|
Würzburg, die Stadt, in der nicht nur
immer der Main, sondern auch Ströme von Blut (und auch Wein natürlich)
flossen
*

Eigentlich wollte ich Ihnen Wuerzburg schon viel eher vorstellen, ist
diese Stadt doch wie Fuessen der Anfangs- oder Endpunkt
der Romantischen Straße im Sueden Deutschlands. Wer jedoch schon mit
mir, wenn vielleicht auch nur virtuell, einige andere Stationen wie Landsberg
und Schongau auf dem Weg zu den Alpen oder Dinkelsbuehl
und Tauberbischofsheim im fraenkischen
besucht hat, weiß sicher jetzt, daß es nicht einfach ist, all die
versteckten Schoenheiten in Bayern zu entdecken und ins rechte Licht zu setzen.
Wuerzburg, schon seit 3000 Jahren als begehrter Platz zum Wohnen genutzt,
macht es einem sehr schwer, die richtigen Worte zum Beschreiben zu finden.
An den Ufern des Mains gelegen, zentral zwischen Nuernberg
und Frankfurt, umgeben von Weinbergen ist diese Stadt ein Juwel Frankens. Die
Autobahnen von West nach Ost und von Nord und Sued kreuzen sich hier, Frankfurt
ist nur gut eine Autostunde entfernt, vom Flughafen Muenchen brauchen wir knapp
zwei Stunden. Von wo Sie mittels Flughafentransfer, ob von Frankfurt oder Muenchen,
Bahn oder Bus her anreisen, Wuerzburg ist gut erreichbar und schon die Anfahrt
vermittelt Ihnen die Schoenheit von Unterfranken mit seiner Hauptstadt.
Ueber diese Stadt koennte man stundenlang erzaehlen, so vielfaeltig ist
ihre Geschichte, die einst mit dem Bau einer keltischen Fliehburg auf dem Marienberg
anfing. Herzoege, Koenige, Kaiser, namhafte Kuenstler und Wissenschaftler waren
hier zu Gast oder taetig.
Die Liebe wurde hier von Walther von der Vogelweide besungen, Tilman
Riemenschneider (rechtes Bild "Trauernde Maria")
schuf hier weltbekannte Kunstwerke, Balthasar Neumann und Giovanni Battista
Tiepolo hinterließen Andenken aus Stein und Kunst, Rudolf Virchow und
Wilhelm Conrad Roentgen setzten in Wuerzburg "Meilensteine" der Medizin.

Wer die Historie dieses Zentrums in Main-Franken betrachtet,
der muß feststellen, daß diese liebenswerte und lebendige Stadt
in Bayern schon immer so war. Der Menschenschlag dort ist manchmal ein bisserl
baerbeißig und dickkoepfig, im Jahr 689 wurden dort die Missionare Kilian,
Kolonat und Totnan einfach umgebracht, so schnell ließen sich die Wuerzburger
nicht bekehren. Die manchmal heute noch rauh klingende Tonart wird in dem volkstuemlichen
Spaß anderer Bayern gern dargestellt indem man fragt: Wie kann man die
Franken zum Bellen bringen? Antwort: man ruft "Freibier"! Dann schallt
es einem zurueck: Wow, wow ?
Kaiser Friedrich Barbarossa muß diese Art sehr gefallen haben,
wurde doch seine Hochzeit mit Beatrix von Burgund in den Mauern der Stadt gefeiert.
Die Wuerzburger hatten aber auch schon frueh einen großen Gerechtigkeitssinn.
Als im 16. Jahrhundert die unterdrueckten und geknechteten Bauern in Sueddeutschland
anfingen zu rebellieren, stellte sich die Stadt auf deren Seite. Der Bauernkrieg
ging dennoch verloren, aber der in Wuerzburg spaeter residierende Fuerstbischof
Julius Echter von Mespelbrunn soll einige Verbesserungen im Umgang mit den
Bauern eingefuehrt haben. Dieser Mann hat sich auch um die Wissenschaft und
Kultur verdient gemacht, in seines Regierungszeit wurden die Universitaet und
das Julius-Spital gegruendet und gebaut.

Links der aus der urspruenglichen Fliehburg spaeter zur Barockfestung
ausgebaute Wohnsitz der Fuerstbischoefe ueber Jahrhunderte hinweg, bis um 1720
die eigentliche Residenz erbaut wurde. (Mit Blick auf die alte
Mainbruecke, auch schon knapp 500 Jahre alt, aber immer noch ganz, das war
noch solide Arbeit damals).
