Klosterkirche von Au am Inn

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Auch hier wieder ein fröhliches Hallo für eventuelle Neueinsteiger auf den Webseiten von Mietwagen Lohfink, det bin ick, Jörg Lohfink, vom Flughafentransfer München.

Die anderen kennen mir ja schon, neue Besucher „wer'n mir kennen lernen, wenn se woll'n“. Müssen Sie mich nur buchen für Fahrten vom Flughafen München zum Hotel oder sonst wohin in Bayern und drum herum.

Ich fahre gern durch das herrliche Land Bayern und heute sind wir in Oberbayern, genauer gesagt, in „Au am Inn“, wo wir eine wunderbare alte barocke Klosterkirche besuchen wollen.

Die Pfarr- und Klosterkirche Au am Inn, früher einfach „Klosterau“ genannt, gehört mit zu den ersten großen sakralen Bauten nach dem 30jährigen Krieg, die Klosterkirche in Gars am Inn und die Münchner Theatinerkirche zählen auch dazu.



Au ist übrigens gar nicht so einfach zu finden, denn keine Bundesstraße führt direkt dran vorbei. Wer von München nach
Passau fährt, der muß auf der B 12 nach Gars abbiegen und in Gars selber beim Kloster gleich links.

Von Wasserburg in Richtung Mühldorf am Inn auch nach Gars und dann natürlich rechts abbiegen beim Kloster. Dann fährt man erstmal ein paar Kilometerchen durch Wiesen und Felder, sieht plötzlich zwei Turmspitzen und wenn man nicht aufgepaßt hat, ist man schon vorbei und die Türme weg.



wir kommen hier von „hinten“ ran, die ehemaligen Klosterwirtschaftsgebäude sind noch recht gut erhalten.



Hier ein bisserl größer „det Janze“. Links sind dann auch genügend Parkplätze, ein Stückerl müssen wir halt laufen. Damit Sie einen Überblick auf die rund 1200 Jahre alte Anlage bekommen, nehme ich jetzt ein Bild aus der Kirche zu Hilfe.



Wir sind jetzt auf der rechten Seite, woe der ehemalige Klostergarten war. Die Mauer gibt es nicht mehr und auch das Tor in der Mitte ist weg. Aber da laufen wir jetzt rein und der erste Blick fällt natürlich, hab's mir doch gedacht, auf die Klosterbrauerei in der Mitte.



Schauen wir nach rechts, dann sehen wir noch die originalen Gebäude wie auf dem Bild oben.



Und nach links, wo wir zur Kirche kommen, hat sich auch nicht viel baulich geändert. Wenn man von den Renovierungsarbeiten und einem versteckt dahinter stehenden neuen Schulgebäude mal absieht.
Die Klosteranlage wird nämlich heute von den Franziskanerinnen betrieben und die haben dort auch eine gute Schule für besonders zu betreuende Kinder eingerichtet. Sie arbeiten auch mit den Redemptoristen in Gars gut zusammen.



Jetzt sind wir durch den Torbogen und rechts auf den Friedhof gegangen und stehen direkt vor der Klosterkirche. Wenn Sie das Bild oben noch mal betrachten, da fehlt doch was oder? Da war doch noch eine Kirche.



Richtig, wo Sie heute einen freien Blick in Richtung der alten Vogtei haben – da oben, das „Stampfschlösschen“ auf dem Berg ist der Rest der Burg der Grafen von Megling- stand früher die St. Nikolaus-Kirche, die zugleich Pfarrkirche für die umliegenden Bewohner war. (Die Klosterkirche war ja nur für die Klosterbrüder !). Diese Kirche hat der Probst Florian 1803 abreißen lassen, denn er konnte gegen kurfürstliche Gewalt nur kirchliche Schlitzohrigkeit (in Bayern angeboren) anwenden.


