist,
hab ich mir das zeigen lassen.
Bärwurz ist nicht die Schwanzwurzel
von bayrischen Bären, sondern eine Wurzel, die aber bärenartige Haare
hat. Und wenn man dieses Wurzelchen in Alkohol reinlegt, dann gibt es nach
einiger Zeit ein Lebenswässerchen, da würden die Schotten
neidisch mit ihrem Whisky. Bärwurz kann man vor, zu und nach einer Mahlzeit
trinken und selbst nach einigen Gläschen hat man keine Birne
- vielleicht 'n kleenen Affen.

Ein Wahrzeichen von Zwiesel ist die große Kirche, bekannt ist Zwiesel
auch als Luftkurort, berühmt durch das Zwieseler Glas früher und
wer darauf einen heben will, der muß verflixt aufpassen und schnell sein
die machen dort ein Bier, das verdampft.

Keine Sorge, war nur ein Spaß von mir. Rund eine Stunde hab ich mich
in Zwiesel rumgetrieben und etliches gesehen, beileibe nicht alles. Zwiesel
ist eine schöne kleine Stadt, ideal für einen erholsamen Urlaub und
mit vui drum herum - wer mehr wissen möchte, einfach wieder
die
spezielle Zwiesel-Seite noch anschauen.
Alle anderen fahren gleich weiter jetzt mit mir, denn wir haben noch viel vor
heute, Furth am Wald will ich Ihnen noch zeigen und Cham.

Auf dem Weg von Zwiesel nach Furth im Wald springt einem förmlich
dieses Bild ins Auge. Beim Näherkommen heißt das Ortsschild dann
Neukirchen bei Heiligen Blut. Nu ja, neue Kirche ist ja übertrieben,
sieht schon ziemlich alt aus. Und Heiligen Blut, das klingt arg
katholisch.

Auf dem Marktplatz des kleinen Ortes war dann anscheinend eine bildliche Erklärung
auf dem Brunnen, eine wüste Gestalt geht mit dem Schwert auf Maria los.
Nun war ich zwar der Meinung, die Bibel en gros zu kennen, aber davon hatte
ich noch nie was gehört. Also stoppte ich in Neukirchen und machte mich
ein bisserl schlau. Für die Interessierten unter Ihnen hier die Neukirchen-Seite,
wir anderen fahren weiter nach Furth im Wald.

Hier liegt die Stadt schon vor uns. Die Furt kann ich Ihnen nicht zeigen, den
Wald sehen Sie im Hintergrund (und wer meine frühere Seiten von Furth im Wald
schon gelesen hat, der weiß, daß es hier noch was ganz Grausliges
gibt) und einen ganz berühmten Einwohner sehen Sie jetzt:

Wie Sie sehen, die Stadt hat nicht nur Bürger, sondern auch Drachen, Ritter
und Souvenirläden. Letztere natürlich für die Touristen, die
Einheimischen haben jeder einen eigenen Drachen daheim grins. Nein,
nein, so wuid sind dort weder Mander- noch Weiberleut. Ganz liebe
Mitmenschen, die Further. Und ein Spaziergang durch den Ort macht richtig Freude,
viele alte Sachen zum Anschauen.

Nur ein kleines Beispiel für die Eiligen unter Ihnen, hier der Burghof.
Rechts ist dann das Stadtmuseum mit dem echten Drachen und vielem mehr. Wenn
Sie in Furth am Wald eine kleine Pause einlegen möchten, hier die spezielle Seite
dafür, ansonsten geht's gleich weiter
nach Cham. Will ja heute noch heim, damit Hund und Frau nicht bald Onkel
zu mir sagen.

Auf herrlichen Strecke in Richtung Heimat werden wir bald Cham
erreichen, liegt von Furth im Wald ca 20 km entfernt in Richtung Straubing
München (bis München sinds dann n u r noch knapp 180 km).
Aber jetzt muß ich Sie wieder warnen, Cham liegt so an der Grenze zu
Niederbayern und die sind manchmal a bisserl hinterfotzig - sie
tratzen gern die Auswärtigen. So auch mich, denn

so präsentiert sich Cham, wenn man von Furth im Wald kommt. Und kurz vor
der Stadt gibt's dann ein schönes Hinweisschild Chammünster.
Nun, das sieht man ja schon auf dem Bild, also nix wie hin zum Münster.
Tja, wenn man dann nicht aufpasst ( so wie ich ! ), landet man zuerst in einem
Industriegebiet namens Chammünster. Also zurück auf die Bundesstraße,
richtige Ausfahrt genommen, aha, da sind sie ja, die beiden großen Türme.

Aber das ist nicht Cham das ist ein eigener Ort und heißt Chammünster.
Hat ooch 'n Münster, aber Cham isset nich. Na ja, wenn wir schon mal hier
sind, dann gucken wir uns auch mal um, soviel Zeit hab ich noch.

Gut, wer nicht in die Kirche will, kann erst mal zur Brauerei gehen, wir kommen
dann nachher nach. Wir anderen schauen mal in das Münster hinein.

Ein schönes Gotteshaus, nicht überladen, doch wunderschön eingerichtet.
Und beim Eintritt fällt der Blick zuerst auf dieses Schild, was ich sehr
sehr gut finde:

Die zwei nachfolgenden Bilder zeigen Ihnen einen Seitenältar und einen
herrlichen alten Gobelin, Sie müssen aber auf die Bilder klicken, wenn
Sie sie größer sehen wollen.
 
