Aus Bayerns Sagenschatz 003

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Das ist nun Seite 4 meiner bayerischen Sagen-Abteilung fuer alle Besucher und Freunde unserer Bayern-Reise, aber natürlich auch für alle Bayern selber.

Alte Märchen, die nicht unbedingt aus Bayern stammen müssen, finden Sie auf folgender Seite:

Alte deutsche Maerchen

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Aus der Oberpfalz stammt die Sage vom

Schatz vom Buchet

Das "Buchet" ist eine mit dem Boehmerwald zusammenhaengende Waldung in der Naehe von Waldmuenchen. Dort soll im Jahr 1632 der General Campbell seine schwere und wohlgefuellte Kriegskasse zurueckgelassen haben, damit die Flucht der Sachsen, die von Wallenstein verfolgt wurden, beschleunigt werden konnte. Man konnte aber den Platz im Buchet, an dem sie vergraben worden war, nicht finden, obwohl noch ein Mann lebte, der beim Eingraben dabei gewesen war. Er hatte aber einen Eid geschworen, den er zeitlebens nicht brach.

Er erzaehlte nur des oefteren, daß der Schatz leicht zu finden sei, denn er laege unter einem Stein verborgen, auf dem ein Kamm eingemeißelt waere. Als jedoch der Tod an seinem Bett stand, gestand der Mann, daß er oft versucht hatte, den Schatz fuer sich zu heben, aber jedesmal durch einen großen schwarzen Hund mit feurigen Augen daran gehindert worden sei.

Eines Tages hat dann spaeter ein huebsches Bauernmaedchen, das im Wald beim "Buchet" arbeitet, einen großen Stein entdeckt, auf dem ein Kamm eingemeißelt war. Das Maedchen wußte jedoch nichts von dem Schatz und achtete daher nicht weiter auf diesen, obwohl sie wegen des eingehauenen Kammes schon etwas Besonderes an dem Stein zu erkennen glaubte. Als sie in ihrer Arbeit wieder fortfahren wollte, da schwankte in ihrer Naehe jedoch die Erde und sie sah mit Erstaunen, daß der Stein mit dem Kamm versunken war. Sie wollte sich davon genauueberzeugen, ging zu dem Platz, wo vorher der Stein gewesen und fand statt dessen dort drei Goldstuecke, die sie an sich nahm.

Erfreut ueber diesen Fund wollte das Maedchen nun heimgehen.Aber kaum war sie einige Schritte gegangen, als ploetzlich ein großer schwarzer Hund auftauchte, immer um sie herum sprang und sie nicht mehr weiter gehen ließ. Sie wußte sich bald nicht mehr zu helfen, denn alle bekannten und erdachten Mittel zum Vertreiben des Tieres halfen nicht, im Gegenteil, der Hund schien immer boesartiger zu werden und machte Anstalten, das Maedchen anzugreifen.

Auf einmal schien es der jungen Frau, als riefe ihr jemand zu "Wirf die Goldstuecke weg", weshalb sie hastig die drei gefundenen Goldstuecke aus der Tasche nahm und sie dem Hund vorwarf. Dieser bellte freudig auf, apportierte die Goldstuecke und verschwand im Wald. Lange blieb das Maedchen noch stehen, denn Furcht und Schrecken hatten sie fast gelaehmt. Nachdem sie sich erholt hatte, ging sie dann schnurstracks heim. Es war uebrigens Karfreitag an dem Tage.

Damals im 17. Jahrhundert wollte sie nicht den Schatz beschaffen um im casino zu spielen und einen Geschäftsbereich zu starten, im Gegenteil, sie wollte das Geld für ihren armen Vater. Daheim angekommen erzaehlte sie ihren Freundinnen das Erlebte. Mehrere von denen gingen dann mutig des oefteren hinaus, den Stein mit dem Kamm zu suchen. Es war aber zwecklos, denn der Erzaehlung nach zeigt sich der Schatz nur einmal im Jahr fuer eine Stunde und das nur am Karfreitag. Außerdem seien nur Sonntagskinder befaehigt, ihn zu sehen.

