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Die Wies' in Bayern -
nix für die Kühe zum Fressen
Wos dös wiada für'n Schmarri, du Preiss' ! tät der
Huber Seppi sagen, wenn er statt dem Jungbullen hinterherjagen im Internet
surfen würde. Macht er aber zum Glück nicht, aber Sie ! Und da sind
Sie nun bei einem waschechten Bayern wie mir gelandet, ein herzliches
Grüß Gott miteinand.
Was den Bayern angeht, da will ich nix hören von Eana
laut bayerischer Verfassung wird man durch Heirat Bayer, also bin ich, obwohl
in Berlin geboren und aufgewachsen, durch die Heirat mit meiner bayrischen
Frau nun ooch'n Bayer - grins.
Für die, die mir noch nich kennen (neue
deutsche Rechtsschreibung ham wa schon als Kinder gekannt) - mein Name
ist Jörg Lohfink (nee, jetzt kommt nich was kann ich für Sie
tun?) und ich fahre leidenschaftlich gern Auto in Bayern und drum herum
und nehm dann gerne Leute mit.
Gegen Bezahlung natürlich, muß ja von wat leben.
Da der Großteil meiner Gäste am Flughafen Franz-Josef-Strauss in
München ankommt, hab ich det Kindhalt Flughafentransfer
genannt. Die offizielle Bezeichnung ist Mietwagen Lohfink weil
man mich halt zum Fahren mieten kann.
Und wenn man gern fährt und nicht unter Zeit- oder Gelddruck wie so manche
Kollegen, dann sieht man viel mehr und das zeige ich gern meinen Gästen
und auch Ihnen. So wurde langsam auch meine Internetseite ein kleiner Reiseführer
und heute mache ich mein Versprechen von der Steingaden-Seite
wahr, ich zeige Ihnen eine nein die Wies.
Det is nich ne jrüne Rasenfläche sondern die Wallfahrtskirche
zum Gegeißelten Heiland in der Nähe von Steingaden und Füssen.
Ein einzigartiges Barock/Rokoko-Kunst- und Bauwerk, steht auch unter dem Schutz
der Unesco, und weil es halt im Jrünen steht (kein Ort drumherum),
heißt es halt Die Wies' (die Kirche auf der Wiese).

Wer schon mal da war, kann heute vielleicht Erinnerungen auffrischen. Wer kommen
möchte, der bekommt vielleicht eine kleine Vorahnung von all der Schönheit.
Wer nie herkommen kann, aus welchen Gründen auch immer, dem soll diese
Seite ein paar schöne Augenblicke geben.
Und wer keine Kunst oder erst recht keine Kirchen mag, der
geht am besten auf eine andere Seite. Denn die Wies' hat so eine interessante
Geschichte (und auch Inhalt), daß es ein bisserl länger dauert,
alles richtig zu schildern.

Fangen wir an mit dem Schmarri des Untertitels: hier sehen Sie
die Holzfigur, die den genannten Schaden damals, um 1750 nur 170
180 00 Gulden = nach heutiger Rechnung über eine Million Euro verursacht
hat. Oder würden Sie das keinen Schaden nennen, wenn ein vorher
relativ reiches Kloster hinterher pleite ist?
Das Steingadener Prämonstatenserkloster war nämlich
richtig reich bis zum Bau dieser Kirche, obwohl es im 30jährigen Krieg
von den Schweden 2x geplündert und abgefackelt worden war. Als kleines
Beispiel mag nur dienen, daß die Klosterbibliothek 1803 insgesamt 38
000 Bände umfaßte. Das waren Wertgegenstände früher
Bücher !!! Nur nebenbei, ich hab' auch so ca 80 000 Titel wenn
ich nämlich nicht rumfahre, dann betreibe ich nebenbei drei Internetantiquariate,
finden Sie ganz unten.