Wenn sich Wuerzburg heute freut, wenn Gaeste kommen, dem war nicht immer
so. Die "Religions-Touristen" aus Schweden unter Gustav Adolf mußten
1631 lange mit Kanonen und sonstigem Geraet an die Tore klopfen, bis diese
dann offen waren. Es gab halt damals schon Leut, die man lieber von hinten
sieht und nicht freiwillig den in der ganzen Gegend schon seit vielen Jahrhunderten
hervorragenden Wein "zum Saufen" gibt. Und Saufen konnten's schon
immer, diese Schweden.
Als die Zeiten dann ruhiger wurden, legte man 1720 den Grundstein zur
Residenz, ein Weltkulturgut der Unesco heute. 1814 kam dann ein großes
Glueck ueber die Wuerzburger ( nicht jeder dort sah das aber damals ein), Wuerzburg
wurde bayrisch.

Rund 50 Jahre spaeter wurde der Festungs-Status der Stadt aufgehoben
und um die 200 Jahre alte Barockfestung der heutige Ringpark angelegt. Obwohl
Wuerzburg 1945 fast zu 90 % durch einen Luftangriff zerstoert wurde, die Buerger
haben die Stadt in liebevoller Weise wieder so aufgebaut, wie sie einst ueber
Jahrhunderte am Ufer des Mains lag.
Als Hauptstadt des bayerischen Regierungsbezirkes Unterfranken ist Wuerzburg
heute Einzelhandels- und Großhandelsmittelpunkt Mainfrankens. Viele unterschiedliche
Industriezweige sind hier ansaessig, bietet die Stadt doch einen bedeutenden
bayrischen Binnenhafen.

Bekannte und namhafte Weine stammen aus dem Einzugsbereich, aber auch
das bayrische Nationalgetraenk wird hier von einer bedeutenden Brauerei hergestellt.
So kommen auch die Bierliebhaber auf den zahlreichen Weinfesten in und um Wuerzburg
nicht zu kurz.
Nicht nur Kulturliebhaber und Urlauber zieht es nach Wuerzburg, Kongresse
und Bildungswesen machen die Stadt zum Anziehungspunkt. Die 1582 gegruendete
Julius-Maximilians-Universitaet, an der im uebrigen auch die Roentgen-Strahlen
entdeckt wurden, hat ueber 20 000 Studierende in 12 Fachbereichen und anderen
schulischen Einrichtungen wie z. B. die Fachakademie fuer Musik. Und so koennte
ich noch stundenlang weiter erzaehlen. Aber dann haetten Sie vielleicht eine
Ausrede, nicht nach Wuerzburg zu fahren und das wollen wir doch vermeiden.
Bei einem Tagesausflug in diese Stadt koennen Sie am Vormittag in zwei
Stunden verschiedene Rundgaenge zu ueber 30 Sehenswuerdigkeiten unternehmen,
am Nachmittag dann die fuer Sie interessanteste vielleicht noch besichtigen.
Die Stadt bietet viele Fuehrungen an, ein Tag ist eigentlich viel zu kurz zum
Entdecken und Genießen.

Und genießen sollten Sie auf jeden Fall auch die zahlreichen fraenkischen
Spezialitaeten in der Gastronomie. Haben Sie schon mal "Saure Zipfel"
gegessen? Nein, nein, nicht an die TV-Schmuddelfilme denken. Das sind, ich
als Preiss sage dazu, Wuerschtchen, eingelegt und im Zwiebelsud gekocht, ein
ganz einfaches Gericht, aber himmlisch im Geschmack. Und derlei gibt es noch
mehr, vom Wein mal ganz abgesehen. Fahren Sie doch einfach mal hin, rund 4000
Betten warten auf Sie ( in verschiedenen Haeusern, versteht sich).
Bevor Sie nun die Veranstaltungshinweise, die virtuelle
andere "Tuer" zu Wuerzburg und meinen ueblichen Schlußsatz
finden (wer gleich dahin moechte, hier klicken bitte),
noch eine Sage aus der Stadt. Diese handelt vom sogenannten Graf-Eckhardts-Turm,
der heute noch als Bestandteil des Rathauses zu sehen ist. Im "Das Bayernland"
von 1892 habe ich die Erzaehlung gefunden vom
Tuermer des Grafen Eckhardts-Turmes zu Wuerzburg
Es war im Dreißigjaehrigen Kriege. Am 17. Oktober
1631 hatten die Schweden Wuerzburg eingenommen und den dermaligen Herrn der
Stadt und Burg, Fuerstbischof Franz von Hatzfeld vertrieben. Seitdem waren
drei Jahre ins Land gegangen. Schwer lastete des Feindes Hand auf der Buergerschaft.