Da es aber nur wenige Sonntagskinder gibt, so ist der Schatz noch immer in der Erde verborgen, obgleich eine Frau, die behauptete, ein Sonntagskind zu sein, alle Jahre bis an ihr Ende jeden Karfreitag in das "Buchet" gegangen sein soll, um den Schatz zu suchen. Auch ihre Bemuehungen waren nicht erfolgreich und so ist die Kriegskasse immer noch im Buchet verborgen.

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Ob heute die Froesche in Pleystein in der Oberpfalz ihre Stimme wieder gefunden haben ist mir nicht bekannt, wohl aber die Sage :

Die stummen Froesche von Pleystein

Man erzaehlte frueher, daß die Froesche im Stadtweiher von Pleystein nicht quaken konnten. Selbst wenn fremde Froesche herangebracht wurden, die zuvor woanders so manchen um seine Nachtruhe gebracht hatten, in Pleystein verstummten sie. Und daran soll ein Fluch schuld gewesen sein.

Als in frueheren Zeiten die Menschen noch frommer waren und die Toene des Ave von den Kirchenglocken der Stadt klangen, da ruhten alle Haende und falteten sich zum Gebet um zu benedeien die Magd des Herrn. Oft hoerten die Einwohner von Pleystein dann einen dreistimmigen lieblichen Gesang vom hohen Schloßturm. Die drei Burgfraeulein, von holder Art und Anmut lobten mit zarten Stimmen Maria und den Sohn. Manchmal naeherten sich fromme Beter dem Schloß, um den lieblichen frommen Gesang besser zu vernehmen.

Aber wie es so ist im Leben, was den einen freut, stoert den anderen und so hatte auch der Gesang der Burgdamen Gegner. Im schilfumwachsenen Schloßteich lebten Froesche und Unken in großer Zahl. Sobald nun "Sei gegrueßt Maria" vom Burgturm erklang, da quakten jedesmal die gruenen Schwaetzer in großem Laerm, als wenn sie das Lied verspotten wollten.

Eines Abends aber war das Schnarren und Quaken der unheiligen Schreier einer der drei Saengerinnen, Schwester Luitgard, gar zu frech geworden und sie rief wie beschwoerend in heiligem Zorn: " Hat's dem Boesen wohl behagt, unseren Gesang durch euren zu stoeren, so sei es nun mit Gott gewagt, Fluch zu bieten euren Choeren. Seid auf ewig allesamt, stumm zu sein von mir verdammt!" Und sofort wirkte der Zauberfluch der Burgdame, kein Laut war mehr zu hoeren aus dem Teich.

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Auch Neid und Habgier wurden in der Oberpfalz anscheinend fuer ewige Zeiten bestraft, davon erzaehlt die Geschichte vom

Zauberweiher zu Brueckelsdorf

Nahe dem Dorfe Brueckelsdorf bei Burglengenfeld befindet sich der sogenannte "verwuenschte Weiher". Er wimmelte einst von koestlichen Fischen und der Fang gab dem Besitzer reichen Erwerb. Als wieder einmal der Ablaß des Weihers stattfand und so reiche Beute an fetten Karpfen gewonnen wurde, daß der Fischer kaum wußte, wo und wie er den Segen zu bergen haette, da kam ein Weib von aermlichen Ansehen und nahm sich ein Fischlein.

Sie schickte sich an, noch ein zweites sich anzueignen, als es die Fischer bemerkten und mit groben Scheltworten das Weib von dannen jagten. Zornerfuellt warf sie die Fische weg und mit haßerfuellten Zuegen schleuderte sie dem Fischer den Fluch zu, daß der Teich niemals mehr einen Fisch ihm liefern solle.

Der Fluch wurde erhoert, die Hartherzigkeit und Mildlosigkeit bestraft, von jener Stunde an war der Weiher verzaubert. Man sieht in seinen Wassern Fische schwimmen, aber laesst man ihn ab, findet sich keine Spur mehr von ihnen.

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Die Stadt Coburg hat mir geholfen, zwei Stadtsagen Ihnen zu bieten.

Ab und an soll man des Nachts bei Anfang der zwoelften Stunde einen oder sogar zwoelf schaurig klingende Hornrufe vom Kirchturm her hoeren.

