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Prien am Chiemsee ein idyllischer
Marktflecken
Ein freundliches Hallo oder guten Tag, liebe Besucher. Sie wollten
zum Chiemsee? Da sind Sie bei mir goldrichtig gelandet.

Sie sehen, Sie sind schon da. Na ja, nur virtuell, aber Sie bräuchten
jetzt nur noch auf's Schiff gehen und dann rüber zu den Königsschlössern,
auch bekannt unter den Schlagworten "Herrenchiemsee" und
"Fraueninsel", schippern. Die Schienen, die Sie im Vordergrund
sehen, sind für das Touristenbähnle, das vom See in die Ortsmitte
fährt. Was für einen Ort ??? Ach je, hab ich das vergessen?
Sie sind am Strand von Prien am Chiemsee im Chiemgau und wenn Sie es
noch genauer wissen wollen: auf der Webseite vom Flughafentransfer-München
von Mietwagen Lohfink.
Und det bin ick, een waschechter Berliner, nach Heirat mit einer waschechten
Bayerin laut Verfassung des Freistaates Bayern ooch 'n Bayer nu. Da
lachen alle Hühner, wennse mir sprechen hör'n. Und Lachen
ist gesund, sagen die Doktores, also dann woll'n wa mal.
Kurze Vorstellung meinerseits: ich heiße Jörg W. Lohfink,
bring Leute um die Ecke (mit'm Auto transportierend) vom Flughafen
München oder Hotel, je nachdem wo einer hinwill und mich bezahlen
kann. Ganz billig bin ich nämlich nicht, dafür fahren Sie
bei mir in einem echten amerikanischen Großvan, mehr ein rollendes
Wohnzimmer für 6 Mann oder Frau oder gemischte Doppel, aber wie
First Class im Flugzeug.
Heute bin ich mit Gästen nach Prien am Chiemsee gefahren. Die
Gäste wollten Herrenchiemsee sehen und ich mir in der Zwischenzeit
den Ort anschauen. Machen wir es doch zusammen, Sie sind ja schon hier.

Nun weiß ich nicht, ob das Bähnle nur in bestimmten Monaten
oder bei Regen nicht fährt, alle 20 Minuten kommt nämlich
heute ne Dusche von oben, fahren wir halt mit meinem Wagen. Sind zwar
nur 1,4 Kilometer von der Schiffsanlegestelle bis zur Ortsmitte, aber
bei Regen.....
So, hier haben wir schon den Priener Bahnhof.

Na ja, ist nur das Ende davon, aber dafür mit Ortsschild, damit
Se mir ooch jloben (ha, können Sie das noch lesen
? :-)
Ein paar Schritte weiter und schon blicken wir von der Ortsmitte mal
nach rechts.

Dann gradaus zum Marktplatz

und noch einmal in Richtung Bernau

Sollten Sie sich nun wundern, daß alles so menschenleer aussieht,
dann kurz ein paar Worte dazu. Erstens haben wir heute einen Dienstag
vormittag im Mai, da arbeiten die anständigen Bürger brav.
Zweitens regnets wie gesagt, da bleiben andere auch daheim und drittens
sind die ganzen Touristen am See und bei den Königsschlössern.
Einsam hält nur die Wacht am Marktplatz der Brunnenritter.

Aber für die, die noch nie hier oder in Bayern waren, da darf
ich Ihnen die Priener Einwohner mal vorstellen. Eigentlich machen die
es selber mit ihrem Maibaum, den Sie oben eben gesehen haben.

Dies nette Pärchen, könnt der Bürgermeister mit seiner
Frau sein, wird Ihnen alle Mitbürger zeigen, über den beiden
geht's schon los.

Die Priener sind ein geselliges Völkchen, Tanz und liebevolle
Umarmungen sind selbstverständlich.

Die Wirte empfangen Gäste liebevoll, an die große
Schnauze der Preußen haben sie sich gewohnt und dementsprechend
die Trinkgefäße bereitgestellt für den Empfang.

Die Frauen sind arbeitssam, denn sonst setzt's was vom Mann - nee,
nee, Spaß beiseite, das ist der Mann vom Winterdienst, im Sommer
wird er zum Säen eingesetzt, im Winter zum Streuen.

Auch hier ist es üblich, der eine schafft, der andere säuft
das Zimmerer- und Maurerhandwerk stellt sich vor.

Man könnte meinen, der Herr mit dem Rad ist sauer auf den mit
dem Hammer, aber in Wirklichkeit stellen die beiden den Wagner und
den Schmied dar.

So manch ein Jäger schießt vorbei, bei Hund und Hase Grund
zur Heiterei.

Fischer gibt's in Prien natürlich auch, ob die aber alle nur die
Weibers im Kopf und Netz haben und die Fischlein deshalb traurig
sind, ist mir nicht bekannt.

So a schiefes Fenster hoab i no nia net g'hoabt - könnte
man dem Glasermeister in den Mund legen, wenn er den Schreiner besucht.

Auch in Prien gibt's sicherlich rotzfreche Lehrlinge, die sich amüsieren,
wenn der Malermeister trotz dicker Brille auf den falschen Strich geht.

Natürlich hat's in Prien Bäcker und ganz hartgesottene, die
die Schweine killen.