Nun aber zur Geschichte selber, die sachliche und "trockene" Fassung
erzähl ich Ihnen nicht, können Sie in einem der zu kaufenden Bücher
nachlesen, die mir erzählte Legende ist vui schöner.
Die kleine Kapelle hier im Vordergrund, sieht man bei der Anfahrt ganz oben
so gut wie kaum, spielt darin die Endrolle. Los geht's:
Im Jahre des Herrn anno 1729 hatte die Heiligenstatue, die immer zur Karfreitagsprozession
von den Mönchen des Klosters Steingaden vorneweg getragen wurde, das
Zeitliche gesegnet und man brauchte eine neue. Also ließ der Abt
eine schnitzen.
Als diese dann fertig war, fanden die Mönche diese
so grauslich realistisch es war der gegeißtelte Heiland
- daß sie Sorge hatten, das einfache Volk würde davor schaudern.
Man packte diese Statue weg und orderte eine andere.
Einige Jahre später kam die Bäuerin vom Wieshof, also einem ca eine
Stunde entfernten Bauernhof im Jrünen, zum Kloster und bat
die Mönche um Hilfe. Ihr Mann läge todkrank daheim und sie erbat
Medizin und vielleicht irgend ein heiliges Stück, damit der
Herrgott ihrem Mann auch gleich helfen könne.
Tja, was tun? Eine Reliquie wurde für so profane Zwecke nicht rausgerückt,
aber da fiel den Mönchen ein, da war doch diese grausliche Statue....
Diese wurde der Bäuerin mit heimgegeben und sie stellte diese in ihrem
Haus auf. Und siehe da, ihr Mann wurde ganz schnell gesund. Doch es geschah
noch ein richtiges Wunder. Kaum war die Statue im Haus, da rannen ihr Tränen
aus den Augen.
Zu damaliger Zeit verbreiteten sich Nachrichten über Wunder teilweise
schneller als heute eine E-Mail binnen kurzer Zeit strömten von
nah und fern Pilger zu der wundersamen Statue. Und so baute die Bauernfamilie
die kleine Kapelle als Dank und zur Anbetung.

Soweit zur Legende, hier ein Bild von innen. Können Sie manchmal nicht
sehen, denn bei schlechter Witterung bleibt das Kapellchen geschlossen, um
es vor dem Verfall zu schützen. Es kostet die Familie, immer noch selber
dafür verantwortlich, eine Menge, es zu erhalten.
Das Wunder erkläre ich mir übrigens so: wenn ich ein Stücke
Holz wäre und jahrelang auf einem Dachboden frieren muß, dann würde
ich auch vor Freude weinen, wenn ich ins Warme komme. Doch so sahen die Gläubigen
das natürlich nicht und immer mehr Pilger strömten zum Wunder von
der Wies'. Der Abt Hyazinth Gaßner entschloß sich daher auf
Drängen des gläubigen Volkes eine große Wallfahrtskirche
zu bauen (offizieller Text).

Hier ein Bild aus der Kapelle, so schlimm oder realistisch sieht
doch die Holzfigur ganz oben, sie steht übrigens in der Wallfahrtskirche,
gar nicht aus oder?
Aber weiter im Lauf der Geschichte: es wird angenommen,
daß nicht das gläubige Volk war ja genügsam damals
sondern die örtliche Bau- und Handwerkerschaft auf einen größeren
Bau drängte.
Im Vergleich zu den großen Klöstern in der Umgebung,
Rottenbuch, Wessobrunn, Diessen oder Polling (diese Klöster halfen den
Steingadener nachher finanziell aus der Klemme), war nämlich die Abtei
Steingaden ein bisserl mickrig in den Augen der Handwerker.
Das Kloster war reich, aber mit Bauen (und damit Geldverdienen)
hatten die Mönche nicht viel im Sinn, eher mit ein bisserl Prassen und
Verschwenden im Inneren des Klosters (denken Sie an die Bücher, sowas
war damals schweineteuer).

Und auch wenn das Kapellchen einen Dom hatte, war doch der Platz
für fromme Bildnisse arg klein dafür. So gab halt der Abt nach und
suchte einen Baumeister. Der nächstbeste und auch wirklich Beste in der
ganzen süddeutschen Gegend war der Landbaumeister Dominikus
Zimmermann aus Landsberg. Er stammte ursprünglich aus Wessobrunn, wo er
das Stukkateurhandwerk erlernt hatte und brachte es bis zum Ratsherrn von Landsberg
am Lech.

Dieses Bild zeigt Ihnen eins der Geheimnisse der Wies', vorweg genommen beim
Bau der kleinen Kapelle. Sie können es bei einem Besuch selber sehen,
wenn Sie in den kleinen Dom in Richtung Ausgang schauen. Die kleine
Kuppel ist nicht aus Stein, sondern an Holzbalken aufgehängt
und dann bemalt. Und genauso hat Dominikus Zimmermann dann die herrliche Decke
in der großen Wieskirche konstruiert, kuppelförmig wie in etlichen
Barockkirchen, aber nicht ein Stück aus Stein. Das ist die Einmaligkeit
an und in dieser Kirche und erklärt wahrscheinlich auch die nie wieder
erreichte wunderbare Akustik, die dort zu hören ist.

