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Die Klosterkirche von Gars am Inn -
ein historischer Schatz in Details
Ein herzliches Grüß Gott, liebe Besucherin oder lieber
Besucher, Sie befinden sich jetzt auf der Detail-Seite über die Klosterkirche
in Gars am Inn. Mein Name ist Jörg Lohfink und wenn ich meinen Beruf als
Flughafentransfer München ausübe, finde ich immer wieder schöne
Fleckerl in Bayern, die ich gern allen zeigen möchte.
Links finden Sie einen Wegweiser durch meinen Reiseführer und die Ortsseite
von Gars am Inn auch oder Sie klicken
hier, falls Sie nicht so viel Freude an Kirchenbildern haben sollten. Es gibt
aber viele Menschen, denen Bilder, sakrale Kunst oder Barock und Rokoko sehr
am Herzen liegen und die nicht alle nach Bayern kommen können, für
dieist diese spezielle Seite nun.

Wenn man aus Richtung Wasserburg
über die Hügel kommt, die das Inntal begrenzen, dann bietet sich
das Kloster Gars in Gars am Inn wie oben. Es war bis 1803 ein Augustinerchorherrenstift,
dann wurde es im Rahmen der Säkularisierungaufgelöst und seit 1894
ist es wieder in Betrieb unter Leitung der Redemptoristen. Das ist ein Orden,
der sich der Seelsorge armer Menschen verschrieben hat, heute in Gars ein Institut
für Lehrerfortbildung und auch ein Internat und Tagesheim für die
Schüler des staatlichen Gymnasiums unterhält.

Neben der klösterlichen Arbeit haben die Redemptoristen viel Geld und
Mühe in die Restaurierung des Klosters gesteckt und speziell die Kirche
ist ein wahres Schmuckstück geworden. Sie können sie auch in Winterzeiten
besuchen und sich viel Zeit nehmen, diese Kirche ist eine der wenigen mit Fußbodenheizung.

Beim Eintritt wird das Auge des Betrachters zuerst auf das Altarbild gelenkt,
dann aber durch die Deckenmalereien und die in den Seitenschiffen stehenden
mit Bildern und viel Verzierungen arg in Verlegenheit gebracht. Was soll man
sich als erstes genauer anschauen?

Eigentlich wollte ich beim Altarbild anfangen, aber schon auf dem Weg nach
vorn schlug mich die Kanzel in ihren Bann. Von der Form her relativ schlicht,
aber vom Kanzeldach her wunderschön verziert und auch mit eindrucksvollen
Schnitzereien außen am Corpus.

Die konzentrierte Strenge des Bibelstudierenden wird aufgelockert durch das
schelmisch winkende Engelein an der Seite.

Oder nehmen Sie diesen Leser. Auch er hat einen sehr überlegenden
Blick, doch links neben ihm ist ein goldener Rehbock, der auch in Richtung
Buch schaut. Dabei muß ich Ihnen jetzt gestehen, ich habe dieses Detail
erst bei der Bildbearbeitung entdeckt. Und so geht es mir oft auch in den Kirchen.
Es gäbe so viel zu sehen, doch ohne Vergrößerung
durch die Kamera könnte man es nie entdecken. Daher finde ich es sehr
gut, wenn das Fotografieren erlaubt ist. Speziell die oft wunderbaren Deckenmalereien
kann man meist nur mit Kamera und mit Vergrößerung in allen Facetten
erfassen. Doch jetzt erst mal zum Altar selber.

Die beiden übergroßen Statuen sind St. Joseph und St. Joachim, die
die Darstellung von Mariä Himmelfahrt durch den Hofmaler Pfleger von Herzog
Albrecht IV einrahmen. Besonders schön finde ich die verschnörkelten
Säulen und die muschelartigen Heiligenscheine ob da eine gewisse
Firma mit dem Symbol sich a bisserl heiliger machen wollte heutzutage?

Gehen wir noch ein bisserl näher ran, es gibt soviel neben dem eindruckstarken
Bild noch zu sehen. Achten Sie mal auf die vielen kleinen Engelköpfchen,
fast überall lugt eines hervor.

Ganz oben ist dann eine Darstellung der heiligen Dreieinigkeit, auch hier kann
ich nur sagen, ohne Vergrößerung wäre das kaum richtig zu erkennen.
Ich möchte zu gern wissen, wie sich die Künstler damals das vorgestellt
haben. Selbst bei direktem Davorstehen, was ja für die einfachen Gläubigen
früher gar nicht vorstellbar war, ist die Schönheit des Bildes kaum
mit bloßem Auge zu erkennen.

