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Landsberg am Lech in Bayern - wo die Frauen
ihre Unschuld noch mit dem Leben verteidig(t)en
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Wer von Muenchen aus zum Bodensee oder in die Schweiz moechte
kommt unweigerlich nach Landsberg, auch eine Station an der Romantischen Straße.
Die Autobahn Muenchen-Lindau ueberquert bei Landsberg den Lech wie frueher
die alte Salzstraße. Sie sollten nicht einfach weiterfahren, denn Landsberg
hat nicht nur eine interessante Vergangenheit sondern ist auch ein Staedtchen,
in dem zu verweilen es sich lohnt.
Sie wollen Urlaub in Bayern machen? Dann sollten Sie Landsberg
am Lech auf jeden Fall in Ihre Planung mit einbeziehen. Landsberg hat schon
seit knapp 1000 Jahren eine zentrale Lage zwischen den Regionen Schwaben und
Oberbayern, im Umkreis von knapp 80 Kilometern finden Sie eigentlich alle weltbekannten
Urlaubsziele.

Ein paar Entfernungsangaben: Nach Garmisch-Partenkirchen
80 km, Schloß Linderhof 68 km, Neuschwanstein
50 km, Oberammergau 60 km, Muenchen
56 km, Augsburg 35 km, Ammersee 18 km, Starnberger
See 30 km, Kempten 80 km.
Vom Flughafen Muenchen brauchen wir ca eine Stunde (rund
100 km) um Sie nach Landsberg zu bringen. Schon bei der Einfahrt in die Stadt
wird jeder Besucher durch eine wundervolle Harmonie zwischen Mittelalter und
Moderne gefangen genommen. Die gut erhaltenen Befestigungsanlagen auf dem Schloßberg
mit dem Bayertor sind der erste Blickfang fuer jeden Ankommenden. Die Straße
fuehrt dann hinunter nach Landsberg zum Hauptplatz, dem Herzen der Stadt und
man hat das Gefuehl direkt in die Vergangenheit zu fahren.
Aber es herrscht quirlige Geschaeftigkeit im alten und neuen
Zentrum von Landsberg. Die herrlich restaurierten alten Haeuser mit den zahlreichen
modernen, aber die Fassaden nicht verschandelnden Geschaeften sind heute wie
einst Zeichen der Geschaeftstuechtigkeit der Landsberger.

Unsere heutigen Finanzbeamten muessen Landsberger Vorfahren
haben, denn diese waren einst fuer ihre trickreiche Abgabentechnik bekannt.
Als das Salz noch das "weisse Gold" war und nur ueber die Straße
durch Landsberg von Muenchen kommend weiter transportiert werden konnte, verfuhr
man in Landsberg folgenderweise: die Fuhrleute mußten das Salz abladen
und drei Tage lagern. Das kostete natuerlich Gebuehren und da war man nicht
kleinlich, es gab bis zu zehn verschiedene, so zum Beispiel Bruecken- und Pflastergeld.
Heute jedoch sind die Landsberger nicht mehr so einnehmerisch zu Fremden, dafuer
haben wir ja unsere Finanzverwaltung in Berlin. Also keine Angst vor einem
Aufenthalt in Landsberg am Lech.
Die Sehenswuerdigkeiten einer Stadt zu besichtigen ist meist
schweißtreibend und macht hungrig. Ersteres ist in Landsberg nicht so
anstrengend, denn ein Stadtrundgang, auf Wunsch zu fast jeder Tages- und Nachtzeit
mit kundigen Fuehrern und -innen, ist in relativ kurzer Zeit zu bewaeltigen.

Hexenviertel mit Schmalzturm
Den Hunger zu stillen kann schon schwieriger sein, denn
die Gaststaetten in Landsberg haben fast zu reichliche Auswahl in schwaebischer,
bayrischer und natuerlich auch internationaler Kueche, denn weltoffen und lebenslustig
waren die Landsberger schon immer. Manchmal anscheinend ein wenig zu viel wie
ein Ratsbeschluß aus dem Jahre 1361 dokumentiert. Da ist naemlich die
Rede von "heimlichen Heiraten", in neu Deutsch "wilder Ehe",
und zwar in solch starkem Maße, daß die Stadt "am negsten
Mittwochen nach sant Urbanstag" ein Verbot "von haimlichs
Heurats wegen" erließ. Die Strafen hatten es in sich: entweder,
ganz gleich ob Frau oder Mann, "zechen (zehn) Pfund gueten Augspurger
Pfennig" zahlen oder, wer das nicht hatte, "den soll man zur
Besserung ain Hand oder ainen Fuß abschlagen". Und wenn beide
Strafen nicht durchfuehrbar waren, weil der- oder diejenige geflohen war, dann
gab es folgende Strafe "Wer aber, daß Ihr ains oder mer davon
entrunnen, und nicht begriffen (ergriffen) wurden, dem oder den soll man zur
Besserung hundert Jar und ainen Tag die Statt zu Landsperg verbieten, ohn Gevaerd".
Ja ja, so warns, die alten Landsberger. Aber Kultur und
Kunst, besonders die herrlichen Bilder im historischen Rathaus(rechtes
Bild) bezeugen dies, waren auch so wie heute stets willkommen. Musik
und Tanz wird und wurde in Landsberg am Lech gepflegt, sogar allerhoechste
Gaeste dokumentierten dies. Auf einem der Bilder im Rathaus ist Herzog
Ernst von Bayern als Gast im Landsberger Rathaus zu sehen, dem folgende
urkundlich nachweisbare Geschichte zugrunde liegt..