Jetzt gehen wir aber hoch zur richtigen Wies', hinten der Anbau war der Wohnsitz
der betreuenden Mönche und auch der Küchentrakt für die Verpflegung
der Wallfahrer. Die kleine Mauer mit dem Türmchen ist wohl noch der Bauweise
entsprechend, eine Wehrmauer um das Kloster zu ziehen gegen böse Buben.

Beim Eintritt in das Gotteshaus, übrigens, ganz wichtig, für Rollstuhlfahrer
auch geeignet bietet sich dem Besucher das obige Bild und oft genug
habe ich in den verschiedensten Sprachen sofort gehört überwältigend
- wonderful, georgious, super, whow!! Dann rucken alle Augen fast gleichzeitig
nach oben zur Decke und dann geht das Staunen weiter.

Was Sie hier sehen, ist der Richterstuhl, zum Glück noch nicht
besetzt. Diese herrliche Rokoko-Malerei stammt von Johann Baptist Zimmermann,
war der Bruder vom Baumeister.
Is doch jut, wenn allet in die Familie bleibt oder? Der
war damals Hofmaler am kurfürstlichen Hof in München. Hier gleich
mal eine Anmerkung von mir: aus einer alten Schrift habe ich entnommen, daß
der Kurfürst auch ein bisserl auf einen größeren Bau gedrängt
haben soll, damit die vielen Wallfahrer auch versorgt werden konnten.

Schauen wir uns mal ein paar Details an, hier Petrus mit den Schlüsseln
und darüber der Protokollchef - oder ist das etwa schon ein
Sündenregister?

Natürlich darf St. Michael nicht fehlen, auch die anderen Erzengel werden
die Wissenden unter Ihnen sicherlich erkennen.

Wenn ich an meine Jugend denke, könnte das unter Umständen mein Sündenregister
sein, aber da ich wie immer Optimist bin, glaube ich eher, das Bild soll die
Heilige Schrift darstellen.

Sollten Sie persönlich die Wieskirche besuchen können, dann achten
Sie bitte auf diesen kleinen Burschen ganz genau. Er sitzt links neben dem
noch unbesetzten Richterstuhl. Sie müssen aber entweder den Zoom Ihrer
Kamera benutzen oder rechts von der Seite gucken. Nur dann fällt Ihnen
ganz sicher auf, daß das Englein gemalt ist, aber sein rechtes Bein ist
echt. Kommt ganz plastisch aus dem Bild heraus. Das ist eines der Merkmale
vom Mix zwischen Rokoko und Barock.

Den Stuhl für das Jüngste Gericht schauen wir uns mal ein bisserl
genauer an, sieht doch gar nicht so zum Fürchten aus, wie früher
der Pastor immer ihn beschrieben hat.

Bevor wir jetzt alle eine Genickstarre bekommen, gehen wir mit den Augen mal
kurz ins Waagerechte. Zwischen dem Mittelraum und dem Seitengang gibt es auch
jede Menge zu sehen, hier mal ein schöner Engel. Nachher kommen noch welche
nein, Sie sind nicht gemeint, gnä'ge Frau.

Für Nicht-Katholiken und Unwissende, das hier ist nicht eine Kasperlebühne
für die kleinen Besucher, sondern ein Beichtstuhl. Wofür der Vorhang
in der Mitte dient, ist mir nicht bekannt vielleicht wurde bei Leuten
mit ganz großem Sündenregister und daher längeren Beichten
da was Essbares reingeschoben.

Dieser Seitenaltar auf der rechten Seite ist der Bruderschaftsaltar des
Gegeißelten Herrn, leider konnte ich das Bild nicht richtig rausholen,
es stellt den reumütigen Petrus dar.

Der links an der Seite befindliche Altar zeigt das Bild einer Sünderin,
die dem Herrn Jesus die Füße wäscht. Auch hier waren die Lichtverhältnisse
zu stark, als daß ich noch mehr draus machen konnte. Übrigens ein
Trick von Dominikus Zimmermann, der hat die Säulen so geschickt gestellt,
damit viel mehr Licht wie üblich in den Raum kommen kann.
Falls Sie so nebenbei glauben sollten, allet Marmor - Pustekuchen
alles aus Holz. Können Sie merken, wenn Sie ganz vorsichtig mal
dran fassen oder klopfen. Die Innenausstattung mit Marmor zu bauen, war damals
erstens aus Kostengründen und zweitens mangels Stein nicht möglich.
Was Sie sehen, ist sogenannter Wessobrunner Marmor. Also die Kunst,
Holz so zu bemalen und dann zu schleifen (und wieder zu bemalen und....) bis
der Eindruck entsteht, man habe echten Marmor vor sich. Und dementsprechend
konnten die Künstler auch die Farben gestalten für roten oder blauen
Marmor.

