Tirschenreuth und das Ende eines Beamten -

der Mord am Oberhauptmann von Waldsassen

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Wie die Tirschenreuther mit einem tyrannischen Beamten umgesprungen sind


Ein freundliches Hallo den Besuchern der Webseite vom Muenchen Flughafentransfer Jörg W. Lohfink (det bin ick, een Balina in Bavaria).

Diese Spezial-Seite ist den Tirschenreuthern gewidmet und zur Abschreckung gewisser Herren in Berlin und München gedacht, denn es ist ein historisches Zeugnis dafür, daß „der (politische und behördliche) Krug so lange zum Brunnen geht, bis er bricht !“

Bei meinen Recherchen über Bayern und speziell die Oberpfalz zwengs Kennenlernen von Land und Leuten bin ich auf einen Mord an einem Beamten gestoßen, der in Tirschenreuth begangen wurde.

Und zwar zu Recht, aber nicht rechtlich abgesegnet, daher wurden diese tapferen Tirschenreuther hinterher wieder gerichtet.

Aber vielleicht sollten sich bestimmte Amtspersonen nach Lesen dieser Zeilen überlegen, wie man sich dem „gemeinen Volk“ gegenüber benehmen soll, damit nicht vielleicht doch wieder mal......

Doch ich übergebe das Wort nun Studiendirektor Johann Brunner aus Cham, der 1929 im „Das Bayerland“ in einem Artikel über das Stiftland
Waldsassen und seine Bürger unter anderem folgendes erzählte:

..Waldsassen war gezwungen worden, den pfälzischen Kurfürsten als Landesherrn anzuerkennen, und mußte, nun mit seinen Untertanen im Jahre 1556 die lutherische Religion annehmen. Als nach dem Tode Ottheinrichs im Jahre 1559 Kurfürst Friedrich III zur Regierung kam, mußte das kalvinische Bekenntnis durchgeführt werden. Diesem folgte 1576 unter Ludwig VI wieder das lutherische und unter dessen Nachfolger Friedrich IV 1583 wieder das kalvinische.


(
Erinnert mich irgendwie an die Hüh- und Hott-Regelungen unserer jetzigen Regierungen)

Ist es da zu verwundern, wenn durch diesen beständigen Religionswechsel, durch diese fortwährende Gewissensbedrückung, der die Stiftländer wie alle Oberpfälzer unterworfen waren, die Gemüter aufs höchste erregt und zu Widersetzlichkeit und Aufruhr getrieben wurden?

Dazu kam, daß man die Kirchen ihres ganzen Schmuckes beraufen, die Altäre durch Tische ersetzen, die Glasmalereien in den Fenstern zerschlagen, die Gemälde mit schwarzer Farbe überstreichen, Heiligenfiguren und Schnitzereien verbrennen sollte.

Das in seinen religiösen Gefühlen tief verletzte Volk war empört und aufs äußerste gereizt und begegnete den visitierenden Kommissären häufig sehr feindlich. Auch im Stiftlande wollte man vom Kalvinismus nichts wissen. Der Oberhauptmann von Waldsassen, Valentin Winsheim, wollte Tirschenreuth mit 70 Soldaten belegen; allein die Gemeinde sträubte sich und stellte eine bürgerliche „Rotte“ auf.

Kaum hatte es Winsheim erfahren, so kam er abends 4 Uhr von Waldsassen in einem Schlitten gefahren, schalt die Bürger unter dem Tor „beschissene Wächter, die den Kachelofen hüten“ und fuhr in aller bösen Namen vor des Stadtrichters Steinackers Wohnung, ging von da zu des Amtsrichters Zolitsch Haus und ließ den Pfleger Gemmel und die vier Bürgermeister von Tirschenreuth rufen.

Ohne anzuklopfen eilten diese ins Zimmer. Der Stadtrichter ruft: „Hinaus!“ Aber der Bürgermeister Nässel sagt: „sollen wir doch hinein, warum hat man uns bestellt?“. Dann fiel Winsheim über sie her mit „Schwapperment, murren und grunzen, im Zimmer auf- und abgehend, Wein trinkend und Brezn dazu essend; schreiben sich ehrbar und weise, seine ehrvergessene, meineidige, lose Leut', hätten trotz Verbots die Rotte auf gestellt, keinen Gehorsam bei den Bürgern usw.“

Da antwortete Bürgermeister Lindauer: „Da ist der Hauptmann selbst schuld, der uns alle Freiheit genommen!“ Der Disput wurde immer hitziger, und schließlich verließen die vier Bürgermeister eilig das Zimmer mit den Worten: Pulver und Blei schlage darein! Als nun aus dem Haus, das sie eben verlassen hatten, ein Schuß fiel, der einen Bürger verwundete, stürmten die Bürger das Haus.



Winsheim flüchtete in den Hofe und den Schweinstall, dann auf den Heuboden des Nachbarhauses, wo sie ihn um halb vor neun Uhr abends entdeckten. Der dicke Mann wurde hinabgestoßen und verwundet. Man wollte ihn im Rathaus gefangen setzen, aber einige schrieen: Er ist es nicht wert, er soll erschossen werden! Da wurde auf ihn eingehauen und gestochen, und schließlich spaltete man ihm mit zwei Kreuzhieben den Schädel. Diese Untat geschah am Donnerstag, den 24. Februar 1592.

So endete ein Tyrann, von dessen sechsjähriger Amtsführung nicht Gutes zu berichten ist. Aber er war nun einmal kurfürstlicher Beamter, und dem Totschlag mußte die Sühne auf dem Fuße folgen. Die Haupttäter wurden auf dem Marktplatz von Tirschenreuth durch das Schwert hingerichtet, Mithelfer mit Ruten gepeitscht, des Landes verwiesen oder mit Geldstrafen belegt......

Jo, so war'ns, die oiden....... Das mit dem Schwert gibt's ja heute bei uns nicht mehr, aber wenn ich da an so manche Politiker denke, wie wäre das, wenn man mit denen so wie mit den braven Tirschenreuthern im letzten Satz verfahren würde ....mit Ruten.., ..Landes verwiesen oder Geldstrafen.....

Mir woll'n unsern guten König Ludwig wieder ham!!!!!

Ja, ja, die bayerische G'schicht – Spaß muß sein, sprach Wallenstein und spuckte Tilly in sein Wein.

Ach, bevor ich es vergesse, ich hab aus Tirschenreuth die Nachricht bekommen, im November 2007 wird obige Geschichte in einem Bühnenstück unter der Regie von Johannes Reitmeier in Tirschenreuth aufgeführt.

Nähere Information mit einer Beschreibung des Stückes sind auf folgender Seite zu finden:

http://www2.stadt-tirschenreuth.de/



Ihr Jörg W. Lohfink – Muenchen Flughafentransfer

©® Jörg W. Lohfink

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