|
Heit', liebe Leit', fahr'n ma ins Ausland Sie wollten doch immer
mal nach Österreich, gelle?
Also dann pack' ma's, hin zu einer ehemaligen bayerischen
Stadt, die von einem arg frommen Bayernherzog verschenkt wurde. Auf nach Salzburg.

Mit lieben Gästen an Bord war ein Besuch der Stadt angesagt, in dem
der Wolferl einst erst mit Kugeln und dann später mit dem
Klavier spielte. Die Kugeln gibt's heit no, heißen Mozartkugeln und viele
darf ich nicht essen, sonst sieht mein Bäuchlein auch so aus. Doch erst
die Arbeit, dann das Vergnügen.
Apropos Arbeit, wer mir noch nicht kennt, eine kleine Vorstellung:
ich mach in Personenbeförderungen, das heißt, ich hole
als Flughafentransfer Gäste vom Flughafen Franz-Josef-Strauss ab und bring
sie um die Ecke, also dahin, wo sie hinwollen. Und Ausflugsfahrten
in und um Bayern und weiter sind auch jederzeit möglich.
Also sind wir dann an einem Dienstag vormittag von München aus auf
die Autobahn, Richtung Rosenheim,
am Inntal-Dreieck vorbei schnurstracks ins Berchtesgadener Land. Bald grüßte
der sagenumwobene Untersberg in der Ferne und die alte bayerische Stadt rückte
immer näher. Und jetzt gleich ein kleiner geschichtlicher Ausflug, bis
wir Juvavum erreichen.
Kennen Sie nicht? Tja, man sollte halt in Latein besser aufpassen. Sie wissen
ja, trotz der oft in Bayern herrschenden Kält'n wohnten auch
in dieser Gegend früher die Leutchen, die man Kelten (hat
nix mit alter deutscher Schreibweise zu tun) nannte. Und bald kamen die Jungs
aus dem Süden, unsere Herren Römer, fanden das Plätzchen auch
sehr anheimelnd und bauten dort eine Verwaltungsstadt, die Municipalstadt Juvavum.
Aber als dann die Bajuwaren kamen so wie heute wir
und Tausende von Touristen schnürten die Jungs schnell ihre Sandalen
und Bündel und nix wie heim nach Italia. Und so wurde der Ort, in dem
mit Salz gehandelt wurde und der eine Burg hatte, bald die bayrische Stadt
Salzburg. Dann kam der Bischof von Worms, genannt der Heilige Rupert, und weil
Bayernherzog Theodo so fromm war, schenkte er diesem das schöne Fleckerl.
Der Rupert und seine Nachfolger waren zwar die Erzbischöfe der bayerischen
Kirchenprovinz, aber genau genommen damals schon ein eigener Staat im Staate.
Doch davon später ein wenig mehr.

Hier sind wir nämlich schon in Salzburg gelandet, haben einen der wenigen
Parkplätze gefunden und stellen mit Erstaunen fest, welch große
Kerle es in Salzburg gibt. Auf dem Bild oben paßt Herr Kopernikus auf,
was der Fingerkünstler macht.

Keine Sorge, der Kleene will dem Großen nicht das Balli
wegnehmen, im Gegenteil er paßt ihm neue Finger an. Die früheren
sind wohl von immer noch existierenden Vandalen (alter germanischer Volksstamm,
marschierte bis nach Sizilien) mitgenommen worden, weil die eigenen Langfinger
zu kurz waren.

Durch eine Katakombe kommen wir in einen Labyrinth-Garten und dann stehen
wir schon im Park des Schlosses Mirabell. Eine herrliche Anlage mit wunderschön
angelegten Blumenbeeten und Wasserspielen.





Schloß Mirabell und der Park sind schon aus der Zeit des Barock und
wem der Name Fischer von Erlach was sagt, der weiß, welch
namhafte Künstler in Salzburg zu Gast waren. Doch wir wollen ja weiter,
also auf in Richtung Parktor mit dem herrlichen Blick auf die Feste Hohensalzberg.

Und schon sind wir auf dem Markartplatz, der von der wuchtigen Dreifaltigkeitskirche
überragt wird.

Meine Gäste steuerten dann zielstrebig das Mozarthaus an, ich nahm
erstmal eine kleine Auszeit, genauer gesagt einen Verlängerten
(Kaffeespezialname) im Cafe daneben.

Aber trotz dem irreführenden Namen, Kaffee hält bei mir auch verlängert
nicht lange, wurde mir die Zeit a bisserl lang Führungen im Mozarthaus
sind nicht grad kurz und so schaute ich mal in die Dreifaltigkeitskirche
rein. Hier ein paar kleine Aufnahmen:

Die Kirche war zwar vorsichthalber mit einem Gitter innen versperrt, wahrscheinlich
wegen dem Herrn Mateschitz. Noch nie von ihm gehört? Das ist der Besitzer
von Red Bull und dieses Getränk verleiht ja angeblich Flügel
jetzt stellen Sie sich mal vor, was dann in dieser riesigen Kuppel los
wäre....

Nachdem immer mehr Japaner herein drängten, machte ich diesen Platz
und ein paar Aufnahmen draußen. Von links nach rechts: ein Blick in die
diesseitige Altstadt, ein Blick aufs Postamt und aufs Hotel Bristol. Bitte
verwechseln Sie mich nicht mit dem Herrn im Vordergrund, ich war solo unterwegs.