Dann die beiden Engel oben links und rechts, schauen Sie mal, wie schön
die Falten der Gewänder und die Federn der Flügel gearbeitet sind.
Hier mal ein Tip sollten Sie ein Bildbearbeitungsprogramm haben, dann
die Bilder einlesen und Sie könnten noch mehr vergrößern.

Vor dem Altar stehend wird unser Blick von der über dem Eingang auf einer
Empore installierten Orgel angezogen. Auch die Beleuchtung ist durch die Architektur
geschickt arrangiert. Das Deckenbild über der Orgel ist zwar ein bisserl
arg im Dunkeln, aber mit ein wenig Hilfe der Kamera kann ich es Ihnen auch
zeigen.

Nun habe ich von der katholischen Lehre nicht viel Ahnung, daher kann ich Ihnen
nicht sagen, wen die Dame vorstellen soll. Auch die anderen Bilder müssen
durch ihren Inhalt zu Ihnen sprechen, hier Deckenbild 1

Das nächste kann ich Ihnen, falls Sie kein Latein in der Schule hatten,
sogar noch übersetzen: Lest, was Ihr empfangen habt ! Klarer
kann man es ja nun wirklich nicht ausdrücken, das Licht der Sonne fällt
durch den Spiegel auf die Bücher und nur durch diese wird es Licht
in den Köpfen.

Auf dem nachfolgenden Bild wird wohl eine Vision eines Heiligen gezeigt,

und das nächste Bild würde ich dahin gehend interpretieren, daß
durch die Fürbitte des Priesters unten links an die Mutter Gottes diese
einen Engel schickt, der die im Feuer der Verdammnis schmorenden Seelen herausholt.

Die Klosterkirche ist auch St. Radegundis geweiht war eine thüringische
Königstochter, die vom Frankenkönig Chlotar geraubt, in Frankreich
dann vom König gezwungenermaßen zur Frau genommen wurde und sich
dann in den Schutz der Kirche nach dem Mord an ihrem Bruder stellte -
(wer genaueres wissen will bitte http://www.muehlberg-online.de/mtour/radegund/hauptteil_radegund2.html
anklicken)
und das obere Bild stellt eine Reliqienübergabe
an sie dar.

Als nächstes fiel mir dieser Grabstein in der Wand auf, den Text konnte
ich nun mit den paar kümmerlichen Lateinrestkenntnissen nicht mehr verstehen.
Aber die Darstellung des Totenkopfes und die beiden Engel, die ihn in Schach
halten, gefiel mir sehr.

Sollten Sie persönlich mal nach Gars kommen, versäumen Sie nicht
den mittelalterlichen Comic-Strip an der Wand. Hat natürlich nix mit Comic
zu tun, sondern erzählt eine höchst erbauliche Begebenheit.

Nun schauen wir uns mal die Seitenaltäre an, das hier müßte
St. Virgil sein. Sollte ich was in der Bildreihenfolge durcheinander gebracht
haben, bitte ich um Verzeihung, doch die Schönheit der Kunstwerke allein
spricht schon für sich.

Das ist ein Altar für die Pieta, soweit kenn ich mich noch aus. Was mich
daran noch mehr faszinierte, waren die vielen kleinen Engelchen ganz oben,
auch hier nur mit Vergrößern richtig zu erfassen.

Bei dem nächsten Seitenaltar, der übrigens ein paar Säulen mehr
als Schmuck hatte, gab es vorn noch ein kleines Glashäuschen.

Darin dann eine wehrhafte Frau oder Heilige, die sich anscheinend
der wehrlosen Kindlein annimmt

Und noch ein schöner Seitenaltar, direkt hinter der Kanzel gelegen. Allein
schon die Bilder, so schön mit den Säulen und den Statuen umrahmt,
sind ein Leckerbissen für das Auge.

Ein Sohn des Klosters Gars, Pater Kaspar Stanggassinger, der auch
das Kloster lange Zeit leitete und später selig gesprochen wurde, hat
hier bei diesem Seitenaltar einen Reliquienschrein.

Dem ausliegenden Fürbitte-Buch nach ist dieser gute Mann, im wahrsten
Sinne des Wortes gut, anscheinend noch immer für diejenigen
tätig, die Kummer und Sorgen haben. Vielleicht gibt es doch hier bei uns
in Bayern einige Orte, an denen die Verbindung nach oben noch nicht
ganz abgerissen ist. Auch in Altötting soll so manchem geholfen werden,
was ich so gehört habe.

So, ich glaube, das hier ist der Seitenaltar für die heilige Radegund.
Dem Bild nach wird sie noch recht weltlich dargestellt, wahrscheinlich noch
zu der Zeit, als sie am Hof des Königs Chlotar war.
Es gibt übrigens einen alten Roman über die Radegund von einer Ida
Fr. Görres, finden Sie in meinem Shop www.alte-sachen.com
unter Romane.
Das waren noch Zeiten damals, da hatte man noch schwer zu tragen
mit der Kleidung, besonders die Männer.

