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Starnberg - wo "Blaublüter nebst
Durchlaucht" mit der Galeere auf Hirschjagd gingen
*
Sie haben schon richtig gelesen, bei uns in Bayern darf jeder ins "Paradies".
Das wurde einst von der Stadt München gekauft, aber es ist das ganze Jahr
über auch für Nicht-Münchner und "Zugeroaste" - sprich
"Preissen" - geöffnet. Damit nun aber keine falschen Hoffnungen
entstehen, unser bayrisches Paradies ist nicht im weiß-blauen Himmel,
sondern liegt am Ufer des Starnberger Sees. Dorthin führt meine heutige
Ausflugsfahrt, nach Starnberg und in das Starnberger 5-Seen-Land (1.Teil).

Der Starnberger See, größter von fünf Seen im Landkreis
Starnberg, liegt ca 25 km südlich von München und bietet eine herrliche
Aussicht auf die Alpen, knapp 60 km entfernt bei Garmisch.
Schon seit dem 17. Jahrhundert zog der See die Menschen als Erholungs- und
Wohngebiet an.
Damals jedoch mehr die gekrönten Häupter und die "Geldigen",
denn "dunnemals" gab es noch keine S-Bahn oder Autos für den
einfachen Mann und so konnten sich nur die Betuchten solche Ausflüge leisten.
Neben meinem Flughafentransfer Service biete ich auch Ausflugsfahrten.
Um nun einen Trip in dieses schöne Gebiet des bayrischen Oberlandes in
einer komfortablen Reiselimousine zu machen müssen Sie kein Millionär
sein, obwohl gerade im Landkreis Starnberg derer am meisten wohnen. Ich gehöre
leider noch nicht dazu, dafür weiß ich aber, wo das Paradies liegt,
wie man hinkommt und kenne noch so manche anderen paradiesischen Plätze
in der Gegend. Wenn ich da so an lauschige Biergärten denke oder an unsere
weiß-blaue Flotte. Ja wirklich, Bayern ist auch eine Seefahrer-Nation,
nicht nur Berge, Kühe und sonstiges. Wir haben eine echte Marine mit 34
Schiffen, ja wirklich.

Na, das sind Prachtstücke, gelle? Aber keine Angst, mein
Bild zeigt jetzt nicht eine neue Errungenschaft der bayrischen Staatsregierung
oder des Justizministeriums, denn "Ab auf die Galeere" haben wir
(noch) nicht wieder eingeführt. Das obige größte Schiff ist
bzw. war der legendäre "Bucentaur" mit 500 Mann Besatzung inclusive
Gästen, eine Art "erstes Linienschiff", aber nur für die
"Durchlauchten", nicht für den gemeinen Plebs wie uns.
Die heutigen Schiffe, z.B. die "Bayern", die "Seeshaupt"
oder die "Bernried" dürfen
alle benutzen und die beiden letzten Namen weisen schon auf Anlegestellen am
Starnberger See hin.

Seeshaupt war der Sitz des "Seegerichtes", das Streitereien
der Fischer schlichtete und im Ort Bernried, eines der "schönsten
Dörfer Bayerns" gibt es nicht nur ein sehenswertes Kloster sondern
auch etliche denkmalgeschützte alte Holzhäuser. Wenn Sie die Bilder
anklicken, kommt die wahre Größe des Sees und der Schiffe zum Vorschein.

Von Starnberg bis Seeshaupt am Südende des Starnberger Sees sind
es knapp 2 Stunden Fahrt. Falls die frische Brise dann zum Hunger führt,
gibt es entweder auf den Schiffen selbst oder in den schönen Ausflugslokalen
am Ufer für jeden Geschmack das Richtige. Wie wäre es mit einer "Trauung
auf See", sprich Hochzeitsfeier unter strahlendem Himmel auf dem See,
einer Disco-Night oder einem Empfang zu einem Jubiläum?
Unsere weiß-blaue Flotte ist auch für solche Wünsche
offen, Preise und weitere Informationen erhalten Sie bei der Bayerischen Seen
Schiffahrt, Betriebsteil Starnberger See, Dampfschiffstr. 5 in 82319 Starnberg,
Telefon 08151-12023.
Anfangs sprach ich vom 5-Seen-Land. Knapp 20 Kilometer Luftlinie entfernt
in westlicher Richtung liegt der zweitgrößte, der Ammersee,
der auch zugleich die Landkreisgrenze nach Westen bildet. Die restlichen Seen
sind der Pilsensee, der Wörthsee und der Weßlinger See. Doch zu
allen diesen machen wir demnächst einen gesonderten Ausflug.
Jetzt erst mal ins bzw. zum "Paradies".
Direkt am Ufer des Starnberger Sees zwischen Starnberg und Possenhofen (Ortsteil
der Gemeinde Pöcking) befindet sich ein ca 150 ha großes parkartiges
Gelände, das im Sommer Badefreunde von nah und fern anlockt. Eichen, Buchen
und Fichtengruppen bieten Schatten in größter Hitze, von Eis bis
bayrische Schmankerl findet man alles und in Kombination mit unserem weiß-blauen
Himmel, strahlender Sonne, dem herrlichen See und im Hintergrund die Alpen
ist es wirklich ein Paradies zum Erholen.
Ob Kaiserin Elisabeth von Österreich, die weltbekannte "Sissi"
(richtig soll es ja "Sisi" heißen), dort auch gebadet hat,
weiß ich leider nicht. Anzunehmen wäre es schon, denn im Schloss
Possenhofen verbrachte sie ihre Jugendzeit. Und nicht nur Kaiserinnen zog der
Starnberger See an. (rechts das "Sisi-Schloß"
auf der Roseninsel)