Und abschließend zeige ich Ihnen noch, was mit denen in Chammünster
passiert, die bei jeder Kollekte Hosenknöpfe in den Klingelbeutel geworfen
haben. Die kommen alle hinter Gitter !

Spaß beiseite, den Hinweis auf das Beinhaus, übrigens in zwei Abteilungen,
eine nur für Knochen und ein Raum für die Schädel, hatte ich
von einer jungen Anwohnerin erhalten. Interessanterweise war und ist der Friedhof
groß genug und da wäre bestimmt auch noch mehr Platz. Also habe
ich eine alte Dame bei den Gräbern höflich gefragt, was es mit dem
Beinhaus auf sich hat. Sie erklärte mir, daß alle Gebeine, die beim
Aushub neuer Gräber noch zum Vorschein kommen, dort dann neu eingebettet
werden. So ist dann die Gemeinde wieder versammelt.
So, wir sind auch wieder alle versammelt, die Durstigen, die Frommen und die,
die noch weiter wollen ja? Also dann auf ins richtige Cham kleine
Korrektur: das neue Cham, denn wie ich aus alten Schriften gesehen habe, war
erst Chammünster da und später wurde das heutige Cham gebaut.
.

Hier beim ehemaligen Spital in Cham stellen wir den Wagen ab und los geht's
zu Fuß in die alte und oft heiß umkämpfte Stadt vor dem Bayerischen
Wald. Sie erinnern sich an das obige Bild? Links ein hoher Turm, rechts zwei
Türme wie ein Münster, also, dann schauen wir uns das mal an.

Also das hier ist die Spitalkirche, die hat nur einen Turm. Ist aber sehr schön
innen und auch interessant, wer mehr davon sehen möchte, bitte die spezielle
Cham-Seite
von mir nachher besuchen. Auf dieser Webseite machen wir nur einen schnellen
Spaziergang durch die Stadt, sonst wird's zuviel.

Nach etlichen Schritten durch die alten Straßen der Stadt taucht er endlich
auf, der linke Turm auf der Stadtansicht. Das ist die Klosterkirche
Maria Hilf des Benediktinerinnenklosters. Aber anscheinend ist
die Kirche a bisserl baufällig, sie war geschlossen und an den Mauern
waren so ulkige Schrauben

wahrscheinlich werden die Wände durch Streben innen zusammen gehalten.
Ja, ja, beten hilft nicht immer, manchmal müssen auch die Ingenieure mit
ran. Apropos ran, wo sind denn nur die zwei Türme geblieben,
die ich bei der Anfahrt auf Cham gesehen habe. Mein lieber Mann, diese Niederbayern
sind gut im Versteckerlspielen.

Ah, da ist ja wieder einer aber nur einer! Jetzt haben wir die Erlöserkirche
gefunden, ein evangelisches Gotteshaus in Cham. Doch was ist das, dahinter
? Zwei Türme, also das muß das Münster sein.

Mein lieber Herr Gesangsverein, ein riesiges Bauwerk, bis man zur Kirche kommt,
marschiert man erst mal an einer Klosteranlage vorbei, da sind ja oberbayrische
Klöster wie Ettal oder Rottenbuch fast klein dagegen. Es ist ein ehemaliges
Redemptoristen-Kloster, die Gebäude werden von der VHS und vom Roten Kreuz
genutzt, die Kirche ist für die Gläubigen offen.

Sollten Sie schon mal die Seite Gars
am Inn mit dem dortigen Redemptoristenkloster
und seiner Kirche besucht haben, dann werden Sie sich in Cham unheimlich wundern.
Der Innenraum dieses Gotteshauses ist gänzlich unterschiedlich zu Gars,
vielleicht waren hier neumodische Brüder am Werk beim Bau.

So, nun haben wir vom Anfahrtsbild den linken und die zwei rechten Türme
von Cham gefunden, also können wir wieder weiterfahren. Aber nein, was
ist das? Noch'n Turm? Den hab' ich weder bei der Anfahrt noch vorher gesehen.
Also diese Chamer haben's schnell noch einen hingestellt, wa?

Rechts um die Ecke rum und schon sind
wir da, am Marktplatz mit dem Rathaus und der Pfarrkirche St. Jakob. Achten
Sie mal drauf, das Rathaus ist mit der Kirche zusammengebaut. Da gab's früher
keine Ausreden für den Stadtrat oder Bürgermeister wer nicht
zur Messe erschien, den holte der Pastor persönlich am Schlaffittchen
aus dem Rathaus.
Ein wunderschönes Gotteshaus, müssen Sie sich unbedingt anschauen
(siehe eigene Cham-Seite).

Genug geschaut für heute, ick hör det schon. Jetzt wird noch was
gemampft, anständig hinterher gespült und dann geht's heim
jedenfalls für mich. Sie können ja noch ein wenig entweder hier auf
dem Marktplatz verweilen, sich dann ein schönes Zimmerchen in Cham oder
Umgebung suchen und morgen wieder auf Tour gehen. Der Bayerische Wald bietet
noch viel viel mehr schöne Fleckerl. Mich ziehts aber wieder heim zu Frau
und Hund und morgen geht's dann wieder rund, vom Flughafen in die Berge
nach Füssen.
Wer da noch nicht war, links im Wegweiser können Sie wieder mitfahren.
Ansonsten wünsch ich Ihnen noch viel Spaß in Cham
und sage servus miteinand bis zum nächsten Mal.
Bis zum nächsten Mal, ob persönlich oder nur hier auf meinem Reiseführer,
ganz liebe Grüße und alles Gute
Ihr Jörg W. Lohfink vom oder als Flughafentransfer München
©® J.W.Lohfink |