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Ein Kirchenbesuch in Prien am Chiemsee
zwei unscheinbare Kleinodien in der Ortsmitte
So, liebe Prien-Besucher, ob hier auf meiner Webseite oder in natura,
nun folgen Sie mir bitte zu zwei anscheinend ganz normalen Kirchen
in der Ortsmitte von Prien. Wer an diesen vorbei geht nach dem Motto
ooch, schon wieder ne bayrische Kirche, der hat echt was
versäumt.
Von außen sehen die beiden unscheinbaren Kleinodien, wie ich
sie nennen muß, so aus:

Und ich bin bei meinem Besuch in Prien zuerst mal in die kleinere von
beiden gegangen, es ist die Taufkapelle St. Johannes. Wenn man reinkommt,
dann sieht man zur linken Hand eine Mariengrotte ähnlich wie in
Lourdes.

Auf der rechten Seite eine Darstellung von Jesus im Garten von Gethsemane,
wo ihm der Engel symbolisch den Kelch bringt

Geradeaus fällt der Blick sofort auf eine schlichte Plastik, die
von einem herrlichen Bild im Hintergrund fast verdrängt wird.
Es ist ein Bild des Kufsteiner Meisters Peter Weißpacher.

An der Wand sind dann auch noch zwei wunderbare alte Bilder auf Holz,
eines hab ich Ihnen abgelichtet.

Die gesamte Kapelle strahlt eine richtige Ruhe aus und bringt den Besucher
auch dazu, länger zu verweilen. Doch nach einer Weile mußte
ich mich doch losreißen, denn ich wollte auch die größere
Kirche noch anschauen. Und das war dann ein echtes weiteres Highlight,
wie das Jungvolk auf Neogermanisch heute sagt.

Von außen sieht die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt gar nicht
so wuchtig und groß aus, wie sie von innen nach Eintritt auf
den Besucher wirkt. Dazu tragen die Bilder von Johann Baptist Zimmermann
an der Decke bei, doch dazu später. Zuerst einmal gehen wir näher
an den Altar.

Beim Heranzoomen fiel mir links oben ein Engel auf, der mir unheimlich
gefallen hat (hat nix mit gefallenen Engeln zu tun, dunnerlittchen
nochmal, immer diese dummen Bemerkungen).

Dann fiel mir auf, da gibt es links und rechts oben im Altarraum sowas
wie Ehrenlogen, für wen weiß ich zwar nicht, aber haben
mir auch gefallen, da ich sowas zum ersten Mal sah.

Die Kanzel war zwar auch recht hübsch, doch am besten gefiel mir
wieder ganz oben ein Engelchen. Ob das dem Pfarrer bei der Predigt
einsagt???

Links der Marien-Altar ist irgendwie schlichter als gewohnt, aber sehr
eindrucksvoll

Und rechts der Seitenaltar ebenfalls, aber für wen er ist, verrat
ich Ihnen nicht, müssen Sie schon selber hingehen und gucken.

Aber dann war ich von den Deckenbildern so fasziniert, daß ich
fotografiert hab, was ging. Manches ging in die Hose, hab
ich aber erst hinterher gemerkt. Hab halt doch nicht mehr so ein ruhiges
Händchen. Doch die am besten gelungenen Bilder hier für Sie:

Das war ein kleines Bild, das ganz große folgt jetzt

Schauen Sie mal, wie die Herrschaften diskutieren:

Tja und beim längeren Hinsehen war mir klar, warum früher
so viele in die Kirche gegangen sein müssen. War ja fast wie Kino,
sehen Sie die Schiffe?

Mord und Totschlag in der Kirche, Abenteuer auf See, wer weiß,
wie viele andächtig während der Predigt nach oben geschaut
haben und in Wirklichkeit mit ihren Gedanken bei den Kämpfern
der Schiffe mitkämpften

Beim Blick hinter zur Orgel kommen die erregenden Augenblicke noch
einmal so richtig zur Geltung, das war kirchliche Unterhaltung früher.

Aber über allem wachten die Englein

Ob sie nun die Kanzel stützen, damit der (oft wohlbeleibte) Priester
nicht abstürzte

oder auf nicht anständige Gottesdienstbesucher mit dem Finger
zeigten der war's, der hat eben gegähnt

Und heute wachen hoffentlich viele Bürger von Prien über
diesen Schatz an Historie und Kunst in ihrem Ort, denn es ist eine
wahre Augenweide für jemand, der Schönes gern sieht. Für
die historisch Interessierten der Hinweis, daß das Deckenbild
einen Teil der Seeschlacht von Leporello zeigt. Wer nu nich weiß,
was, wann, warum und wo det Janze war, der sollte entweder die Geschichtsbücher
durchforsten oder bei einem Besuch in Prien sich den dort liegenden
Kirchenführer kaufen. Kost nich ville, nur 2,50 Euro, aber da
sind dann echte Profibilder noch mit drin. Meine sollen ja nur Appetithäppchen
sein.
Dazu nun eine Korrektur: "Leporello" war
ein gedanklicher Ausrutscher von mir, es muß "Lepanto"
heißen - da war die Seeschlacht. Wie mir ein Besucher dieser
Seite und auch der Kirche mitteilte, sind die Deckenbilder im Augenblick
- also Oktober 2008 - grad mal im "Trockendock", zwecks Restaurierung
wahrscheinlich, sind nur noch die Rahmen da. Oder hat vielleicht einer
die Bilder "gemopst"?
Damit mach ich jetzt Schluß mit meinem Kirchenbesuch und dieser
Seite. Falls Sie Kunst im allgemeinen mögen und mehr darüber
lesen möchten, besuchen Sie bitte meine beiden Internetantiquariate,
Abteilung Kunst (auch links oben im Wegweiser). Habe viele schöne
alte Bücher dort im Angebot. Muß ja noch von was anderem
leben, kann ja nicht immer nur Leute um die Ecke bringen.
Mit fröhlichen Grüßen
Ihr preissischer Reiseführer in Bayern
Jörg W. Lohfink
zurück auf die Prien-Seite?
Bis zur nächsten Reise durch Bayern und seine herrlichen Fleckerln
verabschiede ick mir herzlichst - Ihr Jörg W. Lohfink,
Flughafentransfer München.
©® Jörg W. Lohfink |