Meine Gäste hatten die Mozart-Tour hinter sich und so ging's dann ab
in die Altstadt auf der anderen Seite der Salzach. Wie die en masse
aussieht, konnten oder können Sie ja ganz oben schon sehen. Doch schon
der Gang über die Salzachbrücke bringt herrliche Bilder für
die Augen.
Links nochmal ein Blick auf den Stadtteil mit dem Mozarthaus, dann ein Blick
in die Berge und rechts die Salzach und da drunter dann das weitere Stadtbild.


Natürlich kam dann der obligatorische Weg in die Getreidegasse
man braucht nur den vielen anderen zu folgen und schon ist man dort

Überall locken Geschäfte und kleine Lokale und da Mozart anscheinend
nicht nur Geschichts- und Kunstgenuß in seinem Haus vermittelt, sondern
auch hungrig macht, hatte ich wieder ein wenig Zeit um ein paar weitere schöne
Fleckerl zu erkunden. Von der Salzachbrücke aus sieht die Altstadt nämlich
ein bisserl arg klein und eng aus, aber da kann man sich täuschen, mein
lieber Mann.

Also erstmal hin zur Bürgerspitalkirche, hinter der ein Lift zur Eremitenklause
hochführt. Diese Kirche wirkt arg düster und für meinen von
bayerischen Barockkirchen verwöhnten Geschmack arg leer, aber sie ist
unheimlich wuchtig und man sollte sie gesehen haben. Das linke Bild zeigt einen
Blick auf den Altar und das wunderbare Gewölbe, das rechte eine sehr schöne
Ikone.

Am Tor vom Bürgerspital vorbei, ist übrigens wie ein italienischer
Prachtbau an den Felsen geklammert bin ich dann weiter in Richtung
Festspielhaus (linkes Bild im Hintergrund). Ist ein riesiger Kasten,
die Kunstliebhaber kennen es alle, mir gefiel jedoch die einstige Pferdeschwemme
und das Neutor so gut, daß ich es Ihnen abgelichtet habe (rechtes Bild).

Dann reizte mich die Universitätskirche, auch ein wuchtiger Bau, aber
a bisserl leer innen, doch die Architektur ist wirklich beieindruckend.

Vor der Kirche war übrigens grad Markt, von Gewürzen bis Leckereien
jede Menge Verführungen. So muß es auch den Bischöfen früher
in Salzburg gegangen sein. Abgesehen davon, daß es da einen Erzbischof
gegeben hat, der den hübschen Salzburgerinnen nicht widerstehen konnte
ich hörte da was von 13 Frauen oder hatte er 13 Kinderlein
auch dem Mammon waren die Herren oft sehr ergeben. Und so gierig, daß
es etliche Kämpfe gab, die Berchtesgadener
können ein Lied davon singen, denn der Bischof von Salzburg gönnte
ihnen eigene Salzeinkünfte nicht. Unser Kaiser Friedrich Barbarossa
gab dem geistlichen Herrn dann mal eins gehörig aufs Haupt,
nur brannte dabei ganz Salzburg im April 1167 ab. Übrigens hat der Barbarossa
angeblich nie verwunden, daß dieses Stück von Bayern verschenkt
wurde, er soll sich im Untersberg aufhalten und er kommt wieder wann?
Schauen Sie mal auf die Sagenseite,
da finden Sie des Rätsels Lösung.
Doch wie Sie sehen, der Salzhandel war immer einträglich und so bauten
die Salzburger hinterher wieder auf, schöner, besser und natürlich
mit Stadtmauern. Die hielten dann neben der geschickten politischen Strategie
auch den 30jährigen Krieg von Salzburg fern.
Apropos fern, München ist ja nun mit 160 km auch nicht ganz nah und der
Tag war schon arg fortgeschritten. Also dann, wir sattelten und los ging's.

Nee, den haben wir nicht genommen, stellen Sie sich mal vor, drei Mann auf
dem Pegasus und dann nach Bayern? Da brüllt der Löwe einmal, dann
würden sofort die Knödelwurfmaschinen geladen und die Abfangjäger
steigen auf das riskieren wir wirklich nicht. Aber ich wollte Ihnen
einen letzten Abschiedsblick aus dem Park des Schlosses Mirabell geben.
Eines weiß ich aber gewiß, beim nächsten Mal nehme ich mir
mehr Zeit für Salzburg, wenn es machbar ist. Da gibt's ja viel viel mehr
noch zu sehen und die Salzburger Nockerln hab ich diesmal auch nicht bekommen.

Aber dafür hatten wir auf der Rückfahrt noch ein paar herrliche Blicke
auf den Chiemsee und in Seebruck gab's
noch ein kleines Abendbrot, direkt am See.

Die Heimfahrt nach München machten wir nicht auf der Autobahn, sondern
über den Monte Papam - auch noch nie gehört, wa? Das
ist die Ratzinger-Höhe, hat aber nichts mit Papst Benedict
XIV zu tun, soweit ich weiß. Aber passen tät's scho, allein schon
wegen des himmlischen Ausblicks.

In Richtung Bad Endorf fuhren wir dann
noch über Wasserburg und waren
bald in München, für meine Gäste war es ein herrlicher Ausflug
und mir selber hat es auch riesig gefallen. Das ist das Schöne in meinem
Beruf, nette Gäste, schöne Fahrten und dazu noch ein paar Euros für
Sprit und Brötchen ich fahr gern in Bayern und rundumherum.

Mit einem letzten Blick vom Monte Papam verabschiede ich mich von
Ihnen
bis zum nächsten Mal mit herzlichen Grüßen
Ihr Jörg W. Lohfink
echt preissischer Reiseführer (aus eigenem Vergnügen) und -fahrer
in Bayern.
(alle Bülders sin von mir und bei Anklickern
wern'se jrößer) ©®J.W.Lohfink |