In Luftlinie gegenüber am anderen Ufer liegt Schloß Berg,
wo zur selben Zeit der spätere König Ludwig II. ebenfalls seine Jugendjahre
erlebte und von dort aus Briefe an Elisabeth schrieb. Auf der Roseninsel sollen
die beiden auch "geturtelt" haben, getroffen haben sie sich dort
auf jeden Fall. Schloß Berg wurde durch den Märchenkönig auch
verschönert und zwar mit einem fünften Turmanbau, dem sogenannten
Isolden-Turm, der im Inneren mi Bildern von Wagner-Opern ausgeschmückt
wurde. In diesem Schloß traf sich Ludwig II. auch mit dem von ihm verehrten
Richard Wagner und am Ufer des Schlosses ereilte ihn der geheimnisumwitterte
Tod später.
Aller guten Dinge sind drei, sagt der Volksmund, so auch die Schlösser
am Starnberger See. Hoch über der Stadt Starnberg sieht man von weitem
schon deren markantestes Wahrzeichen, das Starnberger Schloß der Wittelsbacher.
So um 1244 stand da noch eine Burg der Andechser,
aber die verloren damals das übliche Hauen und Stechen, die Wittelsbacher
waren halt ein bisserl kernigere Bayern. Rund 300 Jahre später hatte der
Herzog Wilhelm die Nase voll von dem alten Gemäuer und ließ die
Burg niederreißen. Zwischen 1541 und 1585 mußten die Bauern neben
ihrer Feldarbeit auch noch Steine und sonstiges auf den Hügel karren,
denn der Herzog ließ sich ein neues Schloß bauen, so wie man es
heute noch sehen kann.