Mit wieviel Liebe und Freude am Detail die Künstler früher gearbeitet
haben, können Sie hier am Ausschnitt des Seitenaltars oben sehen. Von
der Figur mal abgesehen frage ich mich doch oft, wie konnten die damals diese
vielen kleinen Schnörkelchen und Bögen machen, immer auf jeder Seite
gleich.

Hier den Herrn mal in ganz groß. Ob der Künstler zeigen
wollte, daß das Licht blendet oder ob der Glanz von janz oben
den Menschen zwingt, die Augen zusammen zu kneifen? Es ist immer ein Jammer,
wenn ich sehen muß, wie so manche Reisegesellschaften in die Wies' kommen,
10 Minuten Aufenthalt, und ab geht's wieder weiter. Da kann man doch gar nicht
alles richtig sehen.

In den Seitengängen oben sind nämlich auch viele symbolische Bilder,
hier sehen wir Christus, wie er mit dem ungerechten Hausverwalter
schimpft (ob das eine Anspielung auf die schludrige Buchhaltung des Klosters
Steingaden war das wurde nämlich bei der Säkularisierung 1803
amtlich festgestellt).

Na, sagt Ihnen das Bild was? Der Gockel müßte Ihnen auf die Sprünge
helfen. Ja, Petrus verleugnet Jesus und weint bitterlich, als dieser ihn anschaut.

Nein, das ist kein gemütlicher Schwatz am Brunnen lesen Sie mal
nach in Johannes 4, 11 das ist die Geschichte mit der Samariterin.

Hab' ich dich endlich erwischt, du Äpfeldieb würde sicherlich
unser Nachbarsbub das Bild erklären, denn dem ist es voriges Jahr so gegangen.
Aber es ist die Geschichte aus Lukas 19, 1 Zachäus ist vor dem
Gedränge der Menschen auf einen Baum gestiegen, um den Herrn sehen zu
können.

Dieses Bild könnte mich und meine Frau darstellen, nur bin ich der auf
den Knien, der für unseren Apfelbaum im Garten bittet den will
meine Frau nämlich niedermachen, weil die Äpfel nix waren die letzten
zwei Jahre. Doch es ist die Geschichte aus Lukas 13, 6 der Herr wird
um Geduld gebeten für den unfruchtbaren Feigenbaum, doch er droht wenn
er aber dann keine Frucht bringt, wird er umgehauen.

Die Künstler haben nicht nur in den Bildern sondern auch in der Plastik
versucht, die Symbolik der Fruchtbarkeit durch das ewige Wasser des Herrn darzustellen.
Ich habe mit Absicht diese Vergrößerung vorangestellt, Sie sehen,
das Wasser quillt in großem Fluß aus dem Fisch (auch ein christliches
Symbol) und fließt und fließt.

Gehen wir eine Stufe runter mit dem Zoom, dann sehen Sie den kleinen Engel
rufen Herbei, herbei, hier ist der Quell des Lebens. Und wo befindet
sich dieser kleine Bursche?

Zu Füßes desjenigen, der die Worte des Herrn verkünden soll.
Das ist die Symbolik der Kanzel, auf der die Worte der Heiligen Schrift verlesen
werden. Und damit die Diener des Herrn auch nichts vergessen, sitzt ganz oben
drauf noch einer und zählt mit, was schon alles gepredigt wurde (siehe
unteres Bild).

Ganz so locker, wie ich so manche Bilder versuche zu erklären, waren die
alten Künstler zwar nicht, damals wäre das ja schon fast Ketzerei
gewesen. Aber ein bisserl spitzbübisch und humorvoll doch und vieles wurde
von den Kirchenmännern entweder über- oder sogar gern gesehen. Schauen
Sie sich doch diesen kleinen Scherzboldmal an

Ja, darf man denn in der Kirche so rumspielen? Damals anscheinend ja, denn
wenn das Leben traurig genug war, im himmlischen Reich später sollte es
ja um so besser werden. Der Tod war in früheren Zeiten zwar gefürchtet,
aber er bekam auch sein Recht. Kennen Sie noch die Geschichte vom König
Midas, der alles was er anfaßte, zu Gold machte? Hier haben Sie den Herrn
eine Mahnung?