Wenn es nur einer ist, dann ist ein gieriger Abt aus früheren Zeiten. Ueber diesen und die Strafe Gottes erzaehlen die Leute und sogar zwei steinerne Zeitzeugen folgendes:

Die steinernen Brunnenloewen

Im Brunnen auf dem Coburger Markt stehen zwei steinerne wasserspeiende Loewen, die einst durch hoehere Maechte kurzzeitig lebendig wurden. Als naemlich einst ein reicher Geizhals der Stadt Coburg auf dem Sterbebett lag, da bereute er seine Suenden aufs tiefste. Um dieselben zu suehnen, fasste er den Entschluss, seine ganze Habe dem Waisenhaus zu vermachen unter der Bedingung, dass die Waisenhauskinder an seinem Grab weinen und fuer seine Seele beten sollten. Als dieses der Abt des Barfuesserklosters hoerte, eilte er rasch zu dem Sterbenden, um ihm die heiligen Sakramente zu reichen.

Unterwegs aber kamen dem Abt gierige Gedanken, denn er beschloss, den Mann dahin gehend zu bereden, dass er sein Geld und Gut nicht den Waisen, sondern dem Kloster schenken sollte. Doch zu dieser Zeit drangen solch gottlose Gedanken sehr schnell an die richtige Stelle und ploetzlich wurden die Brunnenloewen lebendig, sprangen fuerchterlich bruellend von ihren Gestellen,zerrissen den Abt und verschlangen ihn samt der Monstranz. Nachdem dies geschehen war, wurden sie wieder in Stein verwandelt und waren wieder im Brunnen fest eingemauert. Ab und an, so erzaehlen die Coburger, soll der Abt nachts die zwoelfte Stunde mit einem Hornruf verkuenden.

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Wer jedoch in Coburg des nachts zwoelf gruselige Hornrufe hoert, dem soll es nicht gut tuen oder es ist ein Zeichen, dass der Stadt Unheil droht. Der Blaeser soll ein grausamer Moench sein, von dem die Sage folgendes berichtet:

Der Moench auf dem Moritzturm in Coburg

Graf Hermann von Henneberg, der einst auf der Veste Coburg residierte, fuehrte eins Krieg mit dem Bischof von Bamberg, weil dieser den Moerder seines Vater an seinem Hof beherbergte. In einer Schlacht nahme des Grafen Feldhauptmann zwoelf adelige Kinder gefangen, die dann auf der Veste Coburg in Gewahrsam gehalten wurden. Die Junker, die nicht allzu streng erzogen waren, trieben oft auf dem Schlosshofe allerlei Kurzweil. Als eines Tages der Schlosskaplan, ein finsterer Moench, die Treppe hinab in den Hof schreiten wollte, glitt er auf der Treppe aus und fiel hin.

Die mutwilligen Knappen, die um den Moench zu Fall zu bringen, erst vorher Erbsen auf die Treppe gestreut hatten, erhoben ein helles Gelaechter. Diesen Junkerstreich nahm der Moench sehr uebel auf, ging hin zum Grafen und sagte ihm, unter den Gefangenen waere der Moerder seines Vaters. Da liess der Graf in seinem Zorn den Scharfrichter kommen und teilte ihm mit, dass er zur Mitternachtsstunde auf dem Hochgericht so viel Junker durch das Schwert enthaupten solle, als Hornstoesse vom Turm erklingen.Der Tuermer aber erhielt den Befehl, in der Nacht zwoelfmal zu tuten. Da lachten die Junger nicht mehr, sondern Schrecken und Angst kam ueber sie.