Natürlich sollte es auch Feinde abschrecken und so erweckt das mächtige
Bauwerk noch heute mehr den Eindruck einer Festung. So mancher Starnberger
bekommt selbst jetzt noch eine Gänsehaut, wenn er das Starnberger Schloß
anschaut, denn dort ist heute der Sitz des Finanzamtes.
Machen wir noch einen kurzen Abstecher ins Reich der Sagen
und Legenden? Der eingangs gezeigte "Bucentaur" ist zwar nach einer
Legende benannt, aber das Schiff gab es wirklich auf dem Starnberger See. Dieses
Prunkschiff mit 110 Ruderern diente rund 100 Jahre, so von 1670 - 1770, den
Lustbarkeiten der hohen Herrschaften am bayrischen Hof, sogar Jagden wurden
damit veranstaltet. Sehr unwaidmännische übrigens, man ließ
die Tiere in den See treiben und wenn sie sich auf das Schiff retten wollten,
wurden sie mit Hirschfängern erstochen. Der "Fürscht" und
die Damen schossen aber mit Gewehren, sie mochten die Blutspritzerei nicht
so auf den Kleidern.Die mitfahrende Kapelle war dann "voll in aktschen",
wie es heute heißt, jeder Treffer vom Fürst mußte nämlich
durch einen Tusch gelobt werden. Jetzt aber zwei richtige Legenden. die eine
wird von der Wallfahrtskirche Aufkirchen (Ortsteil der Gemeinde Berg), die
andere vom Ort Tutzing erzählt.
Fangen wir mit der "Platzauswahl
von oben" an:
Schon um das Jahr 1300 n. Chr. stand auf dem Hügel
am Ostufer des Starnberger Sees eine kleine Kapelle. Dort geschahen Wunder
und viele Gebete wurden erhört, sodaß immer mehr Pilger und Wallfahrer
kamen. Der Andrang wurde so groß, daß die kleine Kapelle nicht
mehr ausreichte und eine größere (die jetzige) Kirche gebaut werden
sollte.Wie so oft im Leben, man konnte sich nicht einigen, wo man nun bauen
sollte. Also hoffte man auf einen Hinweis von "ganz oben" und zu
diesem Zweck wurde folgendes unternommen: man nahm zwei Ochsen, spannte diese
vor einen schwerbeladenen Wagen, trieb sie an und dort, wo sie von selbst stehen
bleiben würden, das sollte der neue Standort sein. Und was passierte?
Laut Bericht eines Pfarrers Georg Colonus aus dem Jahr 1623 zogen die Ochsen
den Wagen bis zu der alten kleinen Kapelle, die man mit Zweigen abgedeckt hatte,
blieben dort stehen und rührten sich keinen Schritt weiter. Weiter wird
berichtet, daß anscheinend der Himmel auch ein Auge auf den Bau hatte.
So soll unter den Bauern, die das Zimmerholz auf den hohen Bauplatz bringen
sollten, einer gewesen sein, der seine Pferde schonen wollte. Daher lud er
nur ein leichtes Bäumchen auf. Aber die Pferde rührten sich nicht
vom Fleck. Erst nachdem er dann schwerere Lasten auflud, trabten diese los
und das ohne Mühe. Und seit nun über 700 Jahren führt so am
Abend vor Mariae Himmelfahrt eine Lichterprozession zum diesem "heiligen
Hügel" am Ostufer des Starnberger Sees.
Für die "Ungläubigen" unter uns sei gesagt,
es gibt in Aufkirchen lückenlose Aufzeichnungen vom Jahr 1500 - 1803 über
die geschehenen Wunder und Gebetsanhörungen, die sogenannten Mirakelbücher.
Die andere Legende wurde in Tutzing erzählt.
Tutzing liegt auf halbem Weg zwischen Seeshaupt
und Starnberg und war einst Sitz des Adelsgeschlechtes derer von Vieregg, das
1864 nach dem Tod des letzten ausgestorben ist.
Man erzählte sich folgendes vom "Geist des Freiherrn
von Vieregg" :
Nachweislich regierte von 1802 bis 1832 Friedrich von Vieregg
die Hofmark Tutzing. Dieser hatte den Ruf eines Geizhalses, war unfreundlich
und mißtrauisch gegenüber jedermann. Selbst seinem König, damals
Max Joseph von Bayern, gegenüber war er so unhöflich, daß er
diesen nicht einmal durch die Hofmark begleitete, als dieser anreiste. Mit
91 Jahren starb der Sonderling, es wurde erzählt, seine letzten Worte
seien gewesen "mein Geld soll niemand finden". Und nach seinem Tod
sei oft des nachts im Herrschaftshaus ein von Fenster zu Fenster wanderndes
Kerzenlicht gesehen worden, das war der Geist des hartherzigen und goldgierigen
Freiherrn, der durchdas Haus mit klirrendem Schlüsselbund wanderte, um
in allen Räumen nach eventuellen Dieben zu schauen. Als dann im Jahr 1848
auch in Bayern die Wirren der Revolution herrschten, stürmten beherzte
Tutzinger das Schloß um sich am Nachfolger des gehaßten Freiherrn
zu rächen. Doch sie fanden weder einen Bewohner des Hauses noch den "angeblichen"
Schatz.
Es gäbe noch vieles mehr von Starnberg und dem 5-Seen-Land
zu erzählen. Eigentlich müßte es ja auch 6-Seen-Land heißen,
denn da gibt es noch den Maisinger See. Dieser ist jedoch schon seit langem
verlandet und ein herrliches Naturschutzgebiet, in dem viele seltene Pflanzen,
Tiere und Vögel ein sicheres Daheim gefunden haben. Oder - nein - das
wird jetzt zuviel für einen "virtuellen" Tagesausflug. Demnächst
folgt der zweite Teil über das 5-Seen-Land, dann fahren wir über
Gauting zum Kloster Andechs und zum
Ammersee nach Herrsching. Zurück gehts dann über Seefeld am Pilsensee,
Weßling und Gilching, einem meiner Stationsorte. Gilching
können Sie jetzt schon besuchen, wenn Sie möchten, einfach anklicken.

König Ludwig Votivkapelle mit Denkmal am
Ufer
Ich hoffe, Ihnen mit meiner Darstellung ein wenig Geschmack auf einen
Ausflug oder sogar Urlaub in Starnberg und Umgebung gemacht zu haben. Zahlreiche
Sport- und Erholungsmöglichkeiten warten auf Sie, der Tourismusverband
Starnberger Fünf-Seen-Land, Wittelsbacher Str. 2 c, Telefon 08151-90600
gibt Ihnen gern weitere Informationen. Bevor Sie sich dann mit Ihren Koffern
lange abquälen, rufen Sie an oder schicken eine e-Mail, mein Flughafentransfer
München steht jederzeit zu Ihrer Verfügung, auch als Ausflugsservice.
Noch ein Hinweis auf auf weitere Internet-Seiten im und ueber den Kreis
Starnberg - schauen Sie mal unter Marktplatz Starnberg
oder Gilching24 und OrtsNetzGauting
koennte ebenfalls interessant sein. Mittlerweile sind von einem eifrigen Kollegen
noch ein paar Kreis-Seiten dazu gekommen - wer sich informieren möchte,
bitte hier: 5SeenLandInfo und Starnberg24
sowie Tutzing24 und Krailling24.
Neu dazu gekommen: Starnberger
See Informationsportal.
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Ein Blick am Abend über den See auf die Zugspitze,
rechts die Roseninsel
Anregungen, Vorschlaege (auch fuer Ihren eigenen Ort),Termin-
Anfragen oder auch Ihre Meinung, wie es Ihnen gefallen hat bitte an J.W.
Lohfink
Text von J.W. Lohfink, Bildmaterial von der
Bayerische Seen Schiffahrt und mir © J.W.Lohfink |