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Die Basilika in Waldsassen Detailseite

Hier nun für die Liebhaber kirchlicher Kunst ein paar mehr Bilder
aus der Basilika von Waldsassen. Auch hier möchte ich noch mal
ganz deutlich sagen, diese Bilder sind nicht zum Verkauf und auch keine
professionellen Fotos.
Aber ich habe bewußt ein Fotografier-Verbot
übergangen, denn es ist nicht fair, ein Haus Gottes nicht zeigen
zu dürfen. Es gibt in Deutschland und anderswo viele Menschen,
die aus Altersgründen, Zeit- oder Geldmangel oder auch weil sie
zuweit weg wohnen, nie die Gelegenheit haben werden, dieses herrliche
Bauwerk zu sehen. Für alle diese sind meine Fotos.

Allein schon die herrlichen Stuckarbeiten müßte man Meter
für Meter fotografieren, welche Liebe zur Arbeit und Kunst steckt
dahinter. Und dann die wunderschönen Deckenbilder.

Mir schien, als wenn auf diesem Bild ein Augenblick der Gründungszeit
des Stiftes Waldsassen festgehalten wurde, denn ein anscheinend hochgestellter
Reiter besucht die Mönche, die gerade im Wald arbeiten.

Dieses herrlich große Deckenbild hätte ich gern zentimeterweise
fotografiert, so viele schöne Details sind darauf zu sehen. Aber,
nur wenn man ein Fernglas dabei hat und einen gesunden Nackenwirbel.
Es ist mir ein Rätsel, wie die Maler früher so etwas malen
konnten.

Im Kloster Irsee hat mir
der Mesner erzählt, daß teilweise die Gemälde auf Holzplatten
gemalt und dann erst an der Decke angebracht wurden. Das kann ich mir
bei diesen Größen nicht vorstellen, eher die Malweise von
da Vinci, liegend auf einem Gerüst.

Doch auch diese Malweise wirft für mich die Frage auf, wie kann
ein Künstler dann die Proportionen und das Gesamtbild so herrlich
bestimmen? Gut, dafür ist er ja Künstler, aber in meinen
bescheidenen Laienaugen dann schon fast ein Genie. Schauen Sie mal,
ist doch schon fast ein 3-D-Gemälde.

Oder hier, das Kreuzigungsbild. Ich habe es ja gar nicht größer
aufnehmen können, wäre viel zu viel verloren gegangen. Doch
wenn man durch den Zoom der Kamera schaut, es ist unglaublich, wieviel
Details dann noch zu entdecken sind.

Hier sehen Sie ein bisserl Unschärfe, ging leider
nicht anders. Ich konnte nicht näher heran nein, nicht
mit Leiter, sondern räumlich da ich einige Gläubige
nicht stören wollte. Dafür kommen die Stuckarbeiten schon
viel besser raus, doch auch bei denen würde ich gern viel detaillierter
fotografieren.

Schauen Sie nur mal, wie liebevoll der Künstler die Falten des
Vorhanges gemalt hat. Und auch die verschiedenen Charaktäre der
einzelnen Personen, man kann sich diese Menschen in echt vorstellen.

Nun ein Bild von der rechten Stuhlreihe neben dem Hauptaltar. Herrliche
Schnitzarbeiten und Verzierungen darüber, alles vergoldet und
eine reine Augenweide.

Das ist Barock !!! Wunderschön ! Ein Altar auf der linken Seite,
mit Reliquienschrein. Davon habe ich eine Vergrößerung machen
müssen, ich konnte einfach nicht anders.

Und dann hatte ich fast nicht mehr das Gefühl, daß ich etwas
(vom Pfarramt) Verbotenes mache, denn in dem Augenblick kam die Sonne
wieder durch die Scheiben oben und gab diesem Bild ein wunderbares
Licht.

Auf der gegenüber liegenden Seite habe ich dann noch einen anderen
Altar mit einem wunderschönen Bild abgelichtet. Wenn Sie genau
hinsehen, dann erkennen Sie vielleicht in den beiden Glasvitrinen unterhalb
des Gemäldes zwei Personen. Es sind beides Skelette in voller
Rüstung und ich vermute, es sind heilige Schutzwächter des
mittleren kleinen Schreines.

Bevor ich dann leise und von all den herrlichen Zeugnissen der gläubigen
Künstler aus der Barockzeit überwältigt die Basilika
verließ, sah ich noch die Orgel. Hier habe ich sechs mal fotografiert
und alle möglichen Einstellungen meiner Kamera versucht, um trotz
der Dunkelheit in der Höhe noch alles rauszuholen, was ging. Diese
Farben sind jetzt bis auf minimale Bearbeitung daheim wie echt. So
sehen Sie die Orgelempore mit den eigenen Augen.

Mit dieser Aufnahme, ist nicht und doch von mir, möchte ich mich
von Ihnen verabschieden. Gemacht hat dieses Foto ein Herr A. Hölzl
aus Waldsassen und die Aufnahme wurde in der Zeitschrift Das
Bayerland von 1929 veröffentlicht. Daraus habe ich es Ihnen
abfotografiert, damit Sie mehr von den Stuckarbeiten sehen können.
Auch erscheint mir, als wenn damals die Deckenbemalung noch etwas anders
war.
Interessant noch ein nicht sichtbares Detail, habe
ich bei einem Besuch im ehemaligen Kloster
Banz in Oberfranken erfahren: Unter der gesamten Basilika
ist eine Gruft, die 200 Mönchen die letzte Ruhestätte bieten
kann.
Ich hoffe, Ihnen allen haben meine Bilder gefallen und auch etwas Freude
gebracht. Und den zuständigen Pfarrer von Waldsassen bitte ich
nochmals um Verzeihung für meine Verbots-Überschreitung,
doch die Beweggründe habe ich ja oben schon gesagt.
Mit freundlichen Grüßen an Sie alle
Ihr preissischer Reiseführer in Bayern
Ihr Jörg W. Lohfink
Muenchen Flughafentransfer
©® Jörg W. Lohfink |