Bei dem Oberkleid würden wir heute auch alle in die Knie gehen,
wie dieser Grabstein zeigt. Apropos Grabsteine, früher haben die Herren
Steinmetze sich noch echte Mühe gegeben, schauen Sie sich den hier mal
an

Alle aus Marmor, sogenannter Untersberger Marmor, det is da, wo der olle
Barbarossa schläft und wartet, bis er wieder geweckt wird (siehe
Sagen oder Salzburg). Und natürlich
wurden mit solchen Steinen nur die jroßen Tiere geehrt, wie
hier einer der Stifter des Klosters, ein gewisser Jörg Fraunberger von
Haag.

Der nachfolgende sieht so aus, als wäre da der Hund begraben,
aber ein Schelm, wer solches denkt.

Und als letztes Bild von den fast allen mannshohen und sicherlich 2-Mann-schweren
Steinen dieser hier, sieht fast aus wie ein Koch vor dem Suppenkessel

Lassen Sie sich nicht täuschen, der gute Herr hat keine Löffel in
den Händen, sondern Streitkolben, der Kessel ist ein ganz
alter Ritterhelm und gekocht hat der bestimmt nicht, höchstens ein machtvolles
Süppchen um Ehre und Land.
Damit hätte ich Ihnen eigentlich alles gezeigt, aaaber, dann traf ich
den Pater, der sich sowohl um die Kirche als auch die Bäckerei des Klosters
kümmert. Wenn Sie den auch mal treffen sollten, sieht ungefähr so
aus wie Arnold Schwarzenegger in seinen besten Action-Zeiten, dann keine Sorge,
ist ein sehr netter und hilfsbereiter Mann. Wie er hörte, wozu ich die
Bilder mache, hat er mir noch zwei Orte gezeigt, die nur nach Anmeldung besichtigt
werden können.

Hier sehen Sie die Sakristei, nach den Schränken würden sich Antiquitätenhändler
alle zehn Finger lecken. Die Möbel sind rund 300 Jahre alt und sehen aus
wie neu, wundervolle Intarsienarbeiten inclusive

Auch das alte Werkzeug der Mönche ist noch teilweise vorhanden,
ich möchte nicht wissen, wie oft das Tintenfässchen geleert und der
Federhalter erneuert worden sind.

Den Abschluß bildete ein Blick in die Felix-Kapelle, hier ruhen die Gebeine
des heiligen Felix. Einer österreichischen Alpensage nach war er ein frommer
Knecht, der nach einer ruchlosen Missetat seines bäuerlichen Herrn das
Haus verlies und dieses dann durch Gottes Zorn verschüttet wurde. Es war
nur solange verschont geblieben, wie der brave und gottesfürchtige Felix
im Haus war und immer wieder versuchte, seinen Herrn vom bösen Weg abzubringen.

In der Kapelle gibt es auch schöne Deckenbilder und Votiv-Tafeln, ebenso
ist die Mutter-Gottes-Statue rechts wunderschön zum Anschauen. Wenn Sie
sich im Kloster anmelden, dürfen Sie sicherlich auch einen Blick hineinwerfen.
Aber Sie sollten eines nicht versäumen, einen Blick in den inneren Klostergarten
gleich hinter dem Klostercafe.

Die Damen unter Ihnen werden viele bekannte und auch unbekannte Kräuter
für Heil- und Küchenkunst sehen und wir Männer können dann
bei Kuchen oder deftigen bayerischen Spezialitäten im Cafe drauf warten,
bis die Frauen wieder kommen. Und dann können wir weiter fahren nach Au am Inn, zur Klosterau,
wie man früher sagte.
In diesem Sinn darf ich mich wieder verabschieden, wünsche Ihnen viel
Freude beim Anschauen der Bilder, keinen Ärger über den manchmal
schnoddrigen Text (bin halt so) und falls Sie in Bayern Urlaub machen, viel
Sonnenschein und Erholung.
Mit lieben Grüßen
Ihr Preiss' in Bayern der mit dem neuen "Franzmann"-Van
*
Hat's wieder mal Spaß gemacht, ein Stück Bayern kennen zu lernen?
Wenn ja, links im Wegweiser gibt's noch vui mehra und ich bin schon
dabei no mehra für Sie zu entdecken und zu beschreiben.
Bis zum nächsten Mal mit herzlichen Grüßen
Ihr Jörg W. Lohfink
echt preissischer Reiseführer (aus eigenem Vergnügen) und -fahrer
in Bayern.
(alle Bülders sin von mir) ©®J.W.Lohfink |