Herzog Ernst, bekannt auch durch die Hinrichtung der Agnes
Bernauer, war einst in Landsberg eingetroffen und duesterer Stimmung. Die Stadtraete
und Buerger, die den Herzog liebten, versuchten ihn mit gutem Eseesn und Musik
aufzuheitern, was besonders dadurch gelang, daß "anmutige und
wohlgeschmueckte Frauen und Maedchen der Stadt" kamen und Herzog Ernst
zum Tanz baten. Nach einer Ruhepause in der Trinkstube im Rathausgewoelbe ging
der Tanz mit den Schoenen der Stadt weiter und erst am naechsten Morgen ritt
Herzog Ernst wohlgelaunt wieder nach Muenchen zurueck. Er gab dann diesen Erlaß
zu Papier: "Von Gottes Gnaden, Wir Ernst exc. thun zu wissen, das Wir
auf dem Rathaus zu Landsberg mit den schoenen Frauen getanzt haben, daß
Wir etwas muede gewesen und in derselben Muedigkeit baten Uns die von Landsberg,
daß Wir ihre Trinkstube schauen moechten, da die unter dem Ratssaal steht.
Das thaeten Wir und beschauten die Trinkstube. In derselben fanden Wir aber
allerlei Wein und auch einen schoenen Brunnen, der mitten in der Stuben ausgeht,
viel liebliche frowen und maegdlein darneben und brachten uns in solcher Stuben
Unsern ganzen guten Mut wieder. Und da Wir unsern lieben Getreuen Unserer Stadt
Landsberg die Foerderung zu ihrer Trinkstube gethan haben, daß wir schaffen
unsern Hoffischern (am Wuermsee), daß sie alle Jahre, wann die rechte
Fischzeit (um Weihnacht) den vorgenannten, unsern lieben Getreuen, wenn sie
ihren Bothen darnach senden, etwelche gute Ferchen (Goldferchen) ausantworten.Die
sollen sie dann in Landsberg durch Unseren Willen auf der Trinkstube essen
und Unsers Tanzes dabei gedenken. - Wir achten auch nicht, was sie ein Mehreres
darueber verzehren. - Muenchen am Mittwoch nach St. Antonitag 1434"
.

Die heutigen Besucher von Landsberg am Lech koennen einen
kleinen Einblick in diese Zeit nehmen, wenn sie im Sommer das in der Naehe
in Kaltenberg stattfindende Ritterturnier besuchen.
Es findet ueber mehrere Wochen hinweg beim Schloß
Kaltenberg statt und ist das groeßte Ritterturnier der Welt mit echten
Ruestungen und Waffen. Aber auch Naturliebhaber und Sportler sind in Landsberg
gut aufgehoben.
Golfer finden ca 5 Kilometer entfernt bei Schloß Igling
eine 9-Loch-Golfanlage, herrliche Radwanderwege am Lech (Sie brauchen kein
Fahrrad mitbringen, kann man guenstig mieten) sowie Bade- und Schwimmgelegenheiten
bieten viele Moeglichkeiten Land und Leute kennenzulernen.

Aber Vorsicht, meine Herren der Schoepfung.
Wer als Single meint, die anmutigen Maedchen von Landsberg seien leicht zu
haben, der sollte sich die abschließende (wahre) Geschichte zu Herzen
nehmen, damit er sich nicht ungluecklich fuer sein Leben macht.
Der Jungfernsprung zu Landsberg
Im April 1633 kam der schwedische General Thorstenson
vor die Tore der Stadt Landsberg und verlangte ihre uebergabe. Obwohl die Buerger
der Stadt keinerlei Unterstuetzung durch kaiserliche Truppen erwarten konnten,
entschlossen sie sich zur Gegenwehr, hielten eine fuenftaegige Beschießung
aus und brachten dem Feind durch Ausfaelle erheblichen Schaden bei. Aber dann,
nach bereits eine Bresche in die Stadtmauer geschossen worden und der Pulvervorrat
der Stadt erschoepft war, entschloß sich die Stadt zur uebergabe. Noch
ehe jedoch die Kapitulationspunkte ausgehandelt waren, drangen die Schweden
nachts in die Stadt ein mit Morden und Pluendern. Etliche Frauen und Jungfrauen
stuerzten sich jedoch vor den sie verfolgenden Soldaten von den Mauern um nicht
in deren Haende zu fallen. Die Namen sind im pfarramtlichen Totenbuch erhalten,
die Stelle, an welcher sich die heldenmuetigen Frauen den Tod gaben, wird der
"Jungfernsprung" genannt.
Soweit mein kleiner Internet-Ausflug nach Landsberg am Lech.
Weitere Informationen gibt Ihnen gern das Kultur-
und Fremdenverkehrssamt oder Sie finden diese bei einem Besuch der eigenen
Homepage von Landsberg am Lech.
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Anregungen, Vorschlaege (auch fuer Ihren eigenen Ort),Termin-
Anfragen oder auch Ihre Meinung, wie es Ihnen gefallen hat bitte an J.W.
Lohfink
Text von J.W. Lohfink, Bildmaterial von der
Stadt Landsberg am Lech © J.W.Lohfink |