Als diese harte Urteil die Graefin erfuhr, bat sie ihren Gemahl, doch den zarten Junkern das Leben zu schenken. Die instaendigen Bitten der guten und frommen Frau hatten auch Erfolg, denn der Herzog befahl, dass von den zwoelf Junkern nur einer, naemlich der Moerder seines Vaters, hingerichtet werden sollte. Doch die Graefin, die auch den Tod des einen hindern wollte, liess den Tuermer rufen und sprach zu ihm: "Gehorche einmal dem Worte deiner gnaedigsten Frau mehr als dem deines gnaedigsten Herrn. Er is heut' im Zorn, morgen wird er milder sein und wo nicht, so gebe ich dir Geld und Mittel zur Flucht. Hoere denn: So dir der Graf durch einen Boten das Zeichen zum Blasen gibt, so lass dein Lichtlein brennen in deinem Gemach, verschliess dasselbe wohl, steig hernieder vom Turm und komm zu mir herauf in die Burg, wo ich dich dann wohl verwahren will. Still bleibt es dann oben auf dem Turm, das Todeszeichen schweigt und mit den unschuldigen Haeuptern wird dann sogar das schuldige gerettet. Morgen wird es mir und dir mein Gemahl Dank wissen."

Aber der rachsuechtige Moench, der hinter einer Tapete verborgen gewesen war, hatte alles mitangehoert. Kurz nach Mitternacht wurden die Junker beim Fackelschein zum Hochgericht gefuehrt, um sie wenigstens die Angst des Todes fuehlen zu lassen. Der Tuermer jedoch befand sich wohlverborgen bei der Fuerstin, die ihn mit einer Kanne des besten Weins bewirtete. Als aber die Mitternachtsglocke ihre zwoelf Schlaege vollendet hatte, erscholl ein langer, trauriger Hornruf durch die Luft vom Turme. Zwoelfmal rief es und auf jeden Ruf sank das Haupt eines Juenglings.

Da eilte der Graf selbst voll Zorn in die Stadt zum Turm und fand statt des Tuermers den rachsuechtigen Moench, der mit gellender Stimme in die schauerliche Nacht hinausrief: "Buben, ich habe es euch vergolten! Ihr hoehnt mich nicht mehr. Wusstet ihr nicht, dass es gefaehrlich ist, einen Mann Gottes zu erzuernen? Wusstet ihr nicht, dass ein Moench niemals verzeiht? Wie lieblich euer Gelaechter klang in der Halle und euer kosendes Gerede. Jetzt koset auf dem Rabensteine mit den flatternden Raben und Eulen. Ihr habt eine Ewigkeit Zeit dazu."

Da ergrimmte der Graf, packte den Moench und warf ihn vom Turm herunter, dass sein Leichnam zugleich zerschellte. Seitdem umwandelt der gespenstische Moench zur Mitternacht mit einem Schluesselbund, Waechterhorn und Rosenkranz den Turm. Wenn aber der Stadt Unheil droht, dann tutet er auf eine schauerliche Weise.

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Schaetze haben schon immer die Phantasie der Menschen bewegt, hier die Sage vom

Schatz in der Roemerschanze

Etwa eine Stunde von Buch am Erlbach entfernt, abseits von der Straße, die nach Bad Ast fuehrt, liegt eine Roemerschanze. Sie ist ganz im Gehoelz versteckt und nur mehr ein großer Erdwall. Daran knuepft sich folgende Geschichte: In der Schreckenszeit des Dreißigjaehrigen Krieges lebte in einem benachbarten Ort ein reicher Bauer. Er war unverheiratet, hatte einen schoenen Hof und sah seine Lebensaufgabe darin, moeglichst viel Geld zusammenzuscharren. Dabei verschmaehte er auch keine unlauteren Mittel, denn sein Gewissen war weit, wenn der Gewinn in seinen Saeckel ging.

Als nun die raeuberischen Horden der Schweden nach Suedbayern kamen, wurde dem Bauern angst und bang, wenn er an die gefuellte Geldtruhe dachte. So ungern er sich von seinem Reichtum trennte, so sah er keinen anderen Weg mehr. In einer finsteren Herbstnacht brachte er seine Geldkiste an die Roemerschanze um seinen Schatz dort zu vergraben, dort waehnte er ihn an sicherer Stelle. Und wirklich kamen bald die Schweden, brannten alles nieder und quaelten die Einwohner. Auch das Gut dieses Bauern wurde von den Soldaten eingeaeschert. Der Besitzer rettete zwar das nackte Leben, wurde aber wenig spaeter Opfer der nachfolgenden Pest. Es wußte nun niemand, daß in dem alten Roemerkastell ein Schatz verborgen war.