1803 war das Jahr der Säkularisation in Bayern, kirchlicher Besitz wurde beschlagnahmt, verramscht, Kirchen zerstört und unermeßliche historische Schätze vernichtet. So gab es in dieser Gegend einen Landrichter namens Ruland, der muß auch so ein Kulturbanause gewesen sein. Kaum hatte er die kurfürstliche Erlaubnis oder den Befehl, das Kloster aufzulösen, da war er auch schon da. Wie es in einem alten Bericht heißt, habe er sofort nach seiner Ankunft alles Wertvolle wie Gold, Silber, Kirchengeräte in Kisten einpacken lassen. Die wertvolle Bibliothek dagegen hat das „Rindvieh“ auf drei Schiffe laden und zu einer Papierfabrik zum Einstampfen fahren lassen.

Die Klosterkirche hätte dieser Landrichter - den Titel hat der gar nicht verdient meiner Meinung nach – am liebsten auch versteigert und zum Abbruch freigegeben, aber da war nun der Probst Florian gewitzter. Der kaufte persönlich die St. Nikolaus Kirche und ließ sie gleich niederreißen. Damit war nur noch die Klosterkirche übrig und da laut Gesetz jeder Pfarrei eine Kirche zustand, blieb die Klosterkirche erhalten.



So sieht die Klosterkirche Au von innen aus, hell, schöne Deckenmalereien (alles übrigens gut restauriert) und in den Seitenschiffen auch etliche Altäre. Was einem sofort auffällt sind die goldverkleidete Kanzel und rechts eine total vergoldete Seitennische. Doch dazu kommen wir später.



Ein Blick nach linsk zeigt uns fünf schöne Seitennischen und wenn wir nach rechts schauen,



das gleiche Bild, nur die üppig vergoldete Nische hebt sich besonders hervor. Aber die schauen wir uns nachher an.




Gehen wir zuerst mal etwas näher an den Altarraum mit einer großen lichten Kuppel. Architektonisch sehr geschickt gemacht, der Altar selber wird von oben und den Seiten beleuchtet und die Kuppelmalerei kommt auch schön heraus.



Hier das Altarbild in Vergrößerung. Die Farben sind wirklich prächtig und die vergoldete Umrahmung mit den kleineren Medaillons bringt das Bild erst richtig zur Geltung.



Oberhalb des großen Bildes im Aufsatz die Heilige Felizitas und die Medaillons zeigen ihre sieben Söhne. Achten Sie mal auf die beiden Blumenvasen im Kuppelbild links und rechts über den Engelstatuetten. Sehen doch fast auch plastisch aus, sind aber wirklich nur gemalt.


Ein kleiner Ausschnitt vom Deckenbild oberhalb des Altars, jede Menge Engel, 'n „janz schönet Jedrängel“ da oben. Gehen wir lieber wieder ein Stückerl runter, hier eine Nahaufname des Tabernakels.



Auch dieses eine wundervolle künstlerische Arbeit, die Gravuren im Frontbild geben eine Tiefe, daß man denken könnte, das Kreuz wäre plastisch hervorgehoben. Vom Altarraum ein Blick zur Orgel mit einem Gesamtblick auf die anderen Deckenmalereien.



Die Deckenbilder setze ich Ihnen jetzt ohne großen Kommentar meinerseits hintereinander, vom Inhalt habe ich eh nicht viel Ahnung und die Bilder sollen für sich selber reden.

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So, nun wenden wir uns nach rechts und da „springt“ uns wieder die Kanzel ins Auge.



Bei dieser muß man auch näher ran, um so manche Feinheit zu entdecken. Hier nur ein kleines Beispiel:



„Gell, da schaug'st“ scheint der kleine Engel zu fragen, seinem Gesichtsausdruck nach. Und wenn Sie sich diese Gedenktafel anschauen, dann schaug'ns auch oder?



Au am Inn war zwar lange unter österreichischer Herrschaft und Maria Theresia sollte nun wirklich jedem im Gedächtsnis sein, schon wegen der bekannten Talerchen damals. Aber die hier in Memoriam geehrte Maria Theresia war eine Gräfin Törring zu Jettenbach und das ist deren Grabstein.