Nicht daß Sie jetzt denken, der links hat dem rechts die Jacke
geklaut sowas gibt es nie nicht in einem bayerischen Dorf
ha, da sei uns Beckstein vor. Nein, links das ist ein Schneider, sieht
ja auch so dünne aus und rechts ist der Schuhmacher (das große
Paar in seiner Hand sind Waatstiefel zum Übers-Wasser-Laufen
wenn man weiß, wo die Steine liegen)

Ja, der eine hegt die Pflanzen und der andere gibt die Befehle (auf
dem See), Bauer und Kapitän, Sie sehen, der Branchen gibt es viele
in Prien.

Diese Priener waren nun so hoch oben, da hatte ich Schwierigkeiten
mit der Identifikation. Der Herr rechts unten könnt der Pfarrer
sein, der links unten ist ganz klar, det is einer von denen, die anderen
uffs Dach steigen. Würd ich natürlich auch gern, wenn ich
wüßte, daß oben grad ne Hübsche badet. Und links
oben, daß ist der Künstler, der seine Mitbürger 1954
so porträtiert hat.
Das war und ist für mich bisher die schönste Darstellung
einer Dorfgemeinschaft und ich hoffe, die Priener sind mir nicht bös,
wenn ich den einen oder anderen Berufszweig ein bisserl spaßhaft
beschrieben habe. Mehr konnte ich in der mir bleibenden relativ kurzen
Zeit eigentlich nicht über den hübschen kleinen Ort herausfinden,
von dem Besuch der nachfolgenden Gebäude mal abgesehen:

Dat beste Stück von Janzen hab ich mir nämlich
zum Schluß aufgehoben, einen Besuch in der Taufkapelle Sankt
Johannes und der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Prien. In ersterer
finden Sie ein herrliches Bild von dem Kufsteiner Meister Peter Weißpacher
und in der Pfarrkirche wunderbare Bilder von Johann Baptist Zimmermann.
Um jetzt die Heiden und Kunst-Nicht-Liebhaber
unter Ihnen nicht zu ärgern, hab ich für meinen Kirchenbesuch
eine extra Seite angelegt. Wer
mir also in die Kirche folgen will, bitte hier klicken.
Für die anderen noch eine interessante Handwerkerleistung als
Abschluß. Der Kirchturm auf dem Bild trägt einen fast 40
m hohen gezimmerten Spitzhelm (Dachstuhl). Und bei oder für diesen
gab es eine einmalige handwerkliche Meisterleistung im Jahr 1736. Der
alte Turm der Kirche war damals baufällig geworden und man hatte
einen neuen geplant. Aber die Turmspitze war grad in den Jahren vorher
neu gezimmert und aufgestellt worden. Der Abriß und Neubau wäre
arg teuer gekommen.
Und da erbot sich ein gewisser Gerichtszimmermeister
Christian Raab vom Unterachtal bei Hinsberg, den kompletten Helm vom
alten auf den neuen Turm mittels Walzen zu übertragen. Das gelang
dann auch ohne Probleme und war eine Meisterleistung ersten Ranges
( det hab ich aus dem Kirchenführer, in dem das drin steht
kriegen Sie übrigens in der Kirche für 2,50 Euro hab
ich natürlich bezahlt !!!).
So, das wäre eine klitzekleine Vorstellung eines idyllischen Marktfleckens
mit dem einprägsamen Namen Prien im Chiemgau. Nich,
daß mir nun die Hamburgers das mit Priem verwechseln
!
Der Name kommt übrigen vom Flüßchen Prien, das gleich
um die Ecke fließt.
Die Kunst- und Kirchen-Liebhaber können jetzt mir in die beiden
Gotteshäuser folgen, einfach
hier klicken. Falls Sie Kunst im allgemeinen mögen
und mehr darüber lesen möchten, besuchen Sie bitte meine
beiden Internetantiquariate, Abteilung Kunst (auch links oben im Wegweiser).
Habe viele schöne alte Bücher dort im Angebot. Muß
ja noch von was anderem leben, kann ja nicht immer nur Leute
um die Ecke bringen.
Ach, hätt' ich ja beinahe vergessen: Sie wollt'n doch 'ne Villa
am See? Wenn "Se jenug Kohlen ham, könn' Se sicherlich eene
koofen" - wenn nicht, dann schauen Sie sich doch mal diese hier
an. Näheres finden Sie hier.
Die liegt fast grad gegenüber von den Landungsbrücken
ganz oben und da können Sie sich gern mal "einmieten",
ist ein ganz hübsches Hotel mit lieben Wirtsleuten.
Neues Jahr, neue Info's - denken Sie bloß
nicht, in Bayern oder am Chiemsee wär nix los außer die
Wasservögel :-)
.
Im April besucht der "Goggolori" Prien
- eine bairische Volksoper, zu sehen im großen Kursaal.
Wer gerne blaues Blut sehen möchte, sollte
"Adel in Bayern" nicht versäumen, von April bis Oktober
die Bayerische Landesausstellung 2008 in Rosenheim und Aschau. Auf
Herrenchiemsee gibt es Festspiele, am See den Chiemsee Reggae Summer
(Sommer) und noch so manches andere "Highlight" (auf althochdeutsch
"Veranstaltung").
Wer mehr und genauere Informationen oder auch Karten
haben möchte, der kann sich bei der Priener
Tourismus GmbH gern telefonisch unter 01805-981981 (Hotleine zu
0,14 Euro das Minütchen) oder allgemein unter 08051-69050 oder
info@tourismus.prien.de
erkundigen.
Bis zur nächsten Reise durch Bayern und seine herrlichen Fleckerln
verabschiede ick mir herzlichst - Ihr Jörg W. Lohfink,
Flughafentransfer München.
©® Jörg W. Lohfink |