Schier in jedem Hause war Einlagerung: Die Offiziere in ziemlicher Naehe beieinander
auf dem alten Fischmarkte, die Soldaten verteilt im ganzen Bezirke der Stadt,
selbst im Mainzer Viertel.
Da, es war just am 3. Jahrestag der Stadteinnahme, geschah
es, daß der alte Buergermeister von Wuerzburg aus den unteren Raeumen
des Rathauses in den daran gebauten Grafen Eckhardts-Turm emporstieg. Selten
war er hier herauf gekommen, solange er auch schon im Amte saß; den Tuermer
zwar kannte er wohl, denn der stieg oftmals zu ihm nieder - aber etwas beklemmte
ihm doch die Brust - war's von dem hohen Treppensteigen, war's von dem, was
ihm auf dem Herzen lag? Kaum wußt' er's selber, aber einen schmerzlichen
Blick warf er bei jedem der kleinen Fenster, dran er vorueber kam, auf die
Stadt hinab und seine Rechte ballte sich unwillkuerlich zur Faust.
"Meine Heimat!" zitterte es dabei ueber seine
Lippen, "meine schoene, liebe Vaterstadt! Wie haben sie dich gemißhandelt,
gehoehnt!. Aber es soll ein Ende haben mit den Fremden, muß ein Ende
haben!" und schneller denn zuerst schritt er die Stufen empor. Droben
saß der Tuermer in seinem Wohngemach. Es war noch ein junger Gesell,
der mit hellen Blicken in die Ferne lugte und um seiner scharfen weitgehenden
Augen willen zu dem Dienst gekommen war. Wie er den Buergermeister in seine
Tuer treten sah, sprang er ehrerbietig auf. War aber fast zum Lachen, weil
bei seiner betraechtlichen Groeße sein dichtes Haar schier die Decke
streifte.
"Gestrenger Herr, in was kann ich Euch zu Diensten
sein?" fragte der Tuermer erwartungsvoll. Der Buergermeister aber ließ
sich erschoepft auf den einzigen Stuhl des kleinen Gemaches fallen und griff
dann nach den Haenden des Juenglings. Joerg, der Tuermer, sah verwundert auf
den vornehmen Herrn, der war sonst nie zu solcher Vertraulichkeit geneigt,
zumal nicht gegen Untergeordnete. Daß er heute so auf Stand und Herkommen
vergaß mußt eine außergewoehnliche Ursache haben. Das fuehlten
die beiden Maenner jetzt, wie sie so Hand in Hand gefuegt einander ins Auge
sahen. Der eine in in erwartungvollem Schweigen, der andere in zagender Ueberlegug,
ob und wie weit er ein schwer auf ihm lastendes Geheimnis preisgeben duerfe.
Endlich hatte sich der Greis entschlossen, es mußte
ja sein und der Tuermer sah treuherzig ehrlich drein wie kein anderer. So begann
er:" Es ist einmal ein klein Sandkorn ins Rollen gekommen drob' im Gebirg'
und hat hernach eine ganze Steinlawine mit sich zu Tal gerissen und so ist
das kleine Geschehnis somit zu großer Tat geworden. So hab' ich auch
fuer Euch ein Geschaeft heute zur Nacht, das klein und geringfuegig von Ansehen
und doch von schier unberechenbarer Tragweite ist" - dann ploetzlich unterbrach
er sich: "Ihr seid doch gut kaiserlich?"