Nun aber in die vergoldete Seitennische! Hier ist eine wunderbare Pieta, bei der man auch als „Heide“ oder nur Kunstliebhaber länger verweilen sollte. Abgesehen von der liebevollen Arbeit der einzelnen Figurinen oder Verzierungen,




solch ausdrucksstarke Arbeiten sieht man nur noch selten. Links auf dem Medaillon ein scheinbar idyllisches Bild, wenn man mal davon absieht, daß Maria und Joseph auf der Flucht sind.



Dann wieder die fast heitere Auflockerung durch so manches Engelchen im Umkreis der Pieta.




Aber auch die Bilder in den Seitennischen sind unheimlich ausdrucksstark, wer sich mehr Zeit nimmt, entdeckt auf fast jedem kleine Details, die den Bildern einerseits die Tiefe geben, andererseit auch den tiefen Ernst etwas auflockern.



Apropos Details, immer wieder fallen mir bestimmte kleine und manchmal größere Figuren oder Statuen auf, die meine Bewunderung wegen der fast bis ins Kleinste stimmenden Gestaltung erwecken.




Bei diesem „Herrn“ hier würde ich spaßhaft sagen, wenn ich das wär, dann ist die Dame davor meine Zahnärztin und wendet sich mit Grausen ab - „bei dem ist meine Kunst verloren“. Doch der Künstler, der diese Figur geschaffen hat, der war ein As auf seinem Gebiet.



Die damaligen Steinmetze auch, wenn man bedenkt, welch „vorsintflutliche“ Bearbeitungsmittel ihnen im Gegensatz zu heutigen Werkzeugen zur Verfügung standen. Da hat Mann sicherlich vom ersten Glockenschlag in der Früh bis zum späten am Abend gehämmert an diesen Marmorklötzen und hörte dann nach Feierabend wahrscheinlich immer noch den Hammerklang in seinen Ohren.


Und bei dem Wort Glocke und Hören bin ich mit Ihnen am Ende meines Besuches in der Klosterkirche Au am Inn angelangt. Diese Glocke ist über zweihundert Jahre alt und war insgesamt 233 Jahre emsig am Läuten. Aber 1969 kam es zu einem großen Brand und da fiel sie herab und bekam einen Schaden, der nur durch Neugießen hätte behoben werden können. Dann wäre jedoch die kunsthistorisch wertvolle Gravierung zerstört worden und so ließ man sie bei ihren „Schwestern“ in der Kirche, sie darf diesen nun zu hören.



Das war unser Besuch im Klosterau, hier das Originalbild, das ich Ihnen anfangs als Wegweiser vergrößert hatte.

Ich hoffe, die Seite hat Ihnen Freude gebracht und die Lust auf „mehr“ - hinfahren, mit mir oder allein und viel Zeit mitnehmen, es gibt noch viel viel mehr dort zu entdecken, wenn Sie schöne alte Kunst lieben.

In diesem Sinn darf ich mich wieder verabschieden, wünsche Ihnen viel Freude beim Anschauen der Bilder, keinen Ärger über den manchmal schnoddrigen Text (bin halt so) und falls Sie in Bayern Urlaub machen, viel Sonnenschein und Erholung.

Mit lieben Grüßen

Ihr Preiss' in Bayern – der mit dem neuen "Franzmann"-Van

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Hat's wieder mal Spaß gemacht, ein Stück Bayern kennen zu lernen? Wenn ja, links im Wegweiser gibt's noch „vui mehra“ und ich bin schon dabei „no mehra“ für Sie zu entdecken und zu beschreiben.

Bis zum nächsten Mal mit herzlichen Grüßen

Ihr Jörg W. Lohfink

echt preissischer Reiseführer (aus eigenem Vergnügen) und -fahrer in Bayern.

(alle Bülders sin von mir) ©®J.W.Lohfink

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