Rund hundert Jahre spaeter gab es in Buch einen Schmiedegesellen, der sich gerne mit Schatzsuche und anderen magischen Kuensten beschaeftigte. Diesem erschien nun im Traum der Bauer und bat, ihn von der Pein des Fegefeuers zu erloesen.Er muesse darin solange verweilen, bis der von ihm verborgene Schatz gehoben werde. Der Bauer beschrieb ihm die Lage des Schatzes, belehrte ihn, daß er in der Thomasnacht um 12 Uhr an der Roemerschanze sein und das Graben beginnen muesse. Er duerfe, so erklaerte ihm die Erscheinung, noch zwei Begleiter mitnehmen.

Bedingung jedoch fuer das glueckliche Gelingen des Unternehmens sei vollstaendiges Stillschweigen waehrend der Arbeit, des weiteren duerften sich die Gesellen nicht zum Umsehen verleiten lassen, komme daher, was da wolle. Der Schmied beschloß am anderen Morgen nach reiflicher ueberlegung, das Wagnis einzugehen und gewann nach anfaenglichem Zoegern noch die Mithilfe zweier Freunde.

In der Thomasnacht, es war eine stuermische und stockfinstere Nacht, zogen die drei Schatzgraeber mit Schaufeln und Pickeln bewaffnet aus. Der Schmied hatte eine rote Jacke an, die noch eine Rolle spielen sollte, ohne daß die drei es wußten. Als sie auf dem bezeichneten Platz angekommen waren, machte der Schmiedegeselle mit der Schaufel einen Kreis um die Stelle, unter der der Schatz lag. Ueber diesen Kreis hinaus durfte sich nach 12 Uhr keiner der drei mehr wagen, wenn er nicht in die Haende Satans fallen wollte. (Zu dieser Zeit glaubte man naemlich noch, daß vergrabenes Geld dem Teufel gehoere und diesem nur schwer zu entreißen sei).

Die Schatzgraeber begannen nun ihre Taetigkeit und gruben eifrig drauf los. Da glaubten sie ein schweres Fuhrwerk auf sich zukommen zu hoeren, welches sie scheinbar ueberfahren wolle. Sie ließen sich jedoch nicht zum Umschauen verleiten. Dann hoerten sie das Gestampf von einem Haufen schnaubender Pferde rasch sich naehern. Den mutigen Burschen standen die Haare schon zu Berge, aber trotzdem sie auch noch meinten, der Wald hinter ihnen brenne lichterloh und auch noch andere seltsame Geraeusche hoerten, ließ sich trotzdem keiner zum Umschauen bewegen.

Der Teufel aber gab sein Anrecht auf den Schatz noch nicht auf. Als er sah, daß er den Burschen auf die bisherige Art nichts anhaben konnte, versuchte er es auf eine andere Weise. Die drei hatten trotz ihrer Furcht eifrig weitergearbeitet und bemerkten zu ihrer Freude, daß sie auf etwas Hartes stießen und der Deckel der Geldkiste schon sichtbar wurde. Im Verlauf einer Viertelstunde hofften sie das Werk beendigt und den Schatz gehoben zu haben.

Da kam auf einmal ein vierter zu ihnen, der sich aber ueber den Kreis nicht hineinwagte. Es war kein Zweifel, daß es der Teufel war, denn einer hatte den etwas hinkenden Gang und den Bocksfuß bemerkt. Der Schmiedegeselle glaube sogar die Hoernlein unter dem Hut mit der spitzen Hahnenfeder hervorspitzen zu sehen.

Alle drei erschraken furchtbar bei dieser Erscheinung, die ihnen mit haemischem Grinsen eine Zeitlang zusah, aber keiner sprach ein Wort. Die Kiste war schon ein gutes Stueck weiter empor gearbeitet worden, da sagte ploetzlich der Teufel: " Der mit der roten Joppe gehoert mir." Der Schmiedegeselle erschrak, vergaß sich und erwidertet: "Warum denn gerade ich?"

Die Bedingung, kein Wort zu sprechen, war gebrochen, augenblicklich sank die Geldtruhe in die Tiefe, waehrend der Teufel mit einem Hohngelaechter verschwand. Die Schatzgraeber aber flohen entsetzt der Heimat zu.

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