Lassen wir unsere Augen noch mal umher schweifen, eigentlich sind es noch viele
viele andere herrliche Details, die wir sehen könnten. Doch ich möchte
Sie eigentlich nur anfüttern - nehmen Sie sich viel Zeit für
einen Besuch in der Wies'.
Seien Sie geduldig wie

und wenn Ihre Kamera keinen Zoom hat, dann nehmen Sie ein Opernglas mit. Dieses
schöne Symbol sitzt ganz oben auf dem Hauptaltar, mit dem bloßen
Auge sieht man nicht, wie liebevoll dieses Tierchen gestaltet worden ist.

Vielleicht konnte der Abt des Klosters von seiner eigenen, der Kanzel gegenüber
liegenden Empore es genauer sehen, wenn er nach der Messe wieder sein Heim
im Kloster Steingaden aufsuchte.
Die deutsche Sprache macht es einem manchmal leicht, eine Brücke zu schlagen
Heim aufsuchen Heimsuchung fehlt bloß das Auf.
Eine Heimsuchung im bösen Sinne war das Jahr 1803, in dem
die Säkularisierung statt fand. Klöster und Kirchen vom Staat beschlagnahmt,
alles Wertvolle verräumt und verramscht und die Gebäude verkauft.
Das sollte mit der Wies' auch passieren, doch wieviel war sie wert?
Da man in damaliger Zeit noch nicht die Raffinessen unseres Finanzministers
und Konsorten besaß, nahm man als Berechnungsgrundlage der kirchlichen
Bauten eine Schätzung auf Materialwert und Abbruch vor. Da
wäre dann die Wieskirche, Baukosten siehe oben ca 180 000 Gulden, für
20 000 Gulden verscheuert worden. Es gab sogar einen Interessenten,
der wollte 800 Gulden (nur) zahlen. Aber zum Glück für uns heute
war das dem Staat Bayern damals zu wenig und so blieb uns die Wies' erhalten.

Bevor wir nun diese herrliche Kirche verlassen, noch ein Blick auf die Orgelempore.
Auch diese nicht wie in vielen anderen Gotteshäusern im Dunkeln versteckt,
sondern schön hell beleuchtet durch die geschickte Bauweise vom Dominikus
Zimmermann. Es finden übrigens, sofern die Orgel nicht grad wieder wie
zur Zeit renoviert wird, wunderbare Orgelkonzerte statt, speziell an den kirchlichen
Feiertagen. Da kann Ihnen dann passieren, daß Sie a) keinen Parkplatz
mehr draußen finden und b) wie auf dem nachfolgenden Bild

die Türen geschlossen sind. Das ist der letzte Blick, den der Besucher
hat, bevor er die Wies' verläßt das Tor zur Ewigkeit ist
noch verschlossen. Aber die vielen anderen Eindrücke in der Kirche geben
vielleicht einen Vorgeschmack, denn wenn es stimmt...., dann sehen wir die
Künstler alle oben wieder das wird dann ein Paradies
an Farben, Bildern und Kunst sein.
Nu is aber Schluß, fahren wir weiter, König Ludwig wartet auf Sie,
falls Sie noch nicht auf Neuschwanstein oder Hohenschwangau waren. Ach, da
waren Sie schon? Na dann, es gibt noch viel mehr zu entdecken, schauen Sie
mal links in meinen Wegweiser. Lauter hübsche Fleckerln in Bayern.
In diesem Sinn darf ich mich verabschieden, wünsche Ihnen viel Freude
beim Anschauen der Bilder, keinen Ärger über den manchmal schnoddrigen
Text (bin halt so) und falls Sie in Bayern Urlaub machen, viel Sonnenschein
und Erholung.
Mit lieben Grüßen
Ihr Preiss' in Bayern der mit dem neuen "Franzmann"-Van
*
Hat's wieder mal Spaß gemacht, ein Stück Bayern kennen zu lernen?
Wenn ja, links im Wegweiser gibt's noch vui mehra und ich bin schon
dabei no mehra für Sie zu entdecken und zu beschreiben.
Bis zum nächsten Mal mit herzlichen Grüßen
Ihr Jörg W. Lohfink
echt preissischer Reiseführer (aus eigenem Vergnügen) und -fahrer
in Bayern.
(alle Bülders sin von mir) ©®J.W.Lohfink |