Joerg lachte. "Bin dem Kaiser so treu ergeben, wie
der Main drunten seinen Ufern, wie die Sommerschwalben meinem Turm". Der
Buergermeister nickte. "So ist's gut, so auch hab' ich es erwartet. Darum,
horchet auf meine Worte. Den Schweden werden heute zum Abend allenthalben um
des Jahrtages der Stadteinnahme festliche Gelage gehalten. Die schwedische
Generalitaet bewirtet der Abt von St. Jakob jenseits der Bruecke in der Mainzer
Vorstadt. Die uebrigen Offiziere hat der Rat in den Rathaussaal hinunter geladen,
den eingelagerten Soldaten aber wird jeder Quartiergeber ein Fest geben. Der
Wein wird gut sein und sueß - und lange bevor die zehnte Stunde geschlagen,
werden sie alle den Schlaf der Gerechten schlafen. Dann aber, wenn Ihr heute,
wie jede Nacht, das Werk der Uhr zum ersten Male aushebet, -
(Es war dem Tuermer auf dem Grafen-Eckhardts-Turm
zur Pflicht gemacht, allnaechtlich von 10 Uhr bis zum Morgengrauen die Schlaege
der Uhr durch persoenliches Ausheben des Uhrwerkes zu bewerkstelligen)
- und die zehn Schlaege ueber der Stadt gerollt sind, dann
wird es denen ein Zeichen sein, die vor dem oberen Maintore warten, das Tor
wird sich ihnen oeffnen, die kaiserlichen Feldzeichen und Fahnen werden wirder
in unseren Mauern wehen und die Schweden, deren Anwesenheit in den Haeusern
an den vorschriftsmaessigen Lichtern (s.u.) leicht erkennbar ist, werden dahinschwinden
unter unserer Faust, bevor die Sonne ihr Antlitz aus den Fruehnebeln hebt.
Auf Euch aber, Joerg, und Eure sichere Hand muessen wir uns verlassen koennen,
auf das Eure Glocke auch bestimmt zur rechten Zeit das Zeichen gibt".
(s.u.:Es war zur besseren Orientierung der schwedischen
Besatzung verordnet, daß in jeglichem Haus, in dem Offiziere eingelagert
waren, nachts im Oberstock ein Licht brannte, waehrend die Quartiere der gemeinen
Soldaten durch Licht im Untergeschoß gekennzeichnet waren)
Joerg war indes der Erzaehlung des Buergermeisters mit
gespannter Aufmerksamkeit gefolgt. Jetzt blitzte sein Auge und um seine Lippen
flog ein gluecklicher Zug:"Ihr habt vorher richtig geredet von dem kleinen
Steinbroecklein, das einen großen Felssturz nach sich zu ziehen vermag.
Ich freue mich herzlich, das Sandkorn zu sein, das zu so Großem Anlaß
bietet. Denn oft, wenn ich hier in meiner Turmeinsamkeit gesessen, hat mich's
ueberkommen, als sei ich trotz jungen Jahren und starken Gliedern doch ein
recht herzlich unnuetz und ueberzaehlig Geschoepf Gottes. Nun ich aber heute
auch mein ehrlich Teil mit erringen darf an der Befreiung der Heimat, will
ich so toerichte Gedanken aus meiner Kammer jagen und ihnen keinen Einlaß
mehr gewaehren!"
Da ging der Buergermeister getroestet hinab, er wußte,
daß er die vertrauenerfordernde Angelegenheit in die sichersten Haende
gelegt hatte. Joerg aber sah noch lange auf die Stadt zu seinen Fuessen nieder
- zuweilen wollte ihn wohl all des Blutes dauern, das da unten vergossen werden
sollte. Aber wieder dann dachte er an das Elend der Fremdherrschaft und ein
stolzes Gefuehl ueberkam ihn, daß seine Hand das Zeichen geben sollte
zu ihrer Vertreibung. Vielleicht dachte er auch an jene, die er viele Jahre
in seinem Herzen trug. Als der Tochter des frueheren Tuermers hatte der Rat
ihr, der vater- und mutterlosen Waise, ein Gemach in dem unteren Teil des Turmes
belassen, auch hielt sie des Joergs kleine Wirtschaft in Ordnung. Seitdem hatte
der Tuermer die blondhaarige Rieke liebgewonnen. Aber noch war kein Wort davon
auf seine Lippen gekommen, denn fluechtig wie ein scheuer Vogel, war sie ihm
immer wieder entflattert, so oft er laenger mit ihr reden wollte.
Drunten am Brunnen aber, wo sie, wie die anderen Maedchen
das Wasser holte, blieb sie of lange stehen und wenn die schwedischen Reiter
herzudraengten, verweilte sie sich wohl nicht ungern. Wenngleich ihr Verhalten
nie frech oder herausfordernd dabei gewesen, so hatte es dem Joerg oft wehe
getan und seine Lippen hatten sich noch fester geschlossen. Das mußte
nun auch ein Ende haben und der Joerg dachte auch daran und freute sich darueber.
So schwand der Rest des Tages. Dann stieg Joerg die Treppe hinunter, die Abendrunde
zu machen und seinen Turm zu sperren und wohl zu verwahren. Da war ihm ploetzlich,
als vernehme er Geraeusche unten.

Aufhorchend schlich er leise unhoerbar hinab, da klang Riekes Stimme
an sein Ohr: "Glaub mir Axel, ihr seid verloren, alle, alle, wie der zehnte
Schlag verklungen! Darum hab' ich dich zu mir hereingewunken, nie sonst haett'
ich's getan - also flieh, flieh, solange es Zeit ist!" Dann hoerte Joerg
eine Maennerstimme in gebrochenem Deutsch: "Woher weißt du's?"
- "Aus des Buergermeister's Munde selber, denn ich hab ihn belauscht,
wie er Joerg, dem Tuermer, den Anschlag vertraut!" - Noch mochte es der
Schwede nicht glauben, das bewies seine zoegernde Stimme: " Waer's wirklich
also, muesst' ich die Meinen warnen, aber ich kann's nicht fuer moeglich halten,
solche Kuenheit!". Doch Rieke bat und beschwor ihn mit vor Angst zitternder
Stimme: "Lass die andern, rette dich, rette nur dein junges liebes Leben!"
Weiter lauschte Joerg nimmer. Er sprang die Stufen zu seiner Hoehe
mit Windeseile hinauf - ein einziger Gedanke stand in seinem Hirn: in einer
Viertelstunde war der Plan verraten, der Feind gewarnt, die Hoffnung vernichtet.
Wie er oben anlangte, schlug eben die Domuhr dreiviertel auf zehn Uhr - da
streckte der Joerg die Hand nach dem Schlagwerk und zehn wohlgezaehlte Glockentoene
trugen ihre Schallwellen weit in die dunkle Nacht hinaus. Der Tuermer aber
stand hochaufgerichtet wie ein Sieger. Wenn der Himmel seinen Segen gab, wenn
die Stadt frei wurde - so war es seine Tat gewesen. Freilich ueber sein und
manch anderes Herz war die Stunde vernichtend hingegangen, aber was wog das
Glueck des einzelnen gegen das Wohl und Wehe einer ganzen Stadt?
Am anderen Morgen, da die Sonne die Spitze des Grafen Eckhardts-Turmes
hell beleuchtete, war Wuerzburg von den Schweden frei. Der letzte Feind hatte
verroechelt, aber das geronnene Blut stand dunkel auf Plaetzen, Gassen und
in den Haeusern, die Gruben mußten tief und umfangreich gegraben werden,
in denen die Schwedischen zur Erde bestattet wurden. Joerg, der Tuermer, ward
als Retter der Stadt vom Rat derselben und nachher vom zurueckgekehrten Bischof
hochbelobt und beschenkt und als besondere Ehrung und Erinnerung an seine Geistesgegenwart
erlaubt, daß er allnaechtlich die zehnte Stunde eine Viertelstunde vorschlagen
lassen duerfe. Dieser Brauch wurde auch spaeter beibehalten und soll bis in
die letzte Zeit (19. Jh.) bestanden haben. Das Herz des Joerg aber war
in jener Nacht, da die Freiheit seiner Heimat auferstanden war, eingesargt
worden. Die Rieke freilich hatte ihren toten Axel bald vergessen und sie haette
wohl nicht ungern die freundliche Tuermerwohnung mit dem allseitig hochgeachteten
Joerg geteilt. Der aber wies keine Lust mehr dazu, einsam und still lebte er
unter den Menschen, wie sein Turm sich ueber der Niederung der Stadthaeuser
hob und so blieb er bis zu seinem Ende. In der Geschichte wird der Tuermer
Joerg nicht erwaehnt, aber in der Sage wird sein Andenken bewahrt.
Zurueck in die Gegenwart - es gaebe noch vieles mehr. Am besten, Sie
wenden sich per e-mail an die Congress
& Tourismus Zentrale oder besuchen die Homepage
der Stadt Wuerzburg. Dort hilft man Ihnen gerne weiter, selbst die Schweden
sind heute willkommene Gaeste wieder, haette ich beinahe vergessen, im September/Oktober
gibt's naemlich eine Schwedische Kulturwoche in der Stadt. Waer' das nicht
was ?
Sage uebersprungen - doch noch
lesen?
Ein letzter Blick auf Wuerzburg am
schoenen Main, fahren wir mal rein ? (in diese reizvolle Stadt ?)

ganz nach oben zurueck
Anregungen, Vorschlaege (auch fuer Ihren eigenen Ort),Termin-
Anfragen oder auch Ihre Meinung, wie es Ihnen gefallen hat bitte an J.W.
Lohfink
Text von J.W. Lohfink, Bildmaterial von der Stadt
Wuerzburg © J